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Proteste legen Betrieb an Hongkongs Flughafen lahm

Aus Wut über immer brutalere Polizeigewalt hat Hongkongs Protestbewegung den Betrieb auf dem Flughafen der Stadt zum Erliegen gebracht. Der Airport, einer der belebtesten weltweit, strich ab Montagnachmittag sämtliche Flüge für den Tag.
Aktivisten skandierten im Flughafen Parolen: Die Polizei solle einem Demonstranten, der durch ein Gummigeschoss schwer im Gesicht verletzt worden war, sein Auge «zurückgeben». (Bild: KEYSTONE/EPA/JEROME FAVRE)Aktivisten skandierten im Flughafen Parolen: Die Polizei solle einem Demonstranten, der durch ein Gummigeschoss schwer im Gesicht verletzt worden war, sein Auge «zurückgeben». (Bild: KEYSTONE/EPA/JEROME FAVRE)
Wegen Protesten ist der Flughafen in Hongkong lahmgelegt. (Bild: KEYSTONE/AP/VINCENT THIAN)Wegen Protesten ist der Flughafen in Hongkong lahmgelegt. (Bild: KEYSTONE/AP/VINCENT THIAN)
Tausende Demonstranten versammelten sich in der Abflug- und Ankunftshalle des internationalen Flughafens in Hongkong, um gegen die Regierung und die Polizeigewalt zu protestieren. (Bild: KEYSTONE/AP/VINCENT THIAN)Tausende Demonstranten versammelten sich in der Abflug- und Ankunftshalle des internationalen Flughafens in Hongkong, um gegen die Regierung und die Polizeigewalt zu protestieren. (Bild: KEYSTONE/AP/VINCENT THIAN)
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Proteste legen Betrieb an Hongkongs Flughafen lahm

(sda/dpa/afp)

Tausende Demonstranten hatten Abflugs- und Ankunftshalle belagert. Wie der Flughafen mitteilte, wurde der Check-in für die verbliebenen Flüge wegen ernsthafter Störungen des Betriebs ausgesetzt. Zuvor hatten noch Maschinen in der chinesischen Sonderverwaltungszone abheben können.

Die Lufthansa hat wegen der anhaltenden Proteste am Flughafen Hongkong mehrere Flüge in die Millionenmetropole gestrichen. Betroffen sind Lufthansa-Verbindungen von München und Frankfurt sowie der Swiss nach Zürich, wie ein Konzernsprecher am Montag mitteilte. Die Entscheidung gelte zunächst nur für den Montag, die Lage müsse in den Folgetagen jeweils neu bewertet werden.

Schwarz gekleidete Aktivisten skandierten im Flughafen Parolen. Die Polizei solle einer Demonstrantin, die am Wochenende durch ein Gummigeschoss schwer im Gesicht verletzt worden war, ihr Auge «zurückgeben». Viele der Demonstranten trugen aus Protest Augenbinden mit roter Farbe.

Auch zeigten sie Bilder von Polizisten, die mit Schlagstöcken und Tränengas gegen die Demonstranten vorgegangen waren. Viele der Regierungsgegner verliessen am frühen Abend den Flughafen. Einige Hundert blieben aber zunächst im Gebäude, wie die Hongkonger Zeitung «South China Morning Post» berichtete.

China mit Drohgebärde

Derweil übte sich Peking in martialischer Symbolik. Zeitgleich mit den Protesten am Flughafen veröffentlichte die staatliche Zeitung «Global Times» am Montag ein Video, das Polizeieinheiten mit gepanzerten Fahrzeugen in Shenzhen, der Nachbarstadt Hongkongs, zeigte. Die Polizei bereitet sich demnach auf eine Übung vor. Ein ähnliches Manöver mit Tausenden Polizisten hatte es in Shenzhen schon in den vergangene Wochen gegeben.

Chinas Regierung mahnt immer energischer, die Ordnung in der Sonderverwaltungszone wieder herzustellen und die Gewalt zu beenden. Yang Gang, der Sprecher der für Hongkong zuständigen Behörde, warf den gewaltbereiten Demonstranten am Montag «erste Anzeichen von Terrorismus» vor. In den letzten Tagen hätten «radikale Demonstranten» wiederholt Polizisten mit «äusserst gefährlichen Werkzeugen» angegriffen.

Dies sei eine ernsthafte Bedrohung für die Sicherheit der Menschen in Hongkong. Die «Kriminellen» müssten so schnell wie möglich vor Gericht gebracht werden, sagte der Sprecher weiter.

Bereits in den letzten drei Tagen hatten Demonstranten am Flughafen gegen die Regierung demonstriert. Der Flugbetrieb verzögerte sich deshalb aber nicht gross.

In der einstigen britischen Kronkolonie Hongkong kommt es seit mehr zwei Monaten immer wieder zu massiven Protesten, die regelmässig mit Ausschreitungen enden. Am Wochenende war es in der Finanzmetropole erneut zu heftigen Zusammenstössen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen.

Die Polizei setzte Schlagstöcke und Gummigeschosse ein. Tränengas wurde auf den Strassen und erstmals auch im Inneren einer U-Bahnstation verschossen. Gewaltbereite Demonstranten warfen Steine. Die Polizei warf Regierungsgegnern vor, Einsatzkräfte mit Brandsätzen verletzt zu haben.

Auslöser für die Demonstrationen war ein - inzwischen auf Eis gelegter - Gesetzentwurf zur Auslieferung mutmasslicher Krimineller an China. Die Demonstrationen entwickelten sich zu einer breiteren Bewegung. Viele Menschen befürchten einen zunehmenden Einfluss Pekings auf das Leben in der Finanzmetropole und fordern demokratische Reformen.

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