Daimler verzeichnet wegen Corona-Krise Quartalsverlust

Der deutsche Autokonzern Daimler ist wegen der Corona-Pandemie im zweiten Quartal 2020 in die roten Zahlen gerutscht. Von April bis Juni erlitt das Unternehmen laut vorläufigen Ergebnissen einen Verlust vor Zinsen und Steuern in Höhe von 1,68 Milliarden Euro.

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Dunkle Wolken über dem Daimler-Konzern. Im zweiten Quartal 2020 hat das Unternehmen mit Sitz in Stuttgart einen Verlust in Milliardenhöhe eingefahren.

Dunkle Wolken über dem Daimler-Konzern. Im zweiten Quartal 2020 hat das Unternehmen mit Sitz in Stuttgart einen Verlust in Milliardenhöhe eingefahren.

KEYSTONE/AP/Marijan Murat
(sda/afp)

Abgesehen vom Vorjahresquartal, in dem Daimler aufgrund von Rückstellungen wegen des Dieselskandals in die Verlustzone geraten war, war es laut Angaben von Daimler der erste Quartalsverlust für den Konzern seit der Finanz- und Wirtschaftskrise 2009.

Daimler musste bereits in den ersten drei Monaten des Jahres wegen der Corona-Pandemie einen deutlichen Gewinnrückgang hinnehmen. Von Januar bis März brach der Gewinn nach Unternehmensangaben um 92 Prozent ein und betrug 168 Millionen Euro. Der Umsatz ging um 6 Prozent auf 37,2 Milliarden Euro zurück.

«Hinter uns liegt ein komplexes Quartal», erklärte Daimler-Chef Ola Källenius am Donnerstag. Zwar habe der Konzern «die Chancen der Markterholung» nutzen können. Aber es bleibe viel zu tun.

«Wir müssen unsere systematischen Bemühungen fortsetzen, die Gewinnschwelle des Unternehmens durch Kostenreduktion und Kapazitätsanpassungen weiter zu senken», betonte Källenius.

Der Daimler-Chef hatte bei der virtuellen Hauptversammlung seines Konzerns in der vergangenen Woche angesichts des coronabedingt deutlichen Absatzrückgangs im ersten Halbjahr striktere Sparmassnahmen angekündigt.

Wegen der Corona-Krise droht bei Daimler ein deutlich grösserer Stellenabbau als bisher bekannt. Personalvorstand Wilfried Porth hatte am Wochenende trotz einer bis 2029 geltenden Beschäftigungssicherung bei dem Konzern auch betriebsbedingte Kündigungen nicht mehr ausgeschlossen. Mehr als 15'000 Mitarbeiter müssten demnach auf freiwilliger Basis ausscheiden, damit dies vermieden werden könne.