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Wilson: «Ich bin schwer zu schlagen»

Sprinter Alex Wilson sorgt mit seinen Sprüchen immer wieder für Lacher. Diesmal will er aber nicht lafern, sondern liefern.
Alex Wilson strahlt Zuversicht aus (Bild: KEYSTONE/WALTER BIERI)

Alex Wilson strahlt Zuversicht aus (Bild: KEYSTONE/WALTER BIERI)

(sda)

Die erste Hürde über 100 m hat Wilson problemlos genommen. Er gewann den Vorlauf kräfteschonend in 10,32 Sekunden. Alles andere wäre eine Enttäuschung gewesen. Schliesslich ist der 28-jährige Basler mit grossen Ambitionen nach Berlin gereist. Allerdings dürfte in der Königsdisziplin der Final das höchste der Gefühle sein, auch wenn er zuletzt das Augenmerk auf diese Strecke gelegt hat.

Anders präsentiert sich die Ausgangslage über 200 m. Dort waren 2018 nur zwei Europäer schneller als Wilson, der an den nationalen Meisterschaften in Zofingen 20,14 Sekunden lief. Es war für den gebürtigen Jamaikaner bereits der vierte Schweizer Rekord über die halbe Bahnrunde in diesem Jahr. Worauf führt er die Steigerung zurück? «Ich habe in dieser Saison so hart wie noch nie trainiert», sagte Wilson. «Vor allem machten wir mehr Ausdauer».

So musste er jeden Samstag eine Strecke von fünf Kilometern zurücklegen. Auch Läufe über 600 m standen an. Manchmal zweifelte Wilson daran, ob das Programm aufgehen würde. Als er Mitte Mai im ersten Saisonrennen in Kingston in Jamaika eine Zeit von 20,95 Sekunden erzielte, sah er seine Befürchtungen bestätigt. Zwei Wochen später in Basel kam er dann aber nach 20,29 Sekunden ins Ziel. Von da an wusste er, dass er auf dem richtigen Weg ist.

«Diesmal stimmt das Timing»

Wilson hatte sich im Herbst 2016 einer Trainingsgruppe in London von Lloyd Cowan und Clarence Callender angeschlossen. Das scheint nun Früchte zu tragen. Vor dem ersten Saison-Wettkampf bereitete er sich während drei Monaten in Orlando im Bundesstaat Florida vor. Dort trainierte er unter anderen mit dem 100-m-Weltmeister Justin Gatlin, einem begnadeten Starter. «Das war mega cool. Er zeigte mir kleine Details.» So lernte Wilson, die Arme richtig einzusetzen. Auch das regelmässige Messen mit Gatlin half ihm. «Wir redeten viel miteinander, auch viel Blödsinn», so der gebürtige Jamaikaner mit einem Schmunzeln.

Wilson muss allerdings erst noch den Beweis erbringen, auch an internationalen Meisterschaften die Leistung abrufen zu können. Die beste EM-Klassierung ist der 7. Rang über 200 m vor zwei Jahren in Amsterdam. Warum ist es diesmal anders? «Ich war bislang noch nie fit an einem Grossanlass. Ich setzte die Schweizer Meisterschaften als hohes Ziel, danach ging es jeweils bergab. Diesmal stimmt das Timing.»

Verspürt er überhaupt keinen Druck? «Wieso sollte ich mir Druck machen? Ich bin schnell unterwegs. Ich weiss, dass ich nicht einfach zu schlagen bin.» Zusätzliche Motivation gibt ihm, dass er kürzlich Vater geworden ist. Die Vorzeichen sind also gut, dass dem Gerede von einer Medaille diesmal auch Taten folgen.

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