Williams nach hartem Kampf im Halbfinal

Serena Williams bleibt am US Open auf Kurs Richtung 24. Grand-Slam-Titel. Mit einem Dreisatz-Sieg gegen Tsvetana Pironkova zieht die bald 39-jährige Amerikanerin in die Halbfinals ein.

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Schrei der Erlösung: Serena Williams zog nach dem Verlust des ersten Satzes doch noch in die US-Open-Halbfinals ein

Schrei der Erlösung: Serena Williams zog nach dem Verlust des ersten Satzes doch noch in die US-Open-Halbfinals ein

KEYSTONE/EPA/JASON SZENES
(sda)

Beim Platzinterview im leeren Arthur Ashe Stadium schnaufte Serena Williams erst einmal tief durch. Tsvetana Pironkova hatte sie knapp zweieinviertel Stunden lang ganz schön gefordert. «Das zeigt, wie zäh Mütter sind», meinte Williams nach dem hart erkämpften 4:6, 6:3, 6:2-Erfolg im Viertelfinal-Duell zweier Mütter.

Die Bulgarin, die ihr erstes Turnier seit über drei Jahren bestritt, hatte den besseren Start erwischt und führte nach dem gewonnenen Startsatz auch im zweiten Durchgang mit einem Break. In der Folge konnte sich Williams aber wie so oft steigern und gewann am Ende ihr dritten Spiel in Folge über die volle Distanz. Die Weltranglisten-Neunte hat seit nunmehr 13 Jahren in New York nie mehr vor den Halbfinals verloren (zweimal fehlte sie).

Am Ziel ist sie aber noch lange nicht. Für Williams gibt es am US Open, gerade angesichts des doch recht dezimierten Feldes, nur ein Ziel: der 24. Grand-Slam-Titel, mit dem sie zu Rekordsiegerin Margaret Court aufschliessen würde. Die Frage ist, wie die Veteranin die Strapazen der letzten Tage verkraftet, denn die Halbfinals stehen bereits in der Nacht auf Freitag im Programm. Zweitletzte Hürde auf dem Weg zum Ziel ist die ehemalige Weltnummer 1 Viktoria Asarenka (WTA 27) aus Weissrussland, die dritte Mutter in den Viertelfinals, oder die Belgierin Elise Mertens (WTA 18).

Im anderen Halbfinal stehen sich Naomi Osaka (WTA 10) und Jennifer Brady (WTA 41) gegenüber. Osaka, die Siegerin von 2018, kommt dabei immer besser in Form. Beim 6:3, 6:4 im Viertelfinal gegen Shelby Rogers feierte die 22-Jährige Tochter einer Japanerin und eines Haitianers, die sich in den letzten Monaten als vehemente Verfechterin für mehr Rassengerechtigkeit engagierte, im vierten Duell ihren ersten Sieg gegen Rogers. Nun wartet mit Brady eine weitere überraschende Amerikanerin. Diese hat in ihren bisherigen fünf Partien in New York keinen Satz und im Schnitt pro Match keine fünf Games abgegeben.

Medwedew weiter ohne Satzverlust

Im Männertableau blieb Vorjahresfinalist Daniil Medwedew auch im Viertelfinal gegen seinen Landsmann Andrej Rublew ohne Satzverlust. Der Russe musste beim 7:6 (8:6), 6:3, 7:6 (7:5) keine Breakchance abwehren, sah sich allerdings im Tiebreak des ersten Satzes drei Satzbällen gegenüber. Die Partie gegen Rublew war für Medwedew der erste Härtetest, nachdem er zuvor keinen Gegner aus den Top 75 schlagen musste - und er bestand mit Bravour. Kurz vor dem Ende musste er sich allerdings an der Schulter pflegen lassen.

Falls er kein gravierendes körperliches Problem hat, ist Medwedew so der wohl heisseste Anwärter, um als erster Spieler seit Marin Cilic 2014, ebenfalls am US Open, sein erstes Grand-Slam-Turnier zu gewinnen. Im Halbfinal wartet aber gegen den Österreicher Dominic Thiem oder den Australier Alex de Minaur der noch grössere Test.