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Wendy Holdener gewinnt WM-Gold in der Kombination

Wendy Holdener hält dem Druck stand und wird Kombi-Weltmeisterin. Das Erfolgsrezept der Schwyzerin ist simpel.
Martin Probst, Åre
Wendy Holdener feiert mit dem Fanclub. (Bild: Jean-Christophe Bott / Keystone)Wendy Holdener feiert mit dem Fanclub. (Bild: Jean-Christophe Bott / Keystone)
Wendy Holdener mit Swiss-Ski-Präsident Urs Lehmann. (Bild: Jean-Christophe Bott / Keystone)Wendy Holdener mit Swiss-Ski-Präsident Urs Lehmann. (Bild: Jean-Christophe Bott / Keystone)
Wendy Holdener mit Mutter Daniela, Vater Martin und Bruder Kevin. (Bild: Jean-Christophe Bott / Keystone)Wendy Holdener mit Mutter Daniela, Vater Martin und Bruder Kevin. (Bild: Jean-Christophe Bott / Keystone)
Wendy Holdener mit der WM-Goldmedaille. (Bild: Jean-Christophe Bott / Keystone)Wendy Holdener mit der WM-Goldmedaille. (Bild: Jean-Christophe Bott / Keystone)
Wendy Holdener singt die Nationalhymne... (Bild: Gabriele Facciotti / AP)Wendy Holdener singt die Nationalhymne... (Bild: Gabriele Facciotti / AP)
... und freut sich über den Triumph. (Bild: Gabriele Facciotti / AP)... und freut sich über den Triumph. (Bild: Gabriele Facciotti / AP)
Gold in der WM-Kombination, das ist keine Überraschung: Wendy Holdener mit der Schweizer Fahne. (Bild: Jean-Christophe Bott / Keystone)Gold in der WM-Kombination, das ist keine Überraschung: Wendy Holdener mit der Schweizer Fahne. (Bild: Jean-Christophe Bott / Keystone)
Jubel auf dem Podium: Wendy Holdener (Mitte) vor der Slowakin Petra Vlhova (links) und der Norwegerin Ragnhild Mowinckel. (Bild: Jean-Christophe Bott / Keystone)Jubel auf dem Podium: Wendy Holdener (Mitte) vor der Slowakin Petra Vlhova (links) und der Norwegerin Ragnhild Mowinckel. (Bild: Jean-Christophe Bott / Keystone)
Wendy Holdener feiert mit Teamkolleginnen und dem Service-Team. (Bild: Jean-Christophe Bott / Keystone)Wendy Holdener feiert mit Teamkolleginnen und dem Service-Team. (Bild: Jean-Christophe Bott / Keystone)
Wendy Holdener jubelt im Ziel über Gold. (Bild: Alessandro Trovati / AP)Wendy Holdener jubelt im Ziel über Gold. (Bild: Alessandro Trovati / AP)
Mit einem Lachen im Ziel: Wendy Holdener. (Bild: Jean-Christophe-Bott / Keystone)Mit einem Lachen im Ziel: Wendy Holdener. (Bild: Jean-Christophe-Bott / Keystone)
Das Podest: Wendy Holdener (Mitte) gewinnt vor der Slowakin Petra Vlhova (links) und der Norwegerin Ragnhild Mowinckel. (Bild: Marco Trovati / AP)Das Podest: Wendy Holdener (Mitte) gewinnt vor der Slowakin Petra Vlhova (links) und der Norwegerin Ragnhild Mowinckel. (Bild: Marco Trovati / AP)
Im Slalom war Wendy Holdener die Drittschnellste... (Bild: Valdrin Xhemaj)Im Slalom war Wendy Holdener die Drittschnellste... (Bild: Valdrin Xhemaj)
... in der Abfahrt die Fünftschnellste. (Bild: Christian Bruna / EPA)... in der Abfahrt die Fünftschnellste. (Bild: Christian Bruna / EPA)
Wendy Holdener im Slalom. (Bild: Christian Bruna / EPA)Wendy Holdener im Slalom. (Bild: Christian Bruna / EPA)
Blick auf den Slalom-Hang in Are. (Bild: Jean-Christophe-Bott / Keystone)Blick auf den Slalom-Hang in Are. (Bild: Jean-Christophe-Bott / Keystone)
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WM-Gold für Wendy Holdener in der Kombination

