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Schweizer haben Gewinner-Mentalität verinnerlicht

Fünf Jahre nach dem Gewinn der Silbermedaille in Stockholm greift das Schweizer Nationalteam in Kopenhagen wieder nach einer WM-Medaille. Im Halbfinal gegen Kanada hat es die erste Chance dazu.
Die Schweizer Mannschaft - im Bild vor dem Viertelfinal gegen Finnland (Bild: KEYSTONE/SALVATORE DI NOLFI)

Die Schweizer Mannschaft - im Bild vor dem Viertelfinal gegen Finnland (Bild: KEYSTONE/SALVATORE DI NOLFI)

(sda)

"Es geht darum, dass wir hier eine Medaille gewinnen", hatte Kevin Fiala unmittelbar nach seiner Ankunft in Kopenhagen vor einer knappen Woche gesagt. Dafür hatte er zumindest vereinzelt noch Stirnrunzeln geerntet. "Wir sind nicht an dieses Turnier gekommen, um den Viertelfinal zu erreichen und dann wieder einzupacken", legte Sven Andrighetto, auch er einer der Schweizer NHL-Stars, nach dem gewonnenen Viertelfinal gegen Finnland (3:2) nach.

Die Zeiten, in denen sich die Schweizer mit ehrenvollen Niederlagen in Viertelfinals zufrieden gaben, sind vorbei. Spätestens mit dem Gewinn der Silbermedaille vor fünf Jahren drang die Erkenntnis durch, dass die Schweizer jederzeit einen der Grossen des internationalen Eishockeys bezwingen können - auch in einem K.o.-Spiel. Diesen Prozess hat Trainer Patrick Fischer massgeblich mitgeprägt, 2013 als Assistent, nun als Cheftrainer.

Mutig und frech

In Kopenhagen treten Fiala, Andrighetto und Co. nicht nur neben dem Eis selbstbewusst auf, sie haben die Gewinner-Mentalität auch auf den Eis verinnerlicht. Die Schweizer spielen mutig und frech nach vorne, lassen sich auch durch Rückschläge nicht aus dem Konzept bringen. Mit dieser Einstellung gelang die Wende gegen die Finnen, mit dieser Einstellung wollen die Schweizer erstmals in einem K.o.-Spiel auch die Kanadier um deren Superstar Connor McDavid bezwingen.

Am Olympischen Turnier in Pyeongchang ging die offensive Taktik nicht auf. In Kopenhagen ist die Qualität der Schweizer Mannschaft aber deutlich höher, höher auch als in Stockholm vor fünf Jahren. Noch nie zuvor ist die Schweiz mit einer solch geballten Kraft im Spiel nach vorne aufgetreten. Und hinten zieht Roman Josi einmal mehr die Fäden. Gegen Finnland kam die grosse Klasse des Berners, 2013 der wertvollste Spieler (MVP) des gesamten WM-Turniers, erstmals so richtig zur Geltung.

Gute Stimmung

Josi erwähnte nach der Partie gegen Finnland einen weiteren Pluspunkt dieser Schweizer Mannschaft: "Die Chemie im Team ist unglaublich. Ich bin jetzt seit drei Spielen da und wurde extrem gut aufgenommen. Es 'fägt' wirklich, ein Teil dieser Mannschaft zu sein." Bereits 2013 hatten die Spieler bei jeder Gelegenheit die gute Stimmung im Team betont.

Wer den Worten Josis nicht glaubte, musste in den schalldurchlässigen Katakomben des Herninger Stadions nur hinhören. Aus der Schweizer Garderobe ertönte lautes Kuhglocken-Gebimmel und noch lautere Partymusik. "Wir haben gute DJs und eigentlich seit zwei Wochen eine Party bei uns in der Garderobe", so Patrick Fischer, als er darauf angesprochen wurde.

Nur Niederlagen in dieser Saison

Gegen Kanada wird eine gute Stimmung dennoch nicht reichen. Die bisherigen Vergleiche in diesem Jahr endeten alle zu Gunsten der Kanadier. Am Karjala Cup verloren die Schweizer in Biel noch knapp (2:3), im Final des Spengler Cups (0:3) und vor allem beim missratenen Turnier an den Olympischen Spielen (1:5) kassierten die Schweizer ernüchternde Niederlagen. Beide Mannschaften haben in Dänemark aber nur wenig (Schweiz) bis gar nichts (Kanada) mit jenen von Davos und Pyeongchang zu tun.

Speziell dürfte die Partie nicht zuletzt für Leonardo Genoni sein - sofern er denn wie gegen Finnland den Vorzug gegenüber Reto Berra erhält. In Südkorea verabschiedete sich Genoni gegen die Kanadier nach vier Gegentreffern vorzeitig, danach kam er während des ganzen Turniers nicht mehr zum Einsatz. In Kopenhagen legte er wie die gesamte Mannschaft einen Steigerungslauf hin - mit dem ersten Sieg gegen Finnland in einem Ernstkampf seit 30 Jahren als vorläufigem Höhepunkt.

Letzter Erfolg erst ein Jahr zurück

Geht es nach den Schweizern, dann war dieser Erfolg nur eine Zwischenstation. "Den Schritt Viertelfinal haben wir geschafft, jetzt wollen wir nachlegen. Gegen Kanada wird es erneut nicht einfach. Aber wer hat uns denn gegen Finnland viele Chancen gegeben?", fragte Andrighetto in die Runde. Zumindest die Statistik spricht dieses Mal eher für die Schweiz, liegt der letzte Erfolg gegen Kanada an einer WM doch erst ein Jahr zurück (3:2 nach Verlängerung). Aussenseiter sind die Schweizer aber dennoch.

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