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Svindals märchenhafter Karriere-Abschluss

Aksel Svindal spielt zum Abschluss seiner glanzvollen Karriere noch einmal eine Hauptrolle. Der Norweger wird in der WM-Abfahrt in Are hinter seinem Landsmann Kjetil Jansrud Zweiter.
Aksel Svindal (links) und Abfahrts-Weltmeister Kjetil Jansrud präsentieren ihre Medaillen (Bild: KEYSTONE/AP/GABRIELE FACCIOTTI)

Aksel Svindal (links) und Abfahrts-Weltmeister Kjetil Jansrud präsentieren ihre Medaillen (Bild: KEYSTONE/AP/GABRIELE FACCIOTTI)

(sda)

Da standen sie also noch einmal gemeinsam auf der ganz grossen Bühne. Jansrud, der sich nun endlich auch Weltmeister nennen darf, und Svindal bei seinem Abschiedsrennen. Sie strahlten im Zielraum um die Wette und kosteten den Moment aus, den sie bei letzter Gelegenheit noch einmal miteinander erleben durften. Noch einmal machten Jansrud und Svindal gemeinsame Sache, noch einmal sorgten sie zusammen für einen besonderen Moment. Dass ihm «nur» Silber blieb, war Svindal an diesem denkwürdigen Tag egal. Für Jansrud fühlte es sich wie ein Märchen an.

Besser hätte es wahrhaftig kein Filmregisseur inszenieren können für die zwei Freunde, die während mehr als anderthalb Jahrzehnten ihren sportlichen Alltag Seite an Seite bestritten haben und dabei durch dick und dünn gegangen sind. Zuletzt in Kitzbühel standen sie gezwungenermassen sogar vereint im Zielraum statt im Starthaus. Svindal musste wegen wieder akut gewordenen Kniebeschwerden passen, Jansrud hatte im ersten Abfahrtstraining auf der Streif Knochenbrüche in der linken Hand erlitten.

Der letzte gemeinsame Auftritt könnte symbolhafter nicht sein für zwei Athleten aus einer Equipe, in der der Zusammenhalt über allem steht und Teamgeist gelebt wird. Wie eine Familie seien sie, haben beide immer wieder betont, in der jeder jedem hilft, in der sich die Älteren auch um die Jüngeren kümmern. Davon hatte einst auch Jansrud profitiert. Er war von Svindal ins Weltcup-Metier eingeführt worden, er hatte von seinem Kumpel viel lernen können.

Wie eine Stabsübergabe

Die Hierarchie spielte nicht nur im Team, sondern auch mehrheitlich im Wettkampf. Über all die Jahre hatte Svindal auch resultatmässig sehr oft die Nase vorn. Noch bei der letzten Grossveranstaltung war das so. Svindal wurde in der Abfahrt Olympiasieger vor Jansrud. Ein Jahr später in Are war es nun umgekehrt. Bei schwierigsten äusseren Bedingungen mit Schneefall, Wind und Nebel, die den Start lange infrage stellten, behielt Jansrud um zwei Hundertstel das bessere Ende für sich. Eine geringe zeitliche Differenz, die aber etwas von einer Stabsübergabe hatte. Der abtretende Ältere überlässt dem (drei Jahre) Jüngeren sozusagen hochoffiziell das Parkett - und die Rolle des Leitwolfs in der Mannschaft.

Mit dem norwegischen Märchen war nicht unbedingt zu rechnen gewesen. Jansrud hatte sich in den bisherigen Weltcup-Abfahrten des Winters sehr schwer getan und hatte nie auch nur annähernd sein gewohntes Renommée erreicht. Als Bestwert weist er Platz 13 beim Auftakt in Lake Louise in Kanada aus. Überraschend kommt der doppelte Erfolg auch, weil der neue Weltmeister wegen seiner Handverletzung nach wie vor handicapiert ist und es verständlich gewesen wäre, wenn sich Svindal wegen seiner leidigen Geschichte mit dem rechten Knie zurückgehalten hätte.

Doch Svindal attackierte - und haderte im Gegensatz zu vielen seiner Konkurrenten nicht wegen den Verhältnissen. Er hatte auf diesen Moment gewartet und wollte sein «letztes Ding» nicht weiter nach hinten schieben. Und er wollte sein letztes grosses Ziel unbedingt erreichen, das er schon vor Wochen mit einem Medaillengewinn formuliert hatte. Sein finales Rennen nur zum Spass und ohne Ambitionen zu fahren, war für ihn nie eine Option. Da war er bis zu zum letzten Moment seiner Karriere zu sehr Spitzensportler. Von seiner professionellen Einstellung rückte er auch im Alter von 36 Jahren nicht einen Deut ab.

Noch einmal Vorbild

Noch einmal also war Svindal Vorbild. Auch der drittplatzierte Österreicher Vincent Kriechmayr, der nach Rang 2 im Super-G seine zweite Medaille in Are gewann, zeigte sich beeindruckt. «Es ist eine riesige Ehre, mit Aksel auf dem Podium zu stehen.» Und Jansrud? Er wird Svindal vermissen. Ab sofort muss er seinen sportlichen Weg alleine gehen. Ohne seinen Freund und «grossen Bruder».

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