Stan Wawrinka lässt Schweizer Duell gegen Federer nicht platzen

Stan Wawrinka setzt die Schweizer Siegesserie an den Swiss Indoors Basel fort. Der als Nummer 7 gesetzte Romand schafft es trotz Satzverlust gegen Frances Tiafoe (6:3, 3:6, 7:5) in den Viertelfinal.

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Es dauerte zwei Stunden und 32 Minuten, bis Stan Wawrinka seinen Sieg über Frances Tiafoe endlich bejubeln konnte (Bild: KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS)

Es dauerte zwei Stunden und 32 Minuten, bis Stan Wawrinka seinen Sieg über Frances Tiafoe endlich bejubeln konnte (Bild: KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS)

(sda)

Dort kommt es am Freitagabend zum Schweizer Duell gegen Roger Federer.

Ganz so souverän wie Roger Federer gelang Stan Wawrinka der Durchmarsch durch die ersten zwei Runden nicht. Federer gab auf seinem Parcours in den Viertelfinal bloss sechs Games ab. Stan Wawrinka leistete sich in seinem Achtelfinal gegen den 13 Jahre jüngeren Frances Tiafoe (USA), mit dem er trotz des Altersunterschieds eng befreundet ist, sogar einen Satzverlust. Die Partie, die als Lehrstunde für Tiafoe begann, geriet am Ende zum Krimi. Aber letztlich setzte sich Wawrinka 2:32 Stunden doch noch durch.

Wawrinka erlebte in der St. Jakobshalle trotz des Umwegs über den dritten Satz einen gemütlichen, äusserst stimmungsvollen Abend. Für einmal war er es, der vor 9000 Zuschauern in der ausverkauften Arena die Hauptrolle spielte. Wie schon am Vorabend wurde die 34-jährige Nummer 2 der Schweiz vom Publikum mit offenen Armen und euphorisch empfangen. Wawrinka verdankte die Sympathien mit einer zweiten starken Leistung.

Wawrinka brillierte phasenweise sogar. Am Ende benötigte er aber den Support des Publikums, um sich zum Sieg zu zittern. Der Verlust des zweiten Satzes war noch eine statistische Anomalie. Wawrinka verlor den Satz, obwohl er zu mehr Breakbällen gekommen war, obwohl er mehr Gewinnschläge produzierte, und obwohl ihm weniger Fehler als dem Gegner unterliefen. Im dritten Satz hingegen spielte Tiafoe von Anfang an auf Augenhöhe mit. Wie schon am Sonntag im Final von Antwerpen gegen Andy Murray drohte Wawrinka eine Niederlage in einem Spiel, welches er anfänglich klar dominiert hatte.

Aber Wawrinka biss sich durch. Er wehrte beim Stand von 5:5 im dritten Satz zwei Breakbälle ab. Später bot sich Tiafoe bei eigenem Aufschlag fünf Mal die Chance zum 6:6-Ausgleich. Schliesslich nützte «Stan the Man» aber seinen zweiten Matchball.

In der Vergangenheit hat Wawrinka solche Spiele an den Swiss Indoors regelmässig verloren. Den beiden Halbfinal-Qualifikationen von 2006 und 2011 stehen viele Enttäuschungen gegenüber. Acht Mal verlor Wawrinka am Basler Turnier als Favorit gegen Aussenseiter wie Mischa Zverev (2016), Ivo Karlovic (2015), Michail Kukuschkin (2014), Edouard Roger-Vasselin (2013), Nikolai Dawydenko (2012), Benjamin Becker (2008), Kristof Vliegen (2005) oder Tomas Zib (2003).

Für Wawrinka beginnt am Freitagabend ein neues Turnier. In den Viertelfinal gegen Roger Federer steigt er gewiss nicht mehr als der Favorit. Beim Publikum wird Wawrinka auch nicht mehr Hahn im Korb sein. Es ist für den Romand ein Ding der Unmöglichkeit, in Basel bei der Publikumsgunst an «King Roger» vorbeizukommen. Federer gewann in Indian Wells und Roland-Garros in diesem Jahr schon die ersten zwei Schweizer Duelle gegen Wawrinka.

In den Direktbegegnungen führt Federer gegen Wawinka mit 23:3. Seine drei Siege erkämpfte sich Wawrinka alle auf Sand. Auf Hartplätzen steht es 17:0 für Federer.