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Chef von Bergbaukonzern tritt nach Dammbruch-Tragödie zurück

Rund fünf Wochen nach dem verheerenden Dammbruch bei einem Bergwerk des Eisenerz-Produzenten Vale in Brasilien sind der Konzernchef und weitere Führungskräfte zurückgetreten. Das Unternehmen sprach am Samstag von einem Abschied bis auf weiteres.
Bei dem Dammbruch im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais wurden im Januar vermutlich mehr als 300 Menschen verschüttet und getötet. (Bild: KEYSTONE/EPA EFE/ANTONIO LACERDA)

Bei dem Dammbruch im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais wurden im Januar vermutlich mehr als 300 Menschen verschüttet und getötet. (Bild: KEYSTONE/EPA EFE/ANTONIO LACERDA)

(sda/reu/dpa)

Der Verwaltungsrat habe das Rücktrittsgesuch des Vorstandvorsitzenden Fabio Schvartsman sofort akzeptiert. Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft dem Unternehmen empfohlen, ihn und andere hochrangige Mitarbeiter zu entlassen. Bei dem Dammbruch an einem Rückhaltebecken im Bundesstaat Minas Gerais wurden im Januar vermutlich mehr als 300 Menschen getötet und grosse Mengen an giftigem Schlamm freigesetzt.

Zuletzt mehrten sich die Hinweise, dass der brasilianische Konzern von einem erhöhten Bruchrisiko wusste. Zudem sollen sich Inspektoren unter Druck gesetzt gefühlt haben, das Bauwerk als sicher einzustufen. Der deutsche TÜV Süd hatte den Damm im August 2018 geprüft und Massnahmen zur Stabilisierung angeregt. Erst vor vier Jahren hatte der Bruch eines von Vale betriebenen Damms eine grosse Umweltkatastrophe in Brasilien verursacht.

Chef verteidigt sein Handeln

Schvartsman bat den den Verwaltungsrat in einem Brief der von der Zeitung «Folha de S.Paulo» veröffentlicht wurde, ihn «vorübergehend» von seinem Posten entlassen zu werden. Zugleich verteidigte er sein Vorgehen. Er sei fest davon überzeugt, dass sein Handeln absolut angemessen und korrekt gewesen und er die Sicherheitsnormen im Unternehmen beachtet habe. Den Konzern führen soll nun einstweilen der Leiter der Sparte Basismetalle, Eduardo Bartolomeo.

Der Damm an der konzerneigenen Mine Córrego do Feijão war am 25. Januar geborsten. Rund zwölf Millionen Kubikmeter rötlichen Schlamms ergossen sich über die Stadt Brumadinho und Teile angrenzender Siedlungen im Südosten des Landes. Der Zivilschutz setzte die Zahl der offiziell bestätigten Toten zuletzt auf 186 hoch, weitere 122 Menschen gelten mehr als einen Monat nach der Tragödie als vermisst. Die Ermittlungen der brasilianischen Justiz sind noch nicht beendet.

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