Richard Carapaz neuer Leader der Vuelta

Richard Carapaz holt sich auf dem steilsten Teilstück der diesjährigen Vuelta das Leadertrikot vorerst zurück.

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Richard Carapaz fährt ab Dienstag wieder im roten Trikot

Richard Carapaz fährt ab Dienstag wieder im roten Trikot

KEYSTONE/EPA/KIKO HUESCA
(sda)

Der Ecuadorianer distanzierte Primoz Roglic auf den letzten Kilometern der 12. Etappe, hinauf auf die Alto de l'Angliru um 10 Sekunden.

Den beeindruckenden Schlussanstieg der 108 Kilometer langen Etappe mit 3000 Höhenmetern bewältigte der Engländer Hugh Carthy am besten. Der 26-Jähriger kam mit 16 Sekunden Vorsprung auf den Russen Alexander Wlasow, den Spanier Enric Mas und Carapaz auf der Passhöhe an. Roglic erreichte das Ziel als Fünfter.

Für Carthy ist es der wertvollste Sieg seiner Karriere. Im letzten Jahr hatte er bei der Tour de Suisse eine Etappe und die Bergwertung gewonnen. In der Vuelta-Gesamtwertung verbesserte er sich vom 4. auf den 3. Platz. Er liegt nur noch 32 Sekunden hinter dem Führenden Carapaz. «Es ist ein Traum, der wahr wird», sagte Carthy. «Für das Publikum ist es genial. Es erwartet ein knappes Rennen und derzeit deutet alles darauf hin.» Die ersten fünf der Gesamtwertung sind innerhalb von weniger als zwei Minuten klassiert.

Carapaz, der sein Leadertrikot am Freitag an den zeitgleichen Roglic hatte abgeben müssen, nutzte die Gunst der Stunde rund fünf Kilometer vor dem Ziel. Roglic war offensichtlich am Ende seiner Kräfte, nachdem sein Teamkollege Jonas Vingegaard in der ersten Hälfte der Schlusssteigung ein hohes Tempo vorgegeben hatte. Als dann mit dem Amerikaner Sepp Kuss der letzte Edelhelfer von Roglic aus dem Team Jumbo-Visma das Tempodiktat übernehmen wollte, konnte Roglic nicht mehr mithalten.

Zu diesem Zeitpunkt fuhren noch zehn Fahrer vorne mit, unter ihnen Enric Mas, der auf den bis zu 23 Prozent steilen Anstiegen als Erster angriff, aber noch von Carthy eingeholt und abgehängt wurde. Roglic konnte derweil den Schaden in Grenzen halten, weil auch die Konkurrenz nicht mehr den frischesten Eindruck machte und ihm mit Kuss ein wertvoller Helfer zur Seite stand.

Dem Titelverteidiger Roglic bietet sich schon am Dienstag eine gute Möglichkeit zurückzuschlagen. Dann steht in Galicien ein gut 33 Kilometer langes Einzelzeitfahren an, in dem er gegenüber Carapaz Vorteile haben sollte. Danach kommt es auf dem Weg nach Madrid, wo die Rundfahrt am Sonntag endet, noch zu einer Bergankunft.

Am Montag wird die letzte Vuelta-Woche mit einem Ruhetag eingeläutet. Dabei kommt es zur nächsten Corona-Testreihe. Vor einer knappen Woche waren die knapp 700 genommenen Proben alle negativ ausgefallen.