Wenn der Gegner zur Randnotiz wird

St. Gallen kann mit einem Sieg im Verfolgerduell der 20. Runde beim FC Basel seine Position als derzeit zweite Kraft im Schweizer Fussball festigen. Die Gegebenheiten dazu scheinen zu stimmen.

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Die Feierlaune des FC St. Gallen soll auch beim Verfolgerduell in Basel weitergehen

Die Feierlaune des FC St. Gallen soll auch beim Verfolgerduell in Basel weitergehen

KEYSTONE/PETER KLAUNZER
(sda)

Peter Zeidler konnte sich ein leichtes Lächeln nicht verkneifen, als Medienchef Daniel Last an der St. Galler Pressekonferenz verkündete, dass es für den FCSG in Basel nicht an der Unterstützung scheitern werde. Auch wenn der 57-jährige Deutsche sich sicherlich über die Euphoriewelle freut, die sein Klub in der Ostschweiz losgetreten hat, wird ihn das Zuschaueraufkommen im St. Jakob Park in der Vorbereitung des Verfolgerduells mit dem FCB kaum beschäftigt haben.

Und doch ist in diesen über 1000 verkauften Tickets an das Auswärtsteam etwas zu entnehmen: Vertrauen in die Mannschaft. Die St. Galler Fans trauen ihrem jungen Team auch Siege gegen die Grossen der Schweiz zu. Wieso auch nicht? Gegen Basel liest sich die jüngste Bilanz ausgezeichnet, besonders im St. Jakob Park. Aus den letzten vier Spielen beim FCB resultierten für St. Gallen zehn Punkte, kein anderes Team der Super League hat eine solche Bilanz auszuweisen.

Bilanz, Rückrundenstart, Stimmung. Es sind mehrere Faktoren, die, von aussen betrachtet, derzeit für St. Gallen sprechen mögen, nur misst Zeidler diesen wenig Aussagekraft zu. Basel werde durch die Rückkehr von Taulant Xhaka, der beim 0:2 im Spitzenkampf in Bern ebenso wie Valentin Stocker, Eray Cömert und Arthur Cabral gesperrt gefehlt hatte, wieder anders auftreten. Unruhe mache er im FCB keine aus, befand Zeidler. Auch dass Marcel Koller nach der Niederlage in Bern die Disziplinlosigkeiten seines Teams monierte, lasse nicht darauf schliessen. «Meine Empfindung ist, dass da Ruhe ist», so Zeidler.

Eventuell hätte ein Besuch des freitäglichen Vorschaugesprächs in Basel die Ansicht des St. Galler Trainer relativiert. Wenn auch nicht unbedingt die grosse Unruhe, so war in Basel doch eine gewisse Hektik zu spüren. Mit dem kommenden Gegner hatte diese allerdings nur am Rande zu tun. Viel intensiver wurde der unterdessen bekannt gewordene Abgang von Noah Okafor zu Salzburg thematisiert. Fast die gesamte Redezeit musste sich Koller zu einem 19-jährigen Offensivspieler äussern, der nur Stunden später nicht mehr zu seinem Kader zählte. Dabei hätten der kommende Gegner und die Ausgangslage in der Meisterschaft durchaus genügend Gesprächsstoff geliefert.

Übersicht der Spiele vom Sonntag:

Servette - Thun (4:0, 2:1). - Sonntag, 16.00 Uhr. - SR Schärer. - Absenzen: - ; Kablan (gesperrt), Bigler, Hediger und Karlen (alle verletzt). - Statistik: Mit 18 Punkten aus den letzten sieben Spielen sind die Servettiens die Mannschaft der Stunde. Nur wegen ihre schwachen Phase von Ende September bis Ende Oktober liegen sie noch recht deutlich hinter den Besten zurück. Die Thuner hatten ihre einzigen beiden Siege im Herbst auswärts errungen (in Luzern und Neuenburg). Der erste Heimsieg seit acht Monaten vom letzten Sonntag gegen Sion könnte ihnen Auftrieb gegeben haben.

Sion - Zürich (3:1, 2:4). - Sonntag, 16.00 Uhr. - SR Fähndrich. - Absenzen: Ndoye, Fayulu und Raphael (verletzt); Charabadse, Omeragic und Pa Modou (alle verletzt). - Statistik: Sions neuer Trainer Ricardo Dionisio sollte nach der Niederlage in Thun gewinnen, wenn er nicht schon früh unter einen hohen Druck geraten will. Sions Bilanz seit Ende September ist miserabel: ein Sieg und zwei Unentschieden bei neun Niederlagen. Der FC Zürich gewann in der gleichen Zeit sieben Mal.

Basel - St. Gallen (1:2, 0:0). - Sonntag, 16.00 Uhr. - SR San. - Absenzen: Stocker, Alderete (beide gesperrt), Kuzmanovic und Van Wolfswinkel (beide verletzt); Letard, Demirovic (beide gesperrt), Nuhu, Lüchinger, Klinsmann und Strübi (alle verletzt). - Fraglich: Cabral; -. - Statistik: In diesem Spitzenduell sind die Basler nicht mehr die klaren Favoriten wie in früheren Saisons. Aus den beiden Direktbegegnungen der Herbstrunde holten sie nur einen Punkt - weniger als gegen jede andere Mannschaft. Seit Mitte September hat St. Gallen in 13 Meisterschaftsspielen nur acht Punkte abgegeben, Basel dagegen 18.