Röösli/Delarze und Meakin gewinnen EM-Silber

Wie vor einem Jahr auf dem Rotsee gewinnt der Doppelzweier Roman Röösli/Barnabé Delarze auch an der EM in Poznan die Silbermedaille. Sofia Meakin wird im Leichtgewichts-Einer ebenfalls Zweite.

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Roman Röösli (vorne) und Barnabé Delarze ruderten in Polen zu einer weiteren EM-Medaille
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Sofia Meakin legte in Poznan einen Steigerungslauf hin

Roman Röösli (vorne) und Barnabé Delarze ruderten in Polen zu einer weiteren EM-Medaille

KEYSTONE/EPA/Jakub Kaczmarczyk
(sda)

Bei Streckenhälfte lagen Röösli/Delarze noch knapp in Führung, dann aber waren sie gegen die Niederländer Stef Broenink/Melvin Twellaar chancenlos. Im Ziel betrug die Differenz 2,1 Sekunden. Die beiden erreichten zum dritten Mal an Europameisterschaften einen Podestplatz, nachdem sie 2017 Bronze geholt hatten. Röösli sicherte sich gar die vierte Medaille in Serie an diesem Anlass, war er doch 2018 im Skiff Dritter geworden. Die Bilanz von Röösli fiel zwiespältig aus: «Das Ziel war zu gewinnen, mit dem Rennen sind wir aber eigentlich zufrieden. Wir setzten das um, was wir uns vorgenommen hatten.»

Die 22-jährige Meakin musste sich im Final einzig der Niederländerin Martine Veldhuis geschlagen geben, die das Rennen von A bis Z dominierte. Die 1,83 m grosse Genferin, die mit Delarze liiert ist, passierte die erste Zwischenzeit nach 500 m als Vierte, bei Rennhälfte belegte sie Platz 3, ehe sie auf dem letzten Streckenviertel noch die Italienerin Paola Piazzolla überholte.

An der letztjährigen EM hatte Meakin noch den undankbaren 4. Platz belegt. «Das Rennen begann mit ein paar Minuten Verspätung, weshalb mein Boot lange in Startposition war. Als es dann losging, war eines meiner Ruder nicht komplett im Wasser. Ich schaffte es aber, zurück in die Konzentration zu finden und das flache Wasser für mich auszunützen», so Meakin.

Nur Rang 5 für Gmelin

Für Skifferin Jeannine Gmelin setzte es an den Europameisterschaften in Poznan eine Enttäuschung ab. Die Weltmeisterin von 2018 musste sich mit Rang 5 begnügen. Bei den drei Zwischenzeiten lag die 30-jährige Zürcher Oberländerin jeweils auf Platz 4, ehe sie auf den letzten 500 m gar noch eine Position verlor. Zu Bronze fehlten ihr 2,19 Sekunden. Bei den letzten drei EM-Teilnahmen hatte Gmelin einmal Gold (2018) sowie zweimal Silber (2015 und 2019) gewonnen. Die Irin Sanita Puspure, die Weltmeisterin der letzten zwei Jahre, verteidigte ihren Titel erfolgreich.

«Ich musste schon manchmal kurz leer schlucken», so Gmelin zu ihrem Resultat. Dennoch sah sie auch Positives: «Meine Arbeit, die ich in den letzten paar Monaten in den ersten Teil des Rennens investiert hatte, zahlte sich heute aus. Ich war gut dabei.» Ihr Rückstand auf die spätere Siegerin, die irische Weltmeisterin Sanita Puspure, die ihren Titel erfolgreich verteidigte, betrug nach 1000 m 1,74 Sekunden, bei der letztjährigen WM, als sie ebenfalls Fünfte wurde, waren es noch 5,37 Sekunden gewesen.

Der Leichtgewichts-Doppelzweier Andri Struzina/Jan Schäuble klassierte sich ebenfalls im 5. Rang. Der Doppelvierer der Frauen, ein Projekt im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2024 in Paris, erreichte mit der Besetzung Pascale Walker, Lisa Lötscher, Ella von der Schulenburg und Salome Ulrich Platz 6.

Verbandsdirektor Christian Stofer zog insgesamt ein positives Fazit: «Es zeigte sich, dass wir nach wie vor eine kompetitive Rudernation sind. Die Leistungen waren insgesamt gut und kompakt.» So war keines der sieben Boote schlechter als Siebenter. «Das ist mehr als ich erwartet hatte.»