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Schweizer Bahnvierer peilt wieder Olympia-Teilnahme an

Mit der EM in Apeldoorn in der Niederlande beginnt diese Woche die internationale Saison der besten Bahnradfahrer. Die Schweizer streben - primär mit dem Bahnvierer - erneut eine Olympia-Teilnahme an.
Der Schweizer Bahnvierer ist das Aushängeschild von Swiss Cycling auf der Bahn (Bild: KEYSTONE/PETER SCHNEIDER)

Der Schweizer Bahnvierer ist das Aushängeschild von Swiss Cycling auf der Bahn (Bild: KEYSTONE/PETER SCHNEIDER)

(sda)

2015, im Herbst vor dem Olympischen Spielen in Rio de Janeiro, erlebte der Schweizer Bahnradsport nach Jahren der Baisse einen Höhepunkt. An der Heim-EM auf der neuen Bahn in Grenchen freuten sich die Fans über vier Medaillen.

Unter anderen feierte Stefan Küng in der (nicht olympischen) Einzelverfolgung mit neuem Schweizer Rekord souverän den Titel, in der Mannschaftsverfolgung, der «Königsdisziplin» der Sportart, gewannen die Schweizer Silber hinter Grossbritannien. Gar eine Olympia-Medaille traute man den Schweizern im Vierer in der Folge zu. In Rio folgte jedoch die Enttäuschung. Ohne den verletzten Küng blieb der Schweiz beim wichtigsten Auftritt nur der 7. Rang.

Vier Jahre später steht wieder eine EM und wieder eine Olympia-Saison im Programm. Und erneut peilt der Vierer, das Aushängeschild von Swiss Cycling auf der Bahn, eine Olympia-Teilnahme an. Angewiesen ist die Mannschaft nicht mehr wie vor vier Jahren auf eine «Lokomotive» wie Küng. Die Breite der Equipe gilt mittlerweile als Stärke der Schweizer, in unterschiedlicher Formation sind Topzeiten möglich.

Leistungsmässig hat der aktuelle Vierer die Mannschaft von 2015 längst überholt. Vor einem Jahr gab es an der EM in Glasgow wieder Silber, an den Europa-Spielen diesen Sommer in Minsk sicherten sich die Schweizer die Bronzemedaille. Beide Male fuhren sie Landesrekord, der mittlerweile bei 3:54,210 liegt.

Die internationale Konkurrenz schlief in den letzten Jahren jedoch auch nicht. Obwohl er im Vergleich zu Grenchen 2015 rund 2,5 Sekunden schneller fährt, ist der Schweizer Vierer im internationalen Vergleich etwa gleich stark einzustufen wie vor vier Jahren.

In Tokio werden nur die besten acht Equipen teilnehmen können. Derzeit belegt die Schweiz im Qualifikationsranking den 9. Rang, muss sich folglich noch steigern und ist an der EM, an den Weltcup-Rennen und der WM im Frühling entsprechend auf gute Resultate angewiesen. «Es wird hart, ist aber zu schaffen», sagt der langjährige Nationaltrainer Daniel Gisiger mit Zuversicht.

Imhof schneller als Küng

Küng fährt mittlerweile erfolgreich auf der Strasse (WM-Bronze Ende September), als Teamleader abgelöst hat ihn Claudio Imhof. Der 29-Jährige, in Rio noch nicht Teil des Vierers, wurde diesen Sommer einer breiteren Öffentlichkeit bekannt, als er an der Tour de Suisse als Mitglied des Schweizer Nationalteams fast die ganze Woche das Trikot des Bergpreisleaders trug.

Auf der Bahn gehört Imhof seit Jahren zur Nationalmannschaft. Der Thurgauer fährt in der Einzelverfolgung mittlerweile gar deutlich schneller als einst Küng. Vor zehn Tagen senkte er an den «Drei Tagen von Aigle» Küngs Bestmarke über die 4000 Meter - unbemerkt von der Öffentlichkeit und ohne spezifische Vorbereitung - um rund 1,8 Sekunden auf 4:13,182.

Weitere Olympia-Tickets im Visier

In Apeldoorn verzichtet Imhof höchstwahrscheinlich auf den Einer, da er sich für Tokio nicht nur mit der Mannschaft, sondern auch für das Omnium qualifizieren will. Auch im Madison - das Zweier-Mannschaftsfahren kehrt nach zwölf Jahren ins Olympia-Programm zurück - strebt die Schweiz einen Quotenplatz an. Schwieriger dürften es die Frauen haben, sie hoffen auf ein Olympia-Ticket im Madison und im Omnium.

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