Sieben Fragen zum Velo-Transport: So gelingt der Ausflug garantiert stressfrei

Reisen mit dem Velo stellt oft eine Herausforderung dar, weil die Plätze in den Zügen der SBB beschränkt sind. Mit dieser Übersicht zum Selbstverlad sind Reisende optimal vorbereitet.

Sarah Kunz und Stefan Ehrbar
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Die Zugfahrt mit dem Velo verlangt eine sorgfältige Planung im Voraus. So klappt es.

Die Zugfahrt mit dem Velo verlangt eine sorgfältige Planung im Voraus. So klappt es.

Keystone

Der Herbst lädt ein zum Velofahren, Schweizer Seen entlang, das Bergpanorama im Hintergrund, die bunten Blätter unter dem Gummi. Nur die Aussicht, das Velo im Zug mitschleppen zu müssen, bremst bei vielen die Vorfreude auf die bevorstehende Fahrt. Denn in den Zügen der SBB gibt es häufig zu wenig Platz und die Velohaken sind für Mountain-Bikes teilweise zu klein. Eine sorgfältige Planung im Voraus kann da helfen. Mit dieser Übersicht können Sie sich auf Ihre Reise vorbereiten.

Wie viel kostet ein Velobillett?

Die SBB bieten mehrere Möglichkeiten. Für Kurzstrecken lohnt sich ein ermässigtes Billett zum Halbtax-Preis. Wer länger unterwegs ist, löst am besten gleich eine Velo-Tageskarte für 14 Franken. Für Velo-Ferien bieten die SBB zudem eine Multi-Tageskarte. Diese ist für sechs frei wählbare Tage gültig und kostet 84 Franken. Die SBB haben ausserdem einen ganzjährigen Velo-Pass für 240 Franken im Angebot. Er wird auf dem Swisspass-Abo gespeichert und kann nicht übertragen werden. Die Fahrausweise gelten jeweils bei den SBB, bei Privatbahnen, bei Postauto und weiteren Transportunternehmen. Kinder bis 16 Jahre können ihr Velo gratis mitnehmen, wenn sie von ihren Eltern mit einem gültigen Velobillett begleitet werden und selbst einen Fahrausweis besitzen.

Bei welchen Verbindungen ist ein Velotransport möglich?

Vor der Abfahrt sollten Reisende den Online-Fahrplan beachten. Dort zeigt ein Velosignet mit rechteckigem Rahmen beispielsweise die reservierungspflichtigen Züge an, ein durchgestrichenes Velosignet diejenigen, in denen ein Velotransport nicht möglich ist. Ausserdem ist im Online-Fahrplan sowie in der SBB-App ersichtlich, in welchen Sektoren die Wagen mit Veloplätzen halten. Diese Züge bieten entweder einen vorgesehenen Veloplatz oder Haken zum Aufhängen. An klassischen Ausflugstagen mit guten Wetteraussichten rechnen die SBB vor allem während den Stosszeiten in Zügen ins Tessin, Wallis, Berner Oberland, Seeland, in den Jura, nach Graubünden oder an den Bodensee mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen. Es ist folglich ratsam, vor allem dann auf andere Verbindungen umzusteigen, damit der Veloverlad stressfrei über die Bühne geht. Hat das Velo nämlich keinen Platz und steht es anderen Reisenden im Weg, kann der Transport sowohl in Zügen als auch in Bussen untersagt werden.

Welche Einschränkungen gelten?

Pro Person darf nur ein Velo mitgenommen werden, das nicht mit Velotaschen, Helmen oder ähnlichem beladen sein darf. Gemäss den SBB ist der Transport von Tandems, Liegevelos, Dreirädern und weiteren Velos, die länger als zwei Meter sind, aus Platz- und Sicherheitsgründen in IR-, IC- und EC-Zügen nicht möglich. Einzig Personen mit einer «Ausweiskarte für Reisende mit einer Behinderung» können ihr Tandem, Liegefahrrad oder Dreiradfahrrad für den Preis eines gewöhnlichen Velos aufgeben. Der Transport eines Veloanhängers ist gemäss den üblichen Preisen möglich.

Was muss bei einer Reservierung beachtet werden?

Noch bis zum 31. Oktober ist die Reservierung eines Veloplatzes in Intercity-Zügen via Jurasüdfuss und durch den Gotthard Basistunnel obligatorisch. Konkret gilt die Reservierungspflicht, die pro Velo 5 Franken kostet, für die Züge IC5 zwischen Genf und St. Gallen und IC51 zwischen Basel und Biel sowie für den IC2 zwischen Zürich und Lugano und den IC21 zwischen Basel und Lugano. Weil Postautos zudem nur eine beschränkte Anzahl Velos mitführen können, ist eine Reservierung auf einigen Linien erforderlich. Wie CH Media erfahren hat, könnte die Veloreservation auf alle Fernverkehrszüge ausgeweitet werden. Die SBB wollen diese Information aber weder bestätigen noch dementieren.

Wie reagieren die SBB auf das erhöhte Aufkommen?

Alleine im Juni stieg die Zahl der verkauften Velotageskarten laut SRF im Vergleich zum Vorjahresmonat um über 65 Prozent auf 80'000. An Wochenenden bietet die SBB seit dem 4. Juli erhöhte Velo-Kapazitäten auf der Strecke Zürich-Chur an. Mittlerweile wurde das Angebot auf zehn Züge ausgeweitet. An Sonntagen sind laut SBB in Chur, Landquart und Visp Mitarbeitende auf den Perrons unterwegs, um Reisende mit Velos zu den Wagen mit Veloplätzen zu lenken. Zudem habe man aufgrund der Nachfrage weitere Züge mit einem Wagen mit grossem Veloabteil ausgerüstet. Auch auf der Strecke Bern-Brig werden noch bis am 25. Oktober auf sechs Zügen an den Wochenenden die Gepäckabteile geöffnet und von Mitarbeitern bedient.

Welche Alternativen gibt es?

Vollständig lassen sich die Kapazitätsengpässe nicht beheben. Die SBB schlagen deshalb Alternativen wie der Veloversand oder die Velomiete mittels Rent a Bike vor. So müsse das Velo nicht selbst transportiert werden. Mietvelos gibt es schweizweit an rund 130 Stationen, davon an über 20 SBB Bahnhöfen. Der Versand eines Velos, eines Veloanhängers oder eines Elektrovelos bis maximal 25 Kilogramm kostet bei den SBB 18 Franken.

Welche Möglichkeiten bieten die SBB, wenn die Reise über die Landesgrenze hinweg erfolgt?

Eine internationale Fahrradfahrkarte kann für Fahrten nach Belgien, Dänemark, Deutschland, Italien, Kroatien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Polen, Serbien, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn gelöst werden. Sie kostet 20 Franken und beinhaltet die obligatorische Reservierung in der Schweiz sowie für den ersten grenzüberschreitenden Zug. Jede Anschlussreservierung kostet weitere 5 Franken. Die Fahrradkarte für internationale Reisen besteht aus zwei Teilen: einem Billett mit Preisaufdruck für die Kontrolle und einem zweiten Billettbeleg ohne Preisaufdruck. Dieses muss an den Speichen oder dem Gepäckträger des Velos befestigt werden.