WM-Debütantinnen - und dennoch Medaillenhoffnungen

Die aufstrebenden Curlerinnen des CC Oberwallis um Skip Elena Stern beginnen am Samstag im kanadischen Prince George ihren ersten internationalen Titelkampf, die Weltmeisterschaft der Frauen.

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Skip Elena Stern will an ihrer ersten Weltmeisterschaft auf sich aufmerksam machen
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Eine Adelbodnerin und eine Stadtzürcherin vereint: Céline Koller (links) und Elena Stern

Skip Elena Stern will an ihrer ersten Weltmeisterschaft auf sich aufmerksam machen

KEYSTONE/VALENTIN FLAURAUD
(sda)

Céline Koller, Lisa Gisler, Elena Stern und die auf der vierten Position spielende Briar Hürlimann, Tochter von Olympiasieger Patrick Hürlimann, sind 24 bis 26 Jahre alt und bilden für ein für den Curlingsport junges Team. In den letzten Jahren haben sie sich der Weltspitze im Schnellzugstempo genähert. In der mit etlichen kanadischen Formationen besiedelten Weltrangliste sind sie unter die ersten zehn vorgestossen - auch dank ihrem ersten Turniersieg auf der World Tour vom letzten Oktober.

Die Spielstärke der vier bekamen zuletzt an der Schweizer Meisterschaft in Thun auch die aktuellen Weltmeisterinnen des CC Aarau um Skip Silvana Tirinzoni zu spüren. Sie mussten sich von Sterns Team in der Round Robin wie auch im Final dominieren lassen, weshalb sie ihren Titel am WM-Turnier nicht verteidigen können.

An internationalen Meisterschaften sind Koller, Gisler, Stern und Hürlimann also Neulinge. Als Anfängerinnen sind sie jedoch keineswegs zu sehen. Dank zahlreichen Turniereinsätzen vorwiegend in Kanada bringen sie Erfahrung mit und die Gewissheit, dass sie die besten Teams der Welt jederzeit besiegen können.

Die stärksten Gegnerinnen sind Bekannte

Elena Stern verweist auf den Unterschied zwischen dem Eis in einer Curlinghalle und jenem in einer grossen Arena. «Aber wir sollten uns rasch daran gewöhnen können», sagt die 25-jährige Zürcherin. 2015 bewies Alina Pätz mit ihrem Badener Team, dass Neulinge schon an ihrer ersten Weltmeisterschaft nicht nur eine Medaille, sondern sogar den Titel holen können.

An der WM in den kanadischen Provinz British Columbia werden es die Schweizerinnen mit erstklassigen Gegnerinnen zu tun bekommen, die sie jedoch von der World Tour bestens kennen. Als Topfavoritinnen starten die kanadischen Weltranglisten-Ersten um Skip Kerri Einarson. Weitere klare Medaillenanwärter sind Schottland (Eve Muirhead) und Europameister Schweden (Anna Hasselborg).

Das Frauenteam des CC Oberwallis ist ein Flickwerk, wie es etliche erfolgreiche Schweizer Teams, auch bei den Männern, schon waren. Elena Stern und Briar Hürlimann lernten sich an der Junioren-WM 2014 in Flims kennen, als Stern Ersatzspielerin in Hürlimanns Team Bern-Glarus war. An der Junioren-WM 2015 in Tallinn spielten sie auf den Positionen 1 und 4 gemeinsam, Skip war jetzt Lisa Gisler. Später kam die ebenfalls ambitionierte Céline Koller dazu, die sie aus dem Mixed-Curling kannten. So setzt sich denn nun die Formation des CC Oberwallis aus einer Zürcherin (Stern), einer Zugerin (Hürlimann), einer Oltnerin (Gisler) und einer Adelbodnerin (Koller) zusammen.

In Brig-Glis entstand 2017 eine moderne Curlinghalle mit Zentrumscharakter. Der aus dem CC Visp hervorgegangene innovative CC Oberwallis wurde für die vier Spielerinnen von dort weg zum abgelegenen Stützpunkt.

Start zur Olympia-Qualifikation

An den Weltmeisterschaften 2020 beginnt sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2022 in Peking. Gastgeber China ist für die jeweiligen Zehner-Felder gesetzt. Aufgrund der Rangpunkte an den WM-Turnieren 2020 und 2021 erhalten pro Geschlecht sieben Nationen Quotenplätze. Die zwei verbleibenden Startplätze pro Geschlecht werden unter den noch nicht qualifizierten Nationen an separaten Turnieren im Dezember 2021 vergeben.