Wilder bleibt mit Remis WBC-Champion

Der WBC-WM-Kampf zwischen Titelhalter Deontay Wilder und Tyson Fury in Los Angeles bietet beste Werbung für das Schwergewichtsboxen und endet nach zwölf Runden unentschieden.

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Tyson Fury (links) und Deontay Wilder (rechts) gratulieren sich gegenseitig zu ihrer Leistung (Bild: KEYSTONE/AP/MARK J. TERRILL)
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Kein Sieger nach 12 WM-Runden: WBC-Titelhalter Deontay Wilder (links) und Tyson Fury (rechts) werden sich wohl nochmals duellieren (Bild: KEYSTONE/AP/MARK J. TERRILL)
Der Ringrichter hebt für einmal die Hände von beiden Boxern nach dem Kampf: Tyson Fury (links) und WBC-Champion Deontay Wilder (rechts) fühlen sich gleichzeitig als Gewinner (Bild: KEYSTONE/AP/MARK J. TERRILL)
Tyson Fury (rechts) hält WBC-Champion Deontay Wilder (links) mit seiner Führhand auf Distanz und landet einen Jab (Bild: KEYSTONE/AP/MARK J. TERRILL)

Tyson Fury (links) und Deontay Wilder (rechts) gratulieren sich gegenseitig zu ihrer Leistung (Bild: KEYSTONE/AP/MARK J. TERRILL)

(sda)

Dadurch behielt der 33-jährige Amerikaner Wilder den Titel.

Ein Punktrichter wertete 115:111 für Wilder, einer 114:112 für den 30-jährigen Engländer Fury. Und der dritte Unparteiische errechnete für den Fight ein 113:113.

Beide Boxer betrachteten sich nach dem abwechslungsreichen Fight als Sieger. Fury war vor 17'698 Zuschauern im Staples Center insgesamt tonangebend und hätte nach Einschätzung von neutralen Beobachtern den Ring trotz zweier erlittener Niederschläge als Sieger verlassen können.

Freilich fühlte sich auch Wilder nach dem Kampf als Gewinner. Schliesslich gelangen dem schlagstarken Titelhalter zwei Niederschläge, in der 9. und 12. Runde. Wilder war selbst überrascht, dass Fury nach dem zweiten Niederschlag in der 12. Runde den Kampf nochmals aufnehmen konnte.

Wilder bejubelte da bereits einen vermeintlich vorzeitigen Erfolg. Doch Fury war nach der harten Rechten und dem linken Haken von Wilder nach dem Anzählen des Ringrichters bei Neun wieder kampfbereit.

Revanche garantiert

Am Ende wahrten beide Boxer ihre Ungeschlagenheit, verliessen aber erstmals in ihrer Profikarriere den Ring nicht als Sieger. Ein Rückkampf zwischen Fury und Wilder ist damit so gut wie sicher. «Es wird zu 100 Prozent dazu kommen», versprach Fury. Und Wilder kündigte an: «Das nächste Mal werde ich ihn präziser treffen.»

Fury war vor dem Fight gegen Wilder in seiner Profikarriere nur ein Mal in einem Kampf zu Boden gegangen; 2013 in New York gegen den Amerikaner Steve Cunningham.

Erst zum zweiten Mal musste Wilder (2,01 m/96,4 kg) über alle Runden gehen, 39 Kämpfe zuvor hatte er vorzeitig gewonnen. Der ehemalige Weltmeister Fury bleibt in 28 Profikämpfen ebenfalls unbesiegt.

Für den 2,06 m grossen und 116,3 kg schweren Fury war es der Versuch, zum zweiten Mal in seiner Karriere Weltmeister zu werden. «Mir gefiel jede Sekunde des Kampfes gegen Wilder. Und der Junge ist wirklich bärenstark. Er verfügt über einen enormen Punch und ist ein grosser Champion», sagte Fury.

Der Engländer selbst konnte gegen Wilder zeigen, dass sein WM-Punktsieg gegen Wladimir Klitschko 2015 seinerzeit kein Zufall war. Fury war trotz seiner Grösse und dem respektablen Gewicht leichtfüssiger, beweglicher und zeigte einige gelungene Kombinationen. Wilder setzte die härteren Einzelschläge.

Mitte dieses Jahres war Fury nach zweieinhalbjähriger Ringpause mit Drogenkonsum, Dopingsperre, Depressionen und starkem Übergewicht zurückgekehrt. Der Fight gegen Wilder war der dritte von Fury seit dessen Comeback-Start.

Zweiter Akt in Grossbritannien?

Der Rückkampf von Fury gegen Wilder könnte nun auch in Grossbritannien stattfinden. «Das wäre natürlich ein Stadion-Kampf mit garantierten 80'000 Zuschauern», erklärte Furys Promoter Frank Warren.

Klar ist derweil, dass der WBA-Super-, WBO- und IBF-Champion Anthony Joshua im April seine Titel noch nicht gegen seinen Landsmann Fury oder Wilder verteidigen wird.