Corinne Suter wird Fünfte bei Rebensburgs Siegpremiere in der Abfahrt von Garmisch

Die Zuschauer in Garmisch-Partenkirchen werden derzeit verwöhnt. Eine Woche nach Thomas Dressen feiert auch Viktoria Rebensburg einen Heimsieg in der Abfahrt. Corinne Suter verpasst das Podest knapp.

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Viktoria Rebensburg triumphiert vor eigenem Publikum erstmals in einer Weltcup-Abfahrt

Viktoria Rebensburg triumphiert vor eigenem Publikum erstmals in einer Weltcup-Abfahrt

KEYSTONE/AP/Marco Tacca
(sda)

Michelle Gisin weinend in der Hocke, Corinne Suter unzufrieden mit ihrer Fahrt, Lara Gut-Behrami sichtlich bedient: Es war kein schönes Bild, das die Schweizerinnen im Zielraum von Garmisch abgaben. Dabei schnitten sie so schlecht, wie es wirkte, gar nicht ab: Suter kratzte trotz Fehlern am Podest, Joana Hählen bestätigte ihren Leistungssprung der letzten Wochen mit einem 7. Rang, Jasmine Flury näherte sich in ihrem fünften Saisonrennen als Elfte den Top 10 an, und Lara Gut-Behrami (15.) war die vierte Schweizerin in den Top 15. Damit punktete das Team von Swiss-Ski bedeutend besser als das grippegeschwächte österreichische Ensemble mit Elisabeth Reisinger als Beste im 10. Rang.

In Abwesenheit von Mikaela Shiffrin, die in Colorado weilt, nachdem ihr Vater nach einem Unfall zuhause an schweren Kopfverletzungen verstorben ist, konnte Corinne Suter ihren Vorsprung in der Disziplinenwertung sogar ausbauen. 61 Punkte liegt sie nun - bei drei ausstehenden Rennen - vor Shiffrin, 64 Punkte beträgt das Polster auf die Tschechin Ester Ledecka, die mit ihrem 3. Rang 15 Zähler gutmachte.

«Auf die Punkte schaue ich nicht», sagte Suter, bevor sie ihre Worte aus den letzten Wochen wiederholte: «Meine Fahrt war alles andere als gut.» Zwei-, dreimal sei sie von der Linie abgekommen und habe sie den Zug nicht mitnehmen können. «Sehr positiv ist, dass ich trotz nicht perfekter Fahrt so weit vorne klassiert bin.» Den letzten Satz sprach auch Hählen, die mit ihrem Rang zufrieden war, mit der Fahrt aber ebenfalls nicht. Diese war gewohnt wild und trug sie einige Male weit von der Ideallinie weg.

Genugtuung für Rebensburg

Die grosse Gewinnerin des Tages war Viktoria Rebensburg. Rund eine Fahrstunde von ihrem Wohnort am Tegernsee entfernt feierte die 30-Jährige dank einer nahezu perfekten Fahrt einen Heimsieg, 61 Hundertstel vor Federica Brignone und 83 Hundertstel vor Ledecka. Ein solcher war schon Thomas Dressen vor einer Woche bei den Männern in Garmisch gelungen und neun weiteren Athleten in diesem Winter an anderen Orten - wobei Dominik Paris in Bormio doppelt abgeräumt hatte. Saisonübergreifend haben nun zehn verschiedene Fahrerinnen die letzten zehn Abfahrten gewonnen.

«Überwältigt» sei sie, meinte Rebensburg, die zum ersten Mal in dieser Disziplin und zum 19. Mal insgesamt gewann. «Ich habe immer mit einem Abfahrtssieg geliebäugelt. Dass es vor meiner Familie, dem Fanklub und den vielen angereisten Freunden passiert, macht das Ganze sehr speziell.» Auch dürfte Rebensburg eine gehörige Portion Genugtuung verspürt haben nach ihrem zweiten Saisonsieg. Mitte Januar hatte ihr nämlich der deutsche Alpinchef Wolfgang Maier öffentlich mangelnden Trainingsfleiss vorgeworfen. Zwar ruderte Maier hinterher etwas zurück, doch Rebensburg traf die Kritik schwer. Ein klärendes Gespräch zwischen den beiden steht noch aus. Bis dahin will sich Rebensburg zum Thema nicht äussern.