Nico Hischier: «Es ist ein einmaliges Erlebnis»

Nico Hischier hat in seiner jungen Karriere schon einiges erlebt. Dass er heute Montag mit den New Jersey Devils auf sein ehemaliges Team SC Bern trifft, ist ein weiteres Highlight.

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Der «Poster Boy» des Schweizer Eishockey: Nico Hischier gastiert mit den New Jersey Devils heute Montag in Bern (Bild: KEYSTONE/AP/JULIO CORTEZ)

Der «Poster Boy» des Schweizer Eishockey: Nico Hischier gastiert mit den New Jersey Devils heute Montag in Bern (Bild: KEYSTONE/AP/JULIO CORTEZ)

(sda)

«Ich sehe das als einmaliges Erlebnis, das ich voll geniessen werde. Die Vorfreude ist riesig», sagt Hischier. Der Center hatte 2014 von Visp zu den Bernern gewechselt, für die er im Alter von 16 Jahren die ersten Partien in der höchsten Schweizer Liga bestritt. Nachdem er Ende Juni 2017 von New Jersey als Nummer 1 gedraftet worden war, stand eine Rückkehr zum SCB im Raum, falls er es bei den Devils nicht ins Team schaffen würde.

Das tat er aber, und wie. Hischier überzeugte in der ersten Saison in der besten Liga der Welt mit 21 Toren und 33 Assists in 87 Partien. Linienkollege Taylor Hall sagte nach der Wahl zum wertvollsten Spieler der National Hockey League in der abgelaufenen Saison, dass Hischier einer der Gründe dafür sei, dass er den Preis erhalten habe. Selbst die kanadische Eishockey-Ikone Wayne Gretzky lobte das Schweizer Ausnahmetalent. Er schrieb einem Journalisten eine SMS mit den Worten: «Sag der Nummer 13, dass ich es liebe, ihm zuzuschauen.» Hischier war darob etwas fassungslos: «Als ich das hörte, glaubte ich es zunächst nicht. Es ist ein krasses Lob, das mich mit Stolz erfüllt und Lust auf mehr macht.»

Deswegen abzuheben, da besteht bei Hischier keine Gefahr. «Lob braucht es sicher auch. Es gibt ein gutes Gefühl. Ich nehme es aber nicht zu ernst und gebe weiter Gas», sagte er. Ohnehin scheint ihn nichts aus der Ruhe zu bringen. «Das ist meine Art. Ich bin ein Mensch, der Sachen locker angeht und dennoch ehrgeizig ist.» Fährt er nie aus der Haut? «Das gibt es fast nie.» Mittlerweile hat er auch gelernt zu verlieren. Als Kind ist ihm das noch schwerer gefallen.

Hischier mit neuem Weg im Sommer

Für die zweite Saison in der NHL fühlt sich Hischier gerüstet. Er trainierte im Sommer nicht mehr mit dem SC Bern, sondern unter dem Athletiktrainer Samuel Boehringer, den er bei der Nationalmannschaft kennengelernt hatte. «Im vergangenen Jahