Spanien will an frühere Erfolge anknüpfen

Einst galt Spanien mit seinem «Tiqui-Taca»-Fussball als das Nonplusultra im Weltfussball. Doch nach zwei EM-Titeln und dem WM-Titel 2010 ist die «Seleccion» zuletzt in eine Turnierkrise geraten.

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Der 17-jährige Ansu Fati gilt als eines der grössten Talente im Weltfussball

Der 17-jährige Ansu Fati gilt als eines der grössten Talente im Weltfussball

KEYSTONE/EPA EFE/EMILIO NARANJO
(sda)

An der WM 2014 schied Spanien als Titelverteidiger sang- und klanglos aus, an der EM 2016 und an der WM 2018 bedeuteten jeweils die Achtelfinals Endstation. Und bei der Premiere der Nations League vor zwei Jahren verpasste die «Furia Roja» den Einzug in das Finalturnier. Mittlerweile ist Spanien nur noch die Nummer 7 der Weltrangliste, seit 14 Spielen aber ungeschlagen.

Mit Sergio Ramos, Sergio Busquets und Jesus Navas zählt Nationaltrainer Luis Enrique zwar noch immer auf drei Weltmeister. Um die Routiniers herum baute der ehemalige Internationale aber eine junge, hungrige Mannschaft auf. Kein anderer Spieler im Kader ist über 30. Und mit Ansu Fati verfügt Spanien über das womöglich grösste Juwel Europas.

Die Qualitäten des Teenagers regt die Fantasien jedes Fussball-Liebhabers an. Beim 4:0 gegen die Ukraine vor einem Monat kürte sich der Stürmer mit 17 Jahren und 311 Tagen zum jüngsten Torschützen der spanischen Länderspiel-Geschichte und der Nations League. Auch beim FC Barcelona und in der Champions League hat er diese Bestmarke inne. Fati stammt aus Guinea-Bissau und war erst vor gut einem Jahr eingebürgert worden.

Der mediale Hype um Fati ist riesig. «Er ist sich diese Aufmerksamkeit aber gewohnt», sagte Luis Enrique vor dem Duell gegen die Schweiz. «Trotzdem ist er entspannt und bescheiden.» Nun müsse er im Umfeld seiner Familie und im Klub als Fussballer und Person weiter wachsen. «Wir haben eine klare Idee, wie wir ihm und den anderen Jungen weiterhelfen können.»

Auch innerhalb der Nationalmannschaft stösst das Super-Talent auf Bewunderung. Sturmkollege Ferran Torres sagte nach der Gala gegen die Ukraine: «Wir haben gesehen, welche Qualitäten Ansu hat. Er kann im Fussball erreichen, was immer er will.»

Ramos' Rekordjagd

Neben Fati sorgte zuletzt auch der doppelt so alte Sergio Ramos für Schlagzeilen. Der Captain, der gegen die Schweiz sein 174. Länderspiel bestreitet, übertraf am Mittwoch beim 0:0 im Testspiel gegen Portugal Iker Casillas und hat nun mit 13'336 am meisten Einsatzminuten für Spanien absolviert. Gegen die Ukraine hatte er zweimal getroffen, womit Ramos mit nun 23 Toren den Argentinier Daniel Passarella als international erfolgreichsten Verteidiger ablöste.

Der vierfache Champions-League-Sieger mit Real Madrid hat aber noch eine andere Bestmarke im Visier. Den Rekord für die meisten Länderspiele hält der Ägypter Ahmed Hassan mit 184 Partien. Diese Marke könnte Ramos an der Europameisterschaft im Juni knacken - vor allem, wenn Spanien seine Turnierkrise beenden sollte.