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Serbien will auf der grossen Bühne wieder einmal Erfolg haben

Der zweite Schweizer Vorrundengegner Serbien, erstmals seit 2010 an einem grossen Turnier dabei, zählt auf einen Mix von Routiniers aus Europas Top-Ligen und U20-Weltmeistern aus dem Jahr 2015.
Der serbische Nationaltrainer Mladen Krstajic verfügt über viel Erfahrung als Spieler (Bild: KEYSTONE/AP/MATT DUNHAM)

Der serbische Nationaltrainer Mladen Krstajic verfügt über viel Erfahrung als Spieler (Bild: KEYSTONE/AP/MATT DUNHAM)

(sda)

Der serbische Fussball wartet mit einem bemerkenswerten Fakt auf. Nur Brasilien, Frankreich und Argentinien exportieren mehr Spieler ins Ausland als Serbien. Von Spanien bis zur Ukraine, von Australien bis nach Kanada sind ausserhalb des eigenen Landes 465 serbische Profis engagiert. Secondos aus der Schweiz, Österreich, Deutschland und anderen Ländern in Westeuropa sind dabei nicht mitgezählt. In den zehn Top-Ligen Europas spielen 78 Serben. Im Vergleich dazu: Die Schweiz stellt in diesen Meisterschaften nur 49 Spieler.

Bei diesen Zahlen ist es erstaunlich, wie wenig Erfolg Serbiens A-Nationalteam in den letzten Jahren hatte. "Der Druck auf dem Team war immer sehr hoch. Es gab keine Kontinuität, es kamen immer wieder neue Spieler dazu, und auch die Trainer wechselten immer wieder. Bei diesem Mix war nicht mehr zu erwarten", sagte die Sportjournalistin und Bloggerin Ruza Ilic, welche das Nationalteam in den letzten Jahren eng begleitete. Der aktuelle Nationalcoach Mladen Krstajic ist schon der achte Trainer im Amt, seit die letzte WM-Teilnahme 2010 für die Serben mit dem letzten Platz in der Vorrundengruppe früh zu Ende ging.

Umso erstaunlicher war, dass die Zeit von Nationalcoach Slavoljub Muslin, dessen Sohn Marko beim FC Wil unter Vertrag steht, im letzten Herbst kurz nach der erfolgreichen WM-Qualifikation abrupt zu Ende ging. "Wer nicht hinter die Kulissen blickte, war überrascht. Aber es gab eine Reihe von Missverständnissen zwischen Muslin und dem Management des Verbandes", so Ilic.

Das grösste Missverständnis trug einen mittlerweile prominenten Namen: Sergej Milinkovic-Savic. Der 23-jährige Mittelfeldspieler von Lazio Rom ist in der Serie A seit drei Jahren Stammspieler und hat mittlerweile einen Marktwert von gegen 100 Millionen Euro - aber erst zwei Einsätze mit dem serbischen Nationalteam.

Es blieb das Geheimnis von Muslin, weshalb er konsequent auf Milinkovic-Savic verzichtete. In der Qualifikation gab ihm der Erfolg Recht, doch im Hinblick auf die WM in Russland stolperte er aus sportpolitischen Gründen über diese Personalie. Nachfolger Krstajic, ein früherer Bundesliga-Professional (Werder Bremen, Schalke) und zuvor Assistent von Muslin, will auf Milinkovic-Savic setzen und sucht nun nach der richtigen Taktik, um das Team rund um den Mittelfeldspieler aus Rom zu formieren.

Milinkovic-Savic ist in Russland einer der grossen Hoffnungsträger der Serben. Schliesslich gehört er zu einer Generation, die durchaus schon internationale Erfolge gefeiert hat. Er führt ein Feld von sieben Spielern im serbischen WM-Aufgebot an, die vor drei Jahren in Neuseeland U20-Weltmeister geworden sind. Ein weiterer Akteur aus dieser Gruppe ist der in Basel aufgewachsene Milos Veljkovic, der den FCB mit 16 Jahren verliess und via Juniorenabteilung von Tottenham Hotspur 2016 bei Werder Bremen gelandet ist.

Diese "jungen Adler" stehen aber ungeachtet ihrer Qualitäten in der internen Hierarchie hinter den Routiniers Aleksander Kolarov (AS Roma), Branislav Ivanovic (Zenit St. Petersburg), Nemanja Matic (Manchester United) und Dusan Tadic (Southampton). Das Quartett hat zusammen über 250 Länderspiele absolviert. Captain Ivanovic dürfte noch vor der WM Dejan Stankovic (103 Länderspiele) als Rekord-Internationaler ablösen. In Serbien glauben sie, dass die Mischung aus Europacup- und Top-Ligen-gestählten Routiniers sowie jungen Wilden stimmt - und dass der Sprung in die K.o.-Phase gelingt; es wäre übrigens das erste Mal, seit die Auswahl unter dem Namen Serbien antritt.

Das zweite Gruppenspiel gegen die Schweiz wird als entscheidend angesehen. "Wir haben das Zeug dazu, eine ganz besondere Generation zu werden", sagte Veljkovic. Und nicht wenige freuen sich auf einen möglichen Achtelfinal gegen Weltmeister Deutschland. Selbst dann werden sich die Serben sagen: "Alles ist möglich." Schliesslich hat Deutschland von den letzten 14 WM-Spielen nur zwei verloren: Eines gegen Spanien, das andere gegen... Serbien.

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