Ocelari Trinec gegen Team Canada im Spengler-Cup-Final

Ocelari Trinec bestreitet am Silvestermittag gegen das Team Canada den Final am Spengler Cup in Davos. Der tschechische Meister bezwingt Ambri-Piotta 3:2 nach Verlängerung.

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Ambri-Piotta besass genügend Chancen für den Finaleinzug

Ambri-Piotta besass genügend Chancen für den Finaleinzug

KEYSTONE/AP/MD
(sda)

Das Siegtor für Trinec erzielte Matej Stransky in der 62. Minute bei drei gegen drei Feldspielern. Ambri-Piotta verpasste es, im klar dominierten Startdrittel mehr als ein 1:0 vorzulegen.

Die Tschechen wendeten das Blatt nach einem 0:1-Rückstand. Vladimir Dravecky liess nach einer Bilderbuch-Kombination mit einem Backhand-Abschluss ins Lattenkreuz dem tadellosen Ambri-Keeper Daniel Manzato mit dem 2:1 keine Abwehrchance (46.). Davor hatte Trinecs Topskorer Ondrej Kovarcik eine Unaufmerksamkeit in Ambris Abwehr in der letzten Minute des Mitteldrittels kaltblütig zum 1:1 genutzt. Für Kovarcik war es bereits das dritte Tor am diesjährigen Spengler Cup.

Spektakulär war dann Ambris Ausgleichstreffer zum 2:2 (52.), der das Nachsitzen erst ermöglichte. Weil der von Brian Flynn perfekt abgelenkte Distanzschuss von Igor Jelovac im Tor-Gebälk hängen blieb, erfolgte sowohl Ambris Torjubel als auch die Anerkennung des Treffers erst mit Verzögerung und nach Video-Konsultation.

Im ersten Abschnitt war Ambri von seinen Fans wie gewohnt von Beginn an nach vorne gepeitscht worden. Die Leventiner dominierten das Startdrittel mit 18:12 Torschüssen. Doch das 1:0 nach den ersten 20 Minuten war ein zu geringer Lohn für das starke Startdrittel, in dem die Tschechen fast ausschliesslich mit Abwehraufgaben beschäftigt waren.

Das Skore hatte Giacomo Dal Pian in der 5. Minute eröffnet. Für den von einer Handverletzung zurückgekommenen Stürmer war es im ersten Spengler-Cup-Spiel der Karriere der erste Treffer. In bislang 28 Meisterschaftsspielen der laufenden Saison hatte Dal Pian auch nicht mehr als einmal getroffen.

Ambri verpasste sein erstes grosses Endspiel seit zwei Jahrzehnten. 1999 waren die Leventiner Playoff-Finalist in der Schweiz (1:4 in der Serie gegen Lugano). Seither erreichte Ambri keinen Final mehr, sieht man einmal von den beiden Spielen um den europäischen Super-Cup gegen Metallurg Magnitogorsk ab (Heimspiel-Sieg 1999, Auswärtsniederlage 2000). Die beiden Continental-Cup-Triumphe hatte der Nordtessiner Dorfklub an entsprechenden Finalturnieren errungen (1998 in Kosice beziehungsweise 1999 in Berlin).

Die Leventiner können die Spengler-Cup-Bühne bei ihrer Premiere dennoch erhobenen Hauptes verlassen. Die frenetischen Fans der Leventiner sorgten für die wohl beste Stimmung aller Zeiten an diesem Traditionsturnier.

Trinec ist das erste tschechische Team seit Sparta Prag (2004 Finalverlierer gegen Davos), das in den Spengler-Cup-Final einzieht. Trinec steigerte sich gegenüber dem Vorjahr deutlich - damals hatten die Tschechen alle drei Spiele verloren. Diesmal verlor Trinec lediglich das Startspiel gegen den Finalgegner Team Canada (1:4).

Telegramm

Ambri-Piotta - Ocelari Trinec 2:3 (1:0, 0:1, 1:1, 0:1) n.V.

6300 Zuschauer (ausverkauft). - SR Hebeisen/Salonen (SUI/FIN), Progin/Schischlo (SUI/RUS). - Tore: 5. Dal Pian (Incir, Douay) 1:0. 40. Ondrej Kovarcik (Martynek, Michal Kovarcik) 1:1. 46. Dravecky (Grenat, Stransky) 1:2. 52. Flynn (Jelovac) 2:2. 62. Stransky (Martynek, Musil) 2:3. - Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Ambri-Piotta, 4mal 2 Minuten gegen Trinec.

Ambri-Piotta: Manzato; Fora, Dotti; Plastino, Jelovac; Ngoy, Pinana; Fohrler; Trisconi, Goi, Egli; Flynn, D'Agostini, Wolski; Miranda, Müller, Zwerger; Dal Pian, Sabolic, Douay; Incir.

Trinec: Kvaca; Doudera, Gernat; Hrachovsky, Musil; Adamek, Zahradnicek; Haman; Stransky, Marcinko, Dravecky; Ondrej Kovarcik, Michal Kovarcik; Martynek; Chmielewski, Polansky, Adamsky; Novotny, Mikulik, Hrna; Szturc.

Bemerkungen: Ambri ohne Bianchi, Conz, Hofer, Kneubühler, Kostner, Novotny und Rohrbach (alle verletzt) sowie Moor, Mazzolini, Hinterkircher und Fischer (alle überzählig).