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Wann beissen die zahmen Löwen?

3 Runden vor dem Ende der Qualifikation bangt in der National League noch mehr als die halbe Liga um die Playoff-Teilnahme. Unter den Wackelkandidaten befindet sich mit den ZSC Lions auch der Meister.
Ratlose Lions: Auch unter Arno Del Curto kommt der ZSC nicht vom Fleck (Bild: KEYSTONE/MARCEL BIERI)

Ratlose Lions: Auch unter Arno Del Curto kommt der ZSC nicht vom Fleck (Bild: KEYSTONE/MARCEL BIERI)

(sda)

Jubelnd fährt ZSC-Goalie Niklas Schlegel aus seinem Tor. Er hat soeben im Penaltyschiessen gegen die SCL Tigers den entscheidenden Versuch von Harri Pesonen pariert und freut sich über zwei wichtige Punkte im Strichkampf. Der Jubel auf der ZSC-Spielerbank fällt eher verhalten aus. Nicht alle scheinen zu realisieren, dass die Partie nach neun Penaltyschützen bereits entschieden ist. Mit etwas Verzögerung bricht die Mannschaft angeführt von Captain Patrick Geering dann doch zu Schlegel auf, um ihm zu seiner starken Leistung zu gratulieren. Mit 42 Paraden und vier weiteren gehaltenen Penaltys war der 24-Jährige einer der wenigen Lichtblicke am Dienstag beim 2:1-Sieg des ZSC im Hallenstadion.

Die Szene nach Spielschluss verdeutlicht die angespannte Lage bei den Lions. Der Druck, die Playoffs nicht verpassen zu dürfen, scheint dem Team nicht gut zu kommen. Anders sind die teils schwachen Leistungen der Zürcher nicht zu erklären. Es fehlt dem Meister, der vor der Saison als grosser Transfersieger ausgerufen wurde, derzeit vor allem an Konstanz. So ist es dem «Zett» 2019 noch nicht gelungen, mehr als zwei Spiele am Stück zu gewinnen. Nur selten konnte er an das Playoff-Hockey vom letzten Frühjahr anknüpfen, wie beispielsweise beim 5:0-Heimsieg vor Wochenfrist gegen Lugano.

Auch der Trainerwechsel Mitte Januar brachte keine Besserung. Arno Del Curto ist es bisher nicht gelungen, das Ruder beim ZSC herumzureissen. Seine Bilanz nach 14 Spielen liest sich mit 18 gewonnen Punkten äusserst bescheiden (1,28 Punkte pro Spiel). Sein Vorgänger Serge Aubin jedenfalls hatte den besseren Punkteschnitt (1,60).

«Chrampfen» und Fehler akzeptieren

Der in Zürich sehnlichst erhoffte Arno-Effekt verpuffte bereits nach wenigen Partien. Die Lions zeigen sich zwar stets bemüht, werden in ihrem Spiel aber zu oft durch individuelle Fehler und Undiszipliniertheiten gebremst. «Das gibt dem Gegner immer wieder Energie», sagt ZSC-Captain Patrick Geering. Der Verteidiger glaubt nach wie vor, dass sein Team auf dem richtigen Weg ist. «Klar strotzen wir momentan nicht vor Selbstvertrauen. Wir 'chrampfen' aber und sind motiviert.» Fehler können immer passieren, sagt Geering, wichtig sei aber, «dass wir nicht gleich daran zerbrechen, wenn der Gegner einmal Profit daraus schlägt.»

Auch Del Curto konstatierte unlängst, dass sein Team nach einem Rückschlag wie ein Kartenhaus zusammenfalle. Dies war auch am Dienstag gegen die SCL Tigers wieder augenscheinlich. Nach dem 1:1-Ausgleich gut zehn Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit spielten praktisch nur noch die Gäste. Nicht viel hätte gefehlt und der ZSC wäre erstmals unter Del Curto unter den Strich gefallen. Nur dank der besseren Bilanz in den Direktbegegnungen konnten sich die punktgleichen Lions vor dem neuntplatzierten Fribourg-Gottéron halten.

Del Curtos Serie droht zu reissen

Ein Blick auf das Restprogramm der Zürcher zeigt, dass ihnen nichts geschenkt wird. Am Freitag folgt das Auswärtsspiel in Bern. Gegen den Leader hat der ZSC bislang alle fünf Saisonduelle verloren. Danach steht am Samstag das vermeintlich leichte Heimspiel gegen Schlusslicht Rapperswil-Jona an. Von fünf Vergleichen mit den Lakers konnten die Lions deren vier gewinnen, dreimal allerdings nur mit einem Tor Unterschied. Für die letzte Runde geht es am Montag nach Genf. Die Saisonbilanz gegen Servette lautet aus Zürcher Sicht 0:3 Siege.

Die bislang zahmen Löwen sind also gefordert, endlich den Biss der vergangenen Playoffs zu zeigen. Sonst drohen sie erstmals seit der Saison 2005/06 die entscheidende Phase der Meisterschaft zu verpassen - ausgerechnet mit Arno Del Curto, dem «Mister Playoff» schlechthin. Auch für den Engadiner, der sich mit Davos zuletzt 22 Saisons hintereinander in die Playoffs gespielt hatte, steht viel auf dem Spiel. Will der sechsfache Meistertrainer auch diesen Frühling wieder ins Meisterrennen eingreifen, muss sich sein ZSC in den verbleibenden drei Qualifikationsspielen deutlich steigern.

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