Rodriguez wechselt innerhalb Italiens: von Milan zu Torino

Der Schweizer Internationale Ricardo Rodriguez wechselt innerhalb der Serie A von Milan zu Torino. Der Zürcher unterschrieb in Turin für vier Jahre. Die Ablösesumme beträgt rund 3 Millionen Euro.

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Ricardo Rodriguez klatscht in Zukunft den Fans von Torino zu

Ricardo Rodriguez klatscht in Zukunft den Fans von Torino zu

KEYSTONE/LAURENT GILLIERON
(sda)

In der zweiten Hälfte der letzten Saison hatte der 27-jährige Ricardo Rodriguez leihweise beim PSV Eindhoven gespielt. Die Saison in den Niederlanden wurde jedoch wegen der Corona-Pandemie bereits im März abgebrochen. Der PSV Eindhoven verzichtete darauf auf eine definitive Übernahme von Rodriguez. Bei Milan hatte Verteidiger Rodriguez seit 2017 unter Vertrag gestanden.

In Turin trifft Rodriguez mit Trainer Marco Giampaolo zusammen, unter dem er Anfang letzter Saison ein paar Monate bei Milan gearbeitet hatte. Unter Giampaolo stand Rodriguez in fünf von sieben Spielen in der Startformation. Nach sieben Runden wurde Giampaolo bei Milan allerdings bereits entlassen, und Rodriguez verlor seinen Stammplatz - vor allem, weil der Franzose Theo Hernandez nach einer Verletzung zurückkam.

Die beste Phase einer letztlich enttäuschenden Zeit beim siebenfachen Champions-League-Sieger Milan hatte Rodriguez in der ersten von zweieinhalb Saisons. 2017/18 war er unbestritten und überzeugte vor allem in der ersten Saisonhälfte mit seinem aus dem Nationalteam bekannten Offensivdrang. Später unter Trainer Gennaro Gattuso wurden Rodriguez mehr und mehr defensive Pflichten auferlegt. Seine spielerische Entwicklung stagnierte, vielleicht zum ersten Mal in seiner Karriere, bis er schliesslich im Herbst 2019 den Stammplatz verlor.

Bei Torino könnte Rodriguez wieder aufblühen. Der Druck der Öffentlichkeit ist deutlich geringer als in Mailand, das Publikum im Stadion dankbarer und weniger fordernd, und mit Giampaolo hat Rodriguez einen Trainer, der für gepflegten Fussball und ein 4-3-1-2-System steht, das die Aussenverteidiger in die Angriffe miteinbezieht.

Torino hat einen eigenwilligen Präsidenten, den Verleger Urbano Cairo, der zwar nicht selten über die Medien für Lärm sorgt, der aber mit den Trainern durchaus geduldig ist. Seit Anfang der Saison 2011/12 ist Giampaolo erst der fünfte Trainer beim populären Stadtklub aus der Metropole des Piemonts.

In der letzten Spielzeit enttäuschte Torino schwer. Die Mannschaft steckte lange im Abstiegskampf und beendete das Jahr schliesslich auf dem 16. Platz. Danach wurde der Vertrag mit Interimstrainer Moreno Longo, der im Februar Walter Mazzarri ersetzt hatte, nicht verlängert.