UCI bestätigt neues Datum für die Tour de France ab dem 29. August

Das neue Austragungsdatum der Tour de France ab dem 29. August wegen der Corona-Pandemie wird vom Weltverband UCI bestätigt.

Drucken
Teilen
Die Passage beim Arc de Triomphe: Für jeden Radrennfahrer ein Highlight.
4 Bilder
Ob die Zuschauer auch so gedrängt am Streckenrand stehen werden, bleibt fraglich.
Der Etappenplan der Tour de France 2020 - noch mit den ursprünglichen Daten.
Der Titelverteidiger Egan Bernal aus Kolumbien ballt die Faust.

Die Passage beim Arc de Triomphe: Für jeden Radrennfahrer ein Highlight.

KEYSTONE/EPA/GUILLAUME HORCAJUELO
(sda)

Die wichtigsten Interessenvertreter im Radsport haben sich auf einen Kalender für die wegen der Coronavirus-Krise durcheinander geratene Saison geeinigt. Die Tour de France wurde demnach vom 29. August bis am 20. September angesetzt, wie die UCI bestätigte.

Das mit Abstand wichtigste Radrennen hätte eigentlich vom 27. Juni bis am 19. Juli ausgetragen werden sollen. Doch wie so viele Sportanlässe fiel auch die Tour der Coronavirus-Krise zum Opfer - als letzter Grossanlass in diesem Sommer. Mit einem identischen Etappenplan soll die 107. Auflage der Rundfahrt nun Ende August in Nizza gestartet und drei Wochen später in Paris beendet werden.

Die Verschiebung der Tour de France, die für die meisten World-Tour-Teams existenziell wichtig ist, hat einen Domino-Effekt zur Folge. Denn auf die Weltmeisterschaften im Wallis, deren Termin (20. bis 27. September) die UCI bestätigt hat, sollen mit dem Giro d'Italia und der Vuelta (gemäss spanischen Medien vom 3. bis 25. Oktober) auch die beiden anderen dreiwöchigen Rundfahrten noch folgen. Zudem plant die UCI auch mit den fünf grossen Klassikern Mailand - Sanremo, Flandern-Rundfahrt, Paris - Roubaix, Lüttich-Bastogne-Lüttich und Lombardei-Rundfahrt.

«Die Nachricht, auf die viele von uns gewartet haben. Etwas Licht am Ende des Tunnels. Die Tour wird voraussichtlich am 29. August starten - vorausgesetzt, alles läuft gut», twitterte der vierfache Gesamtsieger Chris Froome. «Ich weiss, dass diese Zeit für uns alle hart war und dass Radrennen für das Gesamtbild der Dinge nicht wichtig sind. Aber hoffen wir, dass wir in naher Zukunft zu einer Art Normalität zurückkehren können», schrieb der Brite in einem weiteren Tweet.

Auch wenn die UCI die ersten Leitplanken für eine verkürzte Saison gesetzt hat, wäre es vermessen, von baldiger Normalität zu sprechen. Denn wie sich die Situation rund um das Coronavirus im Herbst präsentiert, bleibt abzuwarten. Die Radprofis haben nun aber immerhin wieder ein konkretes Ziel und können sich auf einen Neustart im August vorbereiten.

Fragezeichen für WM-Start

Zahlreiche Fragezeichen bleiben jedoch. Mit Ausnahme der Tour und der WM wurden noch für keine Rennen der höchsten Serie die (Nachhol-)Termine bestätigt. Und auch für den WM-Start in Aigle/Martigny ist noch nicht alles klar, überschneiden sich doch die Termine des Tour-Finales in Paris und des WM-Einzelzeitfahrens am 20. September.

Klären die UCI, die WM-Organisatoren, die Fahrergewerkschaft und die wichtigsten Organisatoren diese Frage und finden sie einen gemeinsamen Nenner für einen Gesamtkalender, dann dürfte die World-Tour-Saison ungewohnt lange und bis weit in den November hinein dauern. Denn die UCI betonte in ihrer Mitteilung, dass grundsätzlich so viele Rennen der World Tour wie möglich stattfinden sollen.

Keine Schweizer Rundfahrten

Keine zweite Chance gibt es derweil für die Tour de Suisse und die Tour de Romandie. Die beiden Organisatoren der Schweizer World-Tour-Events hatten bereits bei der Absage ihrer Rennen klar gemacht, dass ein späterer Termin in diesem Jahr für sie keine Option sei.

Realistischerweise wären die Chancen auch minimal, im revidierten Kalender einen Platz zu finden. Alle anderen Rennen nebst den Grand Tours und den Klassiker hätten «sowieso keine Chance auf einen neuen Termin», sagte Olivier Senn Anfang Woche in einem Interview mit Keystone-SDA. Der Geschäftsführer der Tour-de-Suisse-Organisation zeigte sich wenig zuversichtlich, dass die Saison noch einigermassen geordnet über die Bühne gehen kann.

Auch kein GP Lugano

Gleichzeitig mit den Neuansetzungen gab die UCI bekannt, dass sie die Suspension ihrer Wettkämpfe um einen Monat verlängert: für World-Tour-Events bis zum 1. August, für kleinere Veranstaltungen bis zum 1. Juli.

Davon betroffen ist unter anderem der GP Lugano, das zweitbedeutendste Eintagesrennen in der Schweiz nach dem ebenfalls abgesagten GP des Kantons Aargau rund um Gippingen. Das Rennen im Tessin hätte am 28. Juni gefahren werden sollen.

Im Kalender der World Tour wird neu die Clasica San Sebastian (25. Juli) gestrichen. Die ursprünglich für Juni vorgesehenen nationalen Meisterschaften sollen am 22./23. August nachgeholt werden - als unmittelbare Vorbereitung auf das Highlight Tour de France.