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Warum die Schweiz jetzt zu 66,6 % Weltmeister wird

Wie zuletzt beim Silbermedaillengewinn 2013 startet das Schweizer Nationalteam mit vier Siegen in die WM. «Mehr kann man sich gar nicht wünschen», sagt Nationalcoach Patrick Fischer.
An dieses Bild vom siegreichen Schweizer Team kann man sich an der Eishockey-WM gewöhnen (Bild: KEYSTONE/MELANIE DUCHENE)

An dieses Bild vom siegreichen Schweizer Team kann man sich an der Eishockey-WM gewöhnen (Bild: KEYSTONE/MELANIE DUCHENE)

(sda)

Für Patrick Fischer sind das neue Gefühle. «Ich bin mega-stolz auf das Team», so der Trainer. «Vier Spiele in fünf Tagen zu gewinnen ist alles andere als simpel, auch wenn wir in alle Partien als Favorit gestartet sind. Jetzt verfügen wir über ein Polster. Und ich habe ausnahmsweise nicht das Messer am Hals. Das habe ich an einer Weltmeisterschaft noch nie erlebt. Und es gefällt mir so.»

Nicht nur Fischer gefällt, was er vom Schweizer Team zu sehen bekommt. Die Schweiz führt mit dem Punktemaximum (12) mit Russland die Tabelle an. Das Torverhältnis von 20:2 deutet auf Weltklasse hin. Zumindest faktisch (wenn auch noch nicht rechnerisch) steht die Schweiz schon nach sechs Tagen als WM-Viertelfinalist fest. Zwölf Punkte reichten bislang für dieses Zwischenziel immer aus. Auch mit elf Punkten kam man bislang immer weiter; vereinzelt genügten sogar weniger als zehn Zähler.

Die Leistung am Mittwochnachmittag gegen Norwegen war nicht mehr ganz so grandios wie in den Partien zuvor gegen Italien (9:0), Lettland (3:1) oder Österreich (4:0). «Uns unterliefen mehr Fehler als in den ersten drei Spielen», stellte Andres Ambühl fest, der seine WM-Treffer Nummer 20 und 21 erzielte. Ein bewusstes Nachlassen nach dem frühen 2:0 (21.) schloss Ambühl indes aus: «Wir wollten weiter Vollgas geben. Mal klappt das aber besser und mal weniger gut.»

Trotz aller Fehler, die sich gegen Norwegen (erstmals) einschlichen: Der Schweizer WM-Start von Bratislava ist einer für die Geschichtsbücher. Nur zwei Gegentore in vier Spielen. Und der Ehrentreffer der Norweger 116 Sekunden vor der Schlusssirene fiel nur, weil die Schweizer erstmals im Turnier einen Gegner alleine aufs Tor ziehen liessen. Die Defensive der Schweizer in den ersten vier Partien funktionierte perfekt. «Hinten machen wir den Laden dicht», sagt Patrick Fischer. «Wir stehen ausgezeichnet. Und vorne wissen wir, dass wir viel können.»

Was sind 4:0 Siege, 12:0 Punkte und 20:2 Tore an einer Eishockey-WM wert? Die Antwort: Wahnsinnig viel! Einzig 1939, als die WM in Basel und Zürich vor Ausbruch des Weltkriegs noch längst kein professioneller Event war, starteten gleich mehrere Teams noch besser ins Turnier, darunter auch die Schweiz mit 12:0 gegen Lettland, 23:0 gegen Jugoslawien, 1:0 gegen die Tschechoslowakei und 4:0 gegen Polen. Seit 1939 gelang es keiner Mannschaft mehr, in den ersten vier WM-Spielen nur einen Gegentreffer zuzulassen. Deshalb dürfen sich die Schweizer über Norwegens Ehrentreffer 116 Sekunden vor der Schlusssirene getrost etwas ärgern.

Aber auch zwei Gegentore in den ersten vier WM-Spielen stellen eine äusserst selten erreichte Marke dar. Tschechien schaffte es 2005 (11:2 Tore), 2004 (17:2) und 1976 (32:2). Finnland schaffte es 2002 (17:2). Russland startete 1983 mit 20:2 Toren in vier Partien ins Turnier. Und Kanada brachte es 1948 in vier Spielen auf 42:2 Tore. Vier dieser sechs Teams wurden Weltmeister. Das ergibt für die Schweiz statistisch eine fast 67-prozentige Wahrscheinlichkeit auf den ersten WM-Titel.

Als Wermutstropfen blieb vor den zwei spielfreien Tagen der Ausfall von Janis Moser. Der 18-jährige Verteidiger des EHC Biel fällt mindestens vier Wochen lang aus. Damit verfügen die Schweizer in der Slowakei bloss noch über sieben Verteidiger. Theoretisch könnte der Nationalcoach einen Back aus der Schweiz einfliegen lassen, denn einen Platz im 25-Mann-WM-Kader hat Fischer noch frei. Dieser letzte Platz ist jedoch für Nino Niederreiter reserviert, der in den NHL-Playoffs mit Carolina gegen Boston 0:3 zurück liegt. Fischer: «Einen zusätzlichen Verteidiger brauchen wir nicht», so Fischer. «Im schlimmsten Fall hätten wir ja noch Andres Ambühl.»

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