Als Wendy Holdener kurz vor 20 Uhr in einem Hinterhof in Åre ankommt, ist sie bereits seit über drei Stunden Weltmeisterin. Mehr als zwei Stunden davon hat sie im Scheinwerferlicht der grossen TV-Station verbracht, hat Frage um Frage beantwortet. Jetzt, auf einem nicht vom Schnee befreiten Platz zwischen roten Häusern, ist die grosse Bühne weit weg. Und doch warten auch hier Menschen auf sie. Es sind die letzten Interviews für sie nach einem Marathon aus Wörtern. Für eine schwedische Website soll sie erklären, wie es sich anfühlt, den WM-Titel erfolgreich verteidigt zu haben. «Die Heim-WM in Åre ...» Holdener lacht herzhaft. «Machen wir das noch einmal. Die Heim-WM in St. Moritz war Wahnsinn. Den Titel zu verteidigen, ist wunderschön.» Der Kopf ist irgendwann leer. Das ist nur logisch. Denn was war das für ein Tag für sie: Topfavoritin hier und Topfavoritin dort. Wer holt Gold? Wendy Holdener – wer sonst. Die Erwartung schrie ihr förmlich entgegen. Von allen Seiten und sogar aus dem ihrem eigenen Kopf.

Und Wendy Holdener hielt dem Druck stand. Sie lieferte. WM-Gold. Erneut. Zum ersten Mal seit Vreni Schneider im Riesenslalom 1989 hat eine Schweizerin einen WM-Titel verteidigt. Holdener tat es auf eindrückliche Weise. In der Abfahrt am Morgen fuhr sie gut. Doch der Vorsprung auf Petra Vlhova war kleiner als budgetiert. Nur gerade 30 Hundertstelsekunden Reserve auf die 23-jährige Slowakin nahm sie mit in den Slalom. Eine Differenz, die Vlhova in dieser Saison mehrmals zwischen sich und Holdener legte. Und tatsächlich: Kurz vor dem Ziel hatte Holdener ihren Vorsprung aufgebraucht. Die beiden Frauen waren bei der letzten Zwischenzeit genau gleich schnell. «Doch dann hat Wendys innere Uhr funktioniert», sagt Cheftrainer Beat Tschuor. Die Schweizerin legte zu und fuhr die letzten 13 Fahrsekunden drei Hundertstelsekunden schneller. Vlhova blieb Silber.

Die Gold-Fahrt im Video:

«Es wäre schade, wenn die Kombi verschwindet»

Drei Hundertstel. Vor zwei Jahren in St. Moritz waren es fünf, die Holdener schneller fuhr als Michelle Gisin. «Ich bräuchte diesen Kitzel eigentlich nicht», sagt sie und lacht. Aber es passt irgendwie. Holdener hält mittlerweile auch extremsten Situationen stand. Holdener hat ein Rezept gefunden. Sie folge einem Plan, betont sie immer wieder. Und der ist recht simpel. Im Hinterhof lüftet sie das Geheimnis. «Mir hilft es, wenn ich mich auf zwei Dinge konzentrieren kann, dich ich im Lauf umsetzen will.» Wenn sie sich zu viele Sachen vorstelle, zum Beispiel, was es für eine Medaille brauche, «dann beginnen die Gedanken zu rotieren». Und das bremst. Darum kanalisiert sie ihre Überlegungen und stellt technische Finessen in den Mittelpunkt: den Schwungansatz zum Beispiel. Es funktionierte. Holdener ist erneut Weltmeisterin und vermutlich die Letzte ihrer Art. Am Mittwoch tagt der FIS-Vorstand in Åre und wird aller Voraussicht nach den Vorschlag erarbeiten, die Kombination bereits an der WM 2021 zu streichen. Zwar muss der FIS-Kongress dem Vorhaben dann noch zustimmen. Doch das ist Formsache. «Es wäre sehr schade, wenn die Kombi verschwindet. Es gibt mindestens zehn Frauen, die sich auf hohem Niveau duellieren können», sag Holdener. Aber es ist eben auch so, dass nur 26 Athletinnen überhaupt zum Slalom angetreten sind. Von den insgesamt fünf Schweizerinnen, die am Morgen die Abfahrt bestritten, war nur Holdener am Nachmittag noch am Start. Alle anderen nutzen den Wettkampf als letztes Training für die Spezialabfahrt am Sonntag.

