Wendy Holdener bei Shiffrin-Sieg im Schneeregen von Courchevel auf Rang 16

Egal wo und welche Disziplin, Mikaela Shiffrin ist nicht zu schlagen. Mit dem Riesenslalom in Courchevel reihte die Amerikanerin nach Lake Louise (Super-G) und St. Moritz (Super-G und Parallelslalom) den vierten Sieg aneinander. Nun lockt Weltcup-Triumph Nummer 50.

Valentin Oetterli/Keystone-SDA
Drucken
Teilen
Wendy Holdener fährt als beste Schweizerin auf Rang 16. Bild: Giovanni Auletta / AP

Wendy Holdener fährt als beste Schweizerin auf Rang 16. Bild: Giovanni Auletta / AP

Mikaela Shiffrin, die Olympiasiegerin im Riesenslalom, entschied das erste von zwei Rennen in den französischen Alpen mit 0,14 Sekunden Vorsprung vor der Deutschen Viktoria Rebensburg für sich. Dritte wurde im WM-Ort 2023 die Französin Tessa Worley (0,33 zurück). Für Shiffrin wäre es okay gewesen, «wenn das Rennen nicht ganz so eng ausgegangen wäre. Das ging mir wirklich an die Nerven. Doch für die Fans ist das natürlich aufregend.»

Obwohl sie nicht jeden Tag auf ihre Bilanz schaue, «weiss ich natürlich, dass ich nun 49 Siege geschafft habe», so die Ausnahmekönnerin aus Colorado weiter. Sie könne es kaum glauben, «schliesslich bin ich doch erst 23 Jahre alt». Keine andere Fahrerin - nicht Annemarie Moser-Pröll, Vreni Schneider und schon gar nicht Spätzünderin Lindsey Vonn -, und auch nicht Rekordsieger Ingemar Stenmark oder der aktuelle Männer-Dominator Marcel Hirscher hatten so jung so viele Siege vorzuweisen.

Mit der Zahl 49 wird sich Shiffrin allerdings kaum lange aufhalten. Die Pause nach ihren zwei Siegen im Engadin hatte sie zu Trainingszwecken im norwegischen Trisil genutzt. «Das hat mir sehr gut getan. Ich fühle mich voller Energie und bin zuversichtlich, in Courchevel auch nach dem Slalom zur Siegerkonferenz erscheinen zu können», sagte Shiffrin nach ihrem sechsten Saisonsieg, dem ersten im Riesenslalom. Es ist eine Aussage, die als arrogant ausgelegt werden könnte. Doch aus dem Mund der Amerikanerin widerspiegelt es vielmehr die Normalität - schliesslich steht sie über ihre Karriere gesehen in jedem zweiten Rennen auf dem Podest.

Mikaela Shiffrin jubelt zum sechsten Mal in dieser Saison vom Podium. Bild: Giovanni Auletta / AP

Mikaela Shiffrin jubelt zum sechsten Mal in dieser Saison vom Podium. Bild: Giovanni Auletta / AP

Geschlagene Schweizerinnen

Zwar qualifizierten sich immerhin vier Schweizerinnen bei sehr garstigen Bedingungen in Courchevel für den Finaldurchgang. Doch Teamleaderin Wendy Holdener musste sich als Beste mit dem 16. Platz begnügen. «Heute war einfach nicht mein Tag. Ich fand auf diesem Schnee nie zur nötigen Sicherheit und fuhr nicht so, wie ich es könnte», sagte die Schwyzerin, die in den zwei Riesenslaloms dieses Winters Sechste und Siebente geworden war. Dass keine Swiss-Ski-Riesenslalomfahrerin in den ersten 15 auftauchte, dies gab es zuletzt am 17. Januar 2016. Damals in Flachau war Lara Gut-Behrami als Beste gar nur im 19. Rang klassiert.

«Im Riesenslalom sind wir nach wie vor eher dünn aufgestellt», so der Schweizer Technik-Gruppentrainer Alois Prenn. Der Südtiroler, der seit Frühling 2012 in Diensten von Swiss-Ski steht, ist selbstkritisch genug, um zu erkennen, «dass noch mehr gehen muss. Wir müssen das als Ansporn nehmen. Denn wir haben noch nicht das erreicht, was wir mit unserer Arbeit in den letzten Jahren erreichen wollten.» Es gebe im Kader zwar einige gute junge Fahrerinnen. «Diese müssen jetzt aber auch anfangen, sich im Weltcup durchzusetzen», fordert Prenn. Optimistischer ist der 57-jährige Italiener im Slalom: «Da sind wir doch weiter als im Riesenslalom.»

Die nächste Gelegenheit, Prenns Aussage zu bestätigen, ergibt sich gleich am Samstag in Courchevel. In den französischen Alpen steht nach Levi und Killington der dritte Slalom der Saison an.

Courchevel (FRA). Weltcup-Riesenslalom der Frauen: 1. Mikaela Shiffrin (USA) 1:49,81. 2. Viktoria Rebensburg (GER) 0,14 zurück. 3. Tessa Worley (FRA) 0,33. 4. Federica Brignone (ITA) 0,45. 5. Ragnhild Mowinckel (NOR) 0,50. 6. Stephanie Brunner (AUT) 0,78. 7. Anna Veith (AUT) 0,91. 8. Petra Vlhova (SVK) 0,93. 9. Frida Hansdotter (SWE) 1,36. 10. Adeline Mugnier (FRA) 1,39.

Ferner: 16. Wendy Holdener (SUI) 2,35. 23. Jasmina Suter (SUI) 3,42. 24. Lara Gut-Behrami (SUI) 3,44. 27. Simone Wild (SUI) 4,12. - 28 der 30 Finalistinnen klassiert.

Die besten Laufzeiten.

1. Lauf: 1. Rebensburg 1:02,18. 2. Brunner und Shiffrin, je 0,08. 4. Worley 0,11. 5. Mowinckel 0,24. 6. Brignone 0,27. Ferner: 18. Holdener 1,80. 20. Gut-Behrami 2,09. 28. Wild 3,08. 29. Suter 3,09. - Nicht für den zweiten Lauf qualifiziert: 32. Andrea Ellenberger (SUI) 3,48. 42. Rahel Kopp (SUI) 4,63. 48. Lorina Zelger (SUI) 5,22. - 63 Fahrerinnen gestartet, 57 klassiert.

2. Lauf: 1. Mugnier 47,31. 2. Veith 0,02. 3. Thea Louise Stjernesund (NOR) 0,18. 4. Shiffrin 0,24. Ferner: 7. Rebensburg 0,46. 10. Brignone 0,50. 11. Worley 0,54. 12. Mowinckel 0,58. 13. Suter 0,65. 19. Holdener 0,87. 24. Brunner 1,02. 26. Wild 1,36. 27. Gut-Behrami 1,67.