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Witolinsch will sich selber prüfen

Vor einer Woche regelte Harijs Witolinsch in Davos die letzten Details. Am Donnerstag coachte der 50-jährige Lette und Wahlschweizer den HCD gegen die Nürnberg Ice Tigers schon zum vierten Mal.
Der Davoser Headcoach Harijs Witolinsch könnte langfristige Lösung (Bild: KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER)

Der Davoser Headcoach Harijs Witolinsch könnte langfristige Lösung (Bild: KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER)

(sda)

Witolinsch will sich in Davos primär selber prüfen. Er kam 1992 in die Schweiz. Für ihn war die Schweiz ein Traumland, auch wenn er vor 26 Jahren noch nicht ahnte, dass er später im Thurgauischen sesshaft werden würde.

In Chur spielte er in der NLA, skorte mehr als einen Punkt pro Spiel. Marcel Wick, der Vater von Roman Wick, stand im selben Team. Beim HC Davos, damals noch zweitklassig, versuchte sich Jann Billeter noch als Eishockeyaner und noch nicht als TV-Mann.

Harijs Witolinsch stieg mit Chur ab und wieder auf. Er wurde zweimal NLB-Meister. Er spielte mehr als dreimal öfter in der NLB als in der NLA. Später begann er seine Trainerkarriere bei Pikes Oberthurgau in der 2. Liga. Aber auch als Coach blieb er bislang ein Schattenmann. In Moskau bei Dynamo war er anderthalb Jahre lang Headcoach, vor genau zwei Jahren folgte die Entlassung. Daneben wirkte er meist als Assistent: bei Dynamo, SKA St. Petersburg, Lettland, Russland. Als Assistent gewann Witolinsch mit Moskau die KHL und mit Russland WM- und Olympia-Gold.

Vor einem knappen Monat, nachdem Arno Del Curto am 27. November abgetreten ist, bewarb er sich beim HCD. Drei Wochen später erhielt er den Zuschlag. «Ich erachte das als eine Prüfung für mich», sagt Witolinsch. «Ich will schauen, ob ich etwas verändern kann, ob es mir gelingt, das Steuer herumzureissen und die Mannschaft mitzureissen. Das Team ist besser als man denkt, wenn man auf die Tabelle blickt. Und deshalb bin ich da.»

Witolinsch erhielt vom Klub eine klare Vorgabe: Der Klassenerhalt muss sichergestellt werden. Alles andere tönt im Moment utopisch. Der Rückstand auf Platz 10, der nach der Abstiegsrunde zum Ligaerhalt ausreicht, beträgt 15 Punkte. Zum letzten Playoff-Platz fehlen 17 Punkte, vor einer Woche waren es sogar 21.

Witolinsch: «Auf die Tabelle dürfen wir im Moment nicht achten. Wir müssen Spiel um Spiel nehmen.» Die Mannschaft, die Witolinsch vor einer Woche antraf, überraschte ihn positiv: «Das Team war intakt, die Stimmung positiv. Ich sehe Fortschritte und viele gute Sachen - beispielsweise am Mittwoch im Spiel gegen Kanada. Alles erwartete, dass Kanada uns überrennen würde. Aber in der zweiten Spielhälfte zwangen wir das Team Canada fast ausschliesslich zu Defensivarbeit.»

Ab Samstag will der HC Davos in den K.o.-Spielen des Spengler Cups um den Turniersieg mitreden. «Das sind wir unseren Fans schuldig», so Witolinsch. Aber: Ob Witolinsch seine Mission im Bündnerland erfüllt, und ob er nächsten Sommer in Davos bleiben darf, das wird sich erst im Februar und März entscheiden.

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