Zweites Top-Ten-Resultat für Gasparin

Die Schwestern Aita (10.) und Elisa Gasparin (16.) schiessen an der Biathlon-WM in Antholz in der Verfolgung sehr stark. In den Kampf um die Medaillen können sie aber nicht eingreifen.

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Aita Gasparin läuft in Antholz zu Bestform auf.

Aita Gasparin läuft in Antholz zu Bestform auf.

KEYSTONE/EPA/ANDREA SOLERO
(sda)

Während Aita und Elisa Gasparin durchaus gut gelaunt ihre TV-Interviews gaben, zitterte hinter ihnen die Haupttribüne der Südtirol Biathlon Arena bedrohlich. Erst jubelten die zahlreichen norwegischen Fans für die drittplatzierte Sprint-Siegerin Marte Olsbu Röiseland, dann noch mehr Zuschauer aus Deutschland für die erste deutsche Medaille dieser WM durch Denise Herrmann und schliesslich brandete der tosende Applaus für die wenige Kilometer entfernt im Antholzertal aufgewachsene Dorothea Wierer auf, die dem Druck der Heim-WM standhielt und dank nur eines Schiessfehlers ihr insgesamt zweites WM-Gold holte.

Auf diese erste WM-Medaille der Geschichte warten die Schweizerinnen noch immer, weil die falschen Athletinnen gut schiessen - oder umgekehrt. Die 26-jährige Aita Gasparin bestätigte ihren 10. Platz vom Sprint mit einem zweiten, fast fehlerlosen Schiessen. Einzig liegend blieb eine Scheibe schwarz. Den Fehler konnte sich die stets gut schiessende Jüngste der Gasparin-Schwestern noch nicht genau erklären. Noch besser machte es am Sonntag die zwei Jahre ältere Elisa Gasparin. Sie traf als eine von nur zwei Läuferinnen alle 20 Scheiben und stiess so vom 50. auf den 16. Platz vor. Wäre die Verfolgung ein Rennen für sich gewesen, hätte sie den 7. Rang belegt.

Mit ihren Leistungen waren Aita und Elisa Gasparin zufrieden, mehr ist wegen ihrer läuferischen Limiten nicht möglich. «Das ist ein mega Resultat, vor dem Start hätte ich einen 10. Platz auf jeden Fall genommen», sagte Aita. «Es lohnt sich, auf meinem Niveau die Zeit beim Laufen zu investieren, um dann gut zu schiessen.» In der Loipe wurde sie jeweils von einer ganzen Reihe von Läuferinnen überholt, an denen sie dann im Schiessstand wieder vorbeizog. Elisa schoss sogar erstmals in ihrer Karriere viermal null. «Es war ein perfektes Rennen heute, schade war ich im Sprint nicht etwas weiter vorne. Aber es zeigt sich, dass es sich auch von Platz 50 zu kämpfen lohnt.»

Leider kommen auf der anderen Seite die beiden Schweizerinnen, die in der Loipe mit den Schnellsten mithalten können, mit dem anspruchsvollen Schiessstand in Antholz überhaupt nicht zurecht. Lena Häcki hatte sich gar nicht erst für die Verfolgung qualifiziert, Selina Gasparin fiel nach sechs Fehlern vom 25. auf den 40. Platz zurück. «Vielleicht muss ich noch eine liebe Fee finden, die die Scheiben weiss macht», meinte die Olympia-Zweite von 2014 mit einem Anflug von Galgenhumor.

Weiter geht es für die Frauen am Dienstag mit dem Einzelwettkampf. Die Staffel, in der sie in diesem Winter so oft brilliert haben, steht am Samstag im Programm.