Sechs Klubdirektoren beim FC Barcelona zurückgetreten

Im FC Barcelona eskaliert ein Machtkampf. Aus Protest gegen den zunehmend umstrittenen Präsidenten Josep Bartomeu treten beim spanischen Meister sechs Klubdirektoren von ihren Ämtern zurück.

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Josep Bartome, der Präsident des FC Barcelona, gerät wegen seines Führungsstils zunehmend in Kritik

Josep Bartome, der Präsident des FC Barcelona, gerät wegen seines Führungsstils zunehmend in Kritik

KEYSTONE/AP/EMILIO MORENATTI
(sda/dpa)

Unter den Zurückgetretenen befinden sich auch die beiden Vizepräsidenten Emili Rousaud und Enrique Tombas. Sie begründeten ihren Rücktritt mit Mängeln bei der Aufarbeitung des sogenannten «Barçagate» und forderten unter anderem Neuwahlen.

Bartomeu soll ohne Wissen der Vereinsführung ein Unternehmen beauftragt haben, ehemalige und aktuelle Barcelona-Spieler in den sozialen Medien zu diffamieren, um die Klubführung in der Öffentlichkeit zu stärken. Auch mit dem Umgang des Klubs mit der Coronavirus-Krise zeigte sich das Sextett nicht einverstanden. Dabei gehe es auch um die Verhandlungen über einen Lohnverzicht der Profis.

Das Team um Captain Lionel Messi hatte Ende März wegen der Corona-Krise einen vorübergehenden Lohnverzicht von 70 Prozent akzeptiert. Auch dabei hatte die Vereinsspitze offenbar versucht, die Spieler schlecht dastehen zu lassen. Messi sah sich gar zu einem Statement veranlasst, in dem er betonte, die Mannschaft habe sich der Gehaltskürzung gar nicht widersetzt. «Es überrascht uns, dass es innerhalb des Klubs welche gab, die versucht haben, uns ins Rampenlicht zu stellen und Druck auf uns auszuüben, damit wir etwas tun, was wir ohnehin tun wollten», betonte der argentinische Starstürmer.