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SIX-Präsident Lacher soll Verwaltungsratschef von Julius Bär werden

Mit dem SIX-Präsidenten Romeo Lacher gewinnt das Institut einen erfahrenen Banker als neuen Chef des Verwaltungsrates. Vorgänger Daniel Sauter tritt zurück.
Daniel Zulauf
Der SIX-Präsident Romeo Lacher soll auch Verwaltungsratschef beim Vermögensverwalter Julius Bär werden. (Bild: KEYSTONE/THOMAS DELLEY)

Der SIX-Präsident Romeo Lacher soll auch Verwaltungsratschef beim Vermögensverwalter Julius Bär werden. (Bild: KEYSTONE/THOMAS DELLEY)

Julius Bär braucht einen Doktor zur Behandlung der Wachstumsschmerzen. Mit dieser Aufgabe will der Verwaltungsrat den amtierenden SIX-Präsidenten Romeo Lacher betrauen, wie die Bank gestern bekannt machte. Der promovierte Betriebswirtschafter soll auf der nächsten Generalversammlung vom 10. April in das Aufsichtsgremium gewählt werden und auch gleich dessen Leitung übernehmen.

Der aktuelle Bär-Präsident Daniel Sauter, der die letzte grosse Expansionsphase des 129-jährigen Instituts überwacht hatte, will sich nach sieben Jahren als Präsident und nach zwölf Jahren im Verwaltungsrat nicht mehr wählen lassen.

Lacher ist Banker durch und durch

Unter Sauter hat Julius Bär die Summe der verwalteten Kundenvermögen auf fast 400 Milliarden Franken mehr als verdoppelt und die Zahl der Mitarbeiter um vier Fünftel auf über 6600 Personen erhöht. Doch seit einem Jahr fehlt dem Präsidenten das Zugpferd. Boris Collardi, der die Bank ab 2009 operativ geleitet hatte, ging Ende 2017 überraschend von Bord, um Partner bei der Genfer Privatbank Pictet zu werden. Seither ist das Wachstum praktisch zum Stillstand gekommen. Inzwischen kämpft der neue CEO Bernhard Hodler gegen hohe Kosten und für den guten Ruf der Bank.

Seitdem ein ehemaliger Mitarbeiter im Zusammenhang mit einem grossen Geldwäscheskandal um die staatliche venezolanische Erdölgesellschaft PDVSA in den USA zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt worden ist, hängt ein Schatten über ihr, obschon es bislang keine Anzeichen für eine Mitverantwortung der Bank zu geben scheint. Collardis abrupter Abgang und die abrupte Konsolidierung haben auch dem Aktienkurs nicht gut getan. 40 Prozent haben die Titel im Lauf der letzten zwölf Monate an Wert verloren.

Romeo Lacher soll die Dinge bei Julius Bär nun also wieder ins Lot bringen. «Ich habe gesunden Respekt vor dieser Aufgabe, nicht zuletzt mit Blick auf das herausfordernde Umfeld in der Bankenbranche», sagt er. Doch der bald 59-jährige Schweizer bringt mit, was seinem Vorgänger fehlte: Er ist ein Banker durch und durch. Während 26 Jahren war er für die Credit Suisse zunächst im heimischen Privat- und Firmenkundengeschäft und später im internationalen Vermögensverwaltungsgeschäft tätig. Der Aufstieg ins Top-Management blieb Lacher zwar verwehrt, doch der Manager bewährte sich als stiller Schaffer und zunehmend als Spezialist für die technischen Belange in den rückwärtigen Bereichen.

So qualifizierte er sich 2016 für den Posten als Präsident des Finanzmarktinfrastrukturbetreibers SIX, ein Gemeinschafts-unternehmen der Schweizer Banken. «Ich empfinde die Nomination wie eine Rückkehr zu meinen beruflichen Wurzeln», freut sich Lacher, dem man spontan zutraut, dass er bei Julius Bär wieder etwas mehr System und Ordnung schaffen kann. Nach der Ära Sauter-Collardi, die von vielen Akquisitionen gezeichnet war, braucht Bär diese Ruhe mehr denn je.

Gut steht der Bank auch eine weibliche Verstärkung des Verwaltungsrates an. Mit der ehemaligen ABN-Amro-Präsidentin Olga Zoutendijk steht den Aktionären am 10. April eine zweite branchenkundige Kraft zur Wahl. Nominiert ist mit Eunice Zehnder-Lai zudem eine Schweizerin, die beim Sanitärkonzern Geberit und beim Handelsunternehhmen DKSH als Verwaltungsrätin wirkt.

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