Damit ist für Wendy Holdener die bereits sechste Medaille an einem Grossanlass Tatsache, die dritte in Gold (inklusive dem Team-Wettkampf an den Olympischen Spielen des Vorwinters). Nach der bronzenen Auszeichnung für Corinne Suter im Super-G errang Holdener die zweite Schweizer Medaille an der aktuellen WM in Schweden.

Wendy Holdener hatte auf dem Weg zur erfolgreichen Titelverteidigung schon den ersten Teil mit Bravour gemeistert. Die Kombinations-Abfahrt beendete sie als Fünfte. Nur gerade 42 Hundertstel verlor Wendy Holdener auf der wegen Nebels verkürzten Strecke auf die Bestzeit der Österreicherin Ramona Siebenhofer, eine ausgewiesene Spezialistin, die in Cortina beide Abfahrten gewonnen hatte. Holdener zeigte bei leichtem Schneefall und dementsprechend diffusem Licht eine mutige Fahrt. Schon in den Trainings hatte die Innerschweizerin aufgezeigt, dass ihr die Piste liegt. Zweite war sie im Training vom Donnerstag.

Neben der Schweizer Top-Favoritin bot aber auch Petra Vlhova eine beherzte und unerwartet gute Leistung in der Sparte Downhill. Lediglich drei Zehntel verlor die Slowakin auf Holdener. Im Slalom war Vlhova wie zumeist in diesem Winter etwas besser als Holdener, aber eben nur um 0,27 Sekunden. Das reichte aber immerhin zur Silber. Vlhova errang damit die erste alpine Einzelmedaille für die Slowakei. 2017 war Vlhova mit dem Team Zweite geworden. Bronze ging an Ragnhild Mowinckel, die als erste dritte Norwegerin eine Medaille in der Kombination der Frauen gewann.

Beste Schweizerin in der Kombinations-Abfahrt war als Vierte Corinne Suter, die WM-Dritte des Super-G. Die Schwyzerin verlor 0,34 Sekunden auf die Bestzeit, war aber nur acht Hundertstel schneller als Holdener. Suter fuhr die Kombi-Abfahrt wie Lara Gut-Behrami, Jasmine Flury und Joana Hählen nur als Training für das Rennen vom Sonntag. Sie alle bestritten den Slalom nicht.

Noch eine WM-Kombi-Goldmedaille für das «Wendy-Stübli»

Die Fans von Wendy Holdener sind aus dem Häuschen:

Die Resultate im Detail:

Kombination der Frauen: 1. Wendy Holdener (SUI) 2:02,13. 2. Petra Vlhova (SVK) 0,03 zurück. 3. Ragnhild Mowinckel (NOR) 0,45. 4. Ramona Siebenhofer (AUT) 0,49. 5. Roni Remme (CAN) 1,13. 6. Federica Brignone (ITA) 1,39. 7. Kajsa Lie (NOR) 1,51. 8. Franziska Gritsch (AUT) 1,69. 9. Lisa Hörnblad (SWE) 2,06. 10. Ilka Stuhec (SLO) 2,14.

11. Anne-Sophie Barthet (FRA) 2,25. 12. Nicol Delago (ITA) 256. 13. Marta Bassino (ITA) 2,61. 14. Marie-Michèle Gagnon (CAN) 2,62. 15. Ester Ledecka (CZE) 2,90. - 24 Fahrerinnen klassiert.

Die besten Laufzeiten:

Abfahrt: 1. Siebenhofer 1:12,71. 2. Stuhec 0,01. 3. Mowinckel 0,06. 4. Suter 0,34. 5. Holdener 0,42. Ferner: 8. Vlhova und Lindsey Vonn (USA), je 0,72. 13. Tina Weirather (LIE) 0,98. 17. Jasmine Flury (SUI) 1,38. 20. Joana Hählen (SUI) 1,55. 24. Lara Gut-Behrami (SUI) 1,63. 28. Remme 1,97. - 35 Fahrerinnen gestartet, 34 klassiert.

Slalom: 1. Remme 48,58. 2. Vlhova 0,15. 3. Holdener 0,42. Ferner: 6. Mowinckel 1,23. 8. Siebenhofer 1,33. - 26 gestartet, 24 klassiert. - Nicht gestartet u.a.: Suter, Flury, Hählen, Gut-Behrami, Vonn und Weirather.

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