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Postfinance erleidet Gewinneinbruch – Höhere Gebühren sind geplant

Die Postfinance hat im ersten Halbjahr 2018 einen Gewinneinbruch erlitten. Und weil das Zinsgeschäft unter Druck bleibt, dürften die Gewinne weiter schmelzen. Die Kundschaft muss sich auf höhere Gebühren einstellen.
Die negative Entwicklung beim Gewinn wird sich laut der Post-Tochter fortsetzen. (Bild: KEYSTONE/PETER KLAUNZER)

Die negative Entwicklung beim Gewinn wird sich laut der Post-Tochter fortsetzen. (Bild: KEYSTONE/PETER KLAUNZER)

(sda/awp)

Ganz überraschend kam der Rückgang nicht, hatte er sich doch bereits im ersten Quartal abgezeichnet. "Die negative Entwicklung entspricht aufgrund der anhaltenden Tiefzinsphase an den Geld- und Kapitalmärkten den Erwartungen", kommentierte die Post-Tochter am Donnerstag den Semesterausweis.

Konkret nahm der Halbjahresergebnis um rund zwei Drittel auf 125 Millionen Franken ab. Etwas weniger dramatisch, aber ebenfalls hoch, war das Minus beim gesamten Geschäftsertrag mit rund einem Viertel auf 683 Millionen Franken.

Negativzinsen: Tieferer Schwellenwert für Privatkunden

Der Gewinnrückgang wurde massgeblich durch einen um 82 Millionen tieferen Zinserfolg verursacht. "Das Zinsgeschäft ist unser Kerngeschäft. Es ist aber wegen der Negativzinsen unter Druck", sagte CEO Hansruedi Köng.

Vor allem das von der Politik auferlegte Kreditverbot mache das Geschäft schwierig. So kann die Postfinance bekanntlich keine eigenen Hypotheken an Kunden vergeben. Während die meisten Banken ihre Zinsmarge konstant hätten halten können, sei das bei der Postfinance wegen des Verbots nicht möglich, sagte Köng.

Zwischen 2014 und 2016 habe man das Zinsergebnis noch einigermassen stabil halten können, indem man parallel zu den tieferen Erträgen für Anlagen die Zinsen für die Guthaben der Kunden gesenkt habe, ergänzte Finanzchef Kurt Fuchs. Dies sei nun aber nicht mehr möglich. Im Gegenteil werde das Zinsergebnis noch weiter sinken, weil in nächster Zeit weitere Anlagen mit relativ hohen Zinsen ausliefen.

Für den grossen Gewinnrückgang zum Vorjahr war allerdings auch ein relativ hoher Sondereffekt (Gewinn aus dem Verkauf von zwei Aktienportfolios) verantwortlich. Aber auch ohne diesen wäre der Gewinn um rund die Hälfte eingebrochen, wie Fuchs vorrechnete.

Details folgen im Herbst

Der Finanzdienstleister sieht allerdings auch «Lichtblicke». So brachte das Kommissionsgeschäft rund 15 Millionen Franken mehr ein. «Es ist angesichts des schwierigen Zinsumfeldes umso wichtiger, dass wir unsere Ertragsstruktur diversifizieren», sagte Köng. Die Kunden nähmen Postfinance vermehrt auch als Anlagebank wahr und würden die neuen Angebote nachfragen.

Aber auch die Kunden bekommen die schwierige Situation vermehrt zu spüren. Um die Einnahmen zu steigern, seien Gebührenerhöhungen unumgänglich, sagte Köng. Wie diese genau aussehen werden, will Postfinance in der ersten Hälfte Oktober bekannt geben.

Schwelle für Negativzinsen sinkt

Die besonders reiche Kundschaft kann sich schon einmal auf Negativzinsen einstellen. Bekanntlich parkiert Postfinance wegen des Kreditverbotes und «mangels rentabler Anlagemöglichkeiten» einen Teil ihrer Kundengelder bei der Nationalbank (SNB). Die Negativzinsen, die sie dafür der SNB bezahlen muss, verrechnet sie teilweise den Kunden in Form von Gebühren. Trotzdem seien dem Institut in den letzten zwölf Monaten über 3,6 Milliarden Franken an neuen Kundengeldern zugeflossen.

Man sehe sich deshalb gezwungen, per 1. Oktober den Schwellenwert für solche Gebühren bei den Privatkunden von bisher einer Million Franken auf neu 500'000 Franken zu senken. Bei den Geschäftskunden würden die bereits früher eingeführten Massnahmen derweil «noch konsequenter angewendet», hiess es.

Postfinance geht davon aus, dass von den neuen Gebühren rund 6'000 bis 7'000 zusätzliche Privatkunden betroffen sein werden. Die überwiegende Mehrheit der 2,5 Millionen Privatkunden werde damit auch weiterhin keine Gebühr zahlen müssen.

Stellenabbau bestätigt

Wegen der Ertragsausfälle gibt es auch Sparmassnahmen. So sank etwa der durchschnittliche Personalbestand im Vergleich zum ersten Semester um 131 Personeneinheiten. Der Personalaufwand ging dadurch um 7 Millionen Franken zurück.

Angesichts der einbrechenden Ertragsseite braucht es also mehr. Postfinance hat bereits im Juni angekündigt und nun bestätigt, dass sie bis Ende 2020 rund 500 Stellen abbauen will. Dabei wird es - wie bereits angekündigt - auch zu Kündigungen kommen.

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