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Nino Schurter über Van der Poel, Avancini und schlechtes Wetter

Nino Schurter ist auch 2019 der Gejagte im Cross-Country. Der 33-Jährige ist sich aber bewusst: «Der Moment, an dem einer schneller ist, wird kommen.» Dieser eine könnte Mathieu van der Poel sein.
«Vielleicht ist er plötzlich weg, auf der Strasse»: Nino Schurter traut seinem Herausforderer Mathieu van der Poel alles zu - auch eine grosse Karriere auf der Strasse (Bild: KEYSTONE/PETER KLAUNZER)

«Vielleicht ist er plötzlich weg, auf der Strasse»: Nino Schurter traut seinem Herausforderer Mathieu van der Poel alles zu - auch eine grosse Karriere auf der Strasse (Bild: KEYSTONE/PETER KLAUNZER)

(sda)

Nino Schurter, am Wochenende beginnt im deutschen Albstadt die Weltcupsaison. Wo sehen Sie sich?

«Ich bin gut ins Jahr gestartet mit dem Sieg am Cape Epic zusammen mit Lars Forster. Das war bereits eines der Saison-Highlights für mich. Im Cross-Country lief es in zwei der drei Rennen, die ich bestritten habe, nicht so gut. Kalte und schlammige Bedingungen liegen mir nicht sonderlich. Die Trainingswerte sind aber gut, vergleichbar mit jenen der Vorjahre, und ich fühle mich auch gut. Ich kam ohne Zwischenfälle durch den Winter, stand viel auf Langlauf-Ski und hatte ein gutes Trainingslager in Südafrika mit dem ganzen Team. Ich bin zuversichtlich.»

Im Vorjahr wurden Sie an der Heim-WM in Lenzerheide zum siebten Mal Weltmeister und zum Schweizer Sportler des Jahres gewählt. Im Cross-Country haben Sie alle bedeutenden Titel gewonnen. Wie motivieren Sie sich noch?

«Mit den Dingen, die ich gerne mache. Für die grossen Rennen wie das Cape Epic und die Weltcuprennen habe ich keine Motivationsprobleme, und auch das Training bereitet mir immer noch Freude. Im Weltcup geht es in diesem Jahr ausserdem darum, sich für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio zu qualifizieren. Dafür muss auch ich meine Bestleistung abrufen. Was ich merke, ist, dass es mir im Vergleich zu früheren Jahren schwerer fällt, alles aus mir herauszuholen, wenn das Wetter widrig ist und du dir den Arsch abfrierst für ein Swiss-Cup-Rennen.»

Unter welchem Motto bestreiten sie die Saison 2019?

«Für dieses Jahr ist es ein bisschen schwierig, ein konkretes Motto zu finden. Im Hinblick auf Tokio 2020 ist es ein Zwischenjahr. Mein oberstes Ziel ist die sichere Qualifikation. Damit lassen sich auch mögliche Diskussionen verhindern. Die Olympischen Spiele haben nach wie vor einen besonderen Reiz, sie haben die grösste Strahlkraft auch für uns Athleten. Die Heim-WM war für mich aber ebenbürtig.»

Mit 33 Jahren sind sie im reiferen Sportler-Alter, während einige Talente heranrücken. Wie sehr beschäftigen Sie sich mit den Konkurrenten?

«Natürlich mache ich mir Gedanken, wie es diese Saison nun ausschaut. Der Moment, an dem einer schneller ist als ich, wird kommen, unweigerlich. Grundsätzlich konzentriere ich mich aber auf mich selbst und die kleinen Schrittchen, die ich noch machen kann.»

Der 24-jährige Niederländer Mathieu van der Poel, Gesamtzweiter im Vorjahr, verblüffte zuletzt auch mit prestigeträchtigen Siegen auf der Strasse. Wie verfolgen Sie seinen Weg?

«Ich sehe ihn definitiv als einen meiner grössten Konkurrenten. Es ist extrem beeindruckend, was er leistet - wie er die Quer-Saison bestreitet, dann in den Strassen-Klassikern brilliert und im Anschluss auch an einer belgischen Mountainbike-Rundfahrt triumphiert. Zwei Tage vor dem Short-Track-Rennen am Freitag in Albstadt fährt er noch einmal ein Strassenrennen. Das ist extrem, ich könnte das nicht. Vor ihm habe ich deshalb am meisten Respekt. Aber so erfolgreich wie er jetzt auch auf der Strasse war, kann es gut sein, dass er plötzlich nur noch auf der Strasse anzutreffen ist. Ich kann mir vorstellen, dass ihm gerade die Türen eingerannt werden. Und ewig kann wohl auch Van der Poel so ein Mammutprogramm nicht bewältigen.»

Am Cape Epic griff Sie der brasilianische Mitkonkurrent Henrique Avancini nach einer Etappe in einem Interview an. Er warf Ihnen vor, Sie würden die Gegner während der Rennen wie Dreck behandeln. Was sagen Sie mit etwas Abstand dazu?

«Für mein Empfinden hat er total überreagiert, er sprach wohl aus den Emotionen heraus. Ich schätze ihn als Athleten eigentlich sehr, und ich fahre gerne gegen ihn. Dass es während eines Rennens Diskussionen gibt, ist doch normal, und wenn ein Team am Cape Epic als Gesamtzweiter an der Spitze nur im Windschatten fährt, sage ich das auch. Fürs Protokoll: Ich habe ihm nichts Wüstes gesagt. Doch er unterstellte mir 'mentale Kriegsführung' und meinte, das sei nicht erlaubt.» (schmunzelt)

Wie steht es um euer Verhältnis?

«Er hat sich entschuldigt und den Gang über die Medien als Fehler bezeichnet. Aber das Verhältnis ist nicht mehr das gleiche.»

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