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EZB-Zinsen bleiben über Sommer 2019 hinaus auf Rekordtief

Die Europäische Zentralbank (EZB) erwartet frühestens in rund einem Jahr die nächste Zinserhöhung. Der Leitzins liegt derzeit auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent und soll noch «über den Sommer» 2019 hinaus auf diesem Niveau bleiben.
Will noch lange an den tiefen Zinsen festhalten: EZB-Chef Mario Draghi. Dieser widersprach damit einem anderen Mitglied des EZB-Rates. (Bild: KEYSTONE/EPA/ARMANDO BABANI)

Will noch lange an den tiefen Zinsen festhalten: EZB-Chef Mario Draghi. Dieser widersprach damit einem anderen Mitglied des EZB-Rates. (Bild: KEYSTONE/EPA/ARMANDO BABANI)

(sda/awp/reu)

Mit diesen Worten bekräftigte EZB-Präsident Mario Draghi am Montag vor einem Ausschuss des Europa-Parlaments in Brüssel die offizielle Position der Notenbank. EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny hingegen hatte sich zuletzt für einen schnelleren Ausstieg der EZB aus der ultralockeren Geldpolitik ausgesprochen.

SNB-Zinsen dürften auch tief bleiben

Damit dürften uns die tiefen Zinsen auch in der Schweiz noch eine Weile begleiten. Denn die Schweizerische Nationalbank (SNB) orientiert sich primär an der Zinsdifferenz zur Eurozone, um eine Aufwertung des Schweizer Frankens nach Möglichkeit zu verhindern. Sie wird daher kaum den ersten Schritt unternehmen.

Die EZB hatte Mitte September einen weiteren Mini-Schritt in Richtung einer strafferen Geldpolitik beschlossen. Ab Oktober sollen die monatlichen Anleihenkäufe auf 15 Milliarden Euro halbiert werden. Sofern die Konjunktur mitspielt, sollen die vor allem in Deutschland umstrittenen Transaktionen zum Jahresende ganz eingestellt werden. Dann werden sie ein Volumen von 2,6 Billionen Euro erreicht haben.

Draghi sprach vor den Abgeordneten von einer «relativ starken» Zunahme des Preisdrucks. Finanzmarktexperten werteten dies als Zungenschlag in Richtung einer strafferen Geldpolitik. «Das 'stark' ist eine deutliche Sprache», sagte Analyst Arne Petimezas vom Finanzdienstleister AFS Group. Auch Martin van Vliet von der Grossbank ING sprach von einer bedeutsamen Wortwahl. Draghi erklärte zudem, dass die Lage am Arbeitsmarkt das Lohnwachstum ankurble.

Brexit wirkt sich noch kaum auf Euro-Wirtschaft aus

Der geplante EU-Austritt Grossbritanniens wirkt sich nach Draghis Worten bislang eher gering auf die Wirtschaft der Euro-Zone aus. Insgesamt seien die Folgen für die Realwirtschaft nach Schätzungen der EZB wohl «recht gedämpft». Die EZB beobachte die Verhandlungen zwischen der EU und der Regierung in London sehr aufmerksam und arbeite gut mit der britischen Notenbank zusammen.

Zugleich mahnte Draghi, dass der Euro-Raum auch Folgen des Handelsstreits zwischen den USA und China deutlich spüren werde. Dies gelte für den Fall, dass die angekündigten Schritte voll umgesetzt werden und womöglich weitere folgen. Im Konflikt der beiden grössten Wirtschaftsmächte der Welt traten zu Wochenbeginn weitere Zölle in Kraft.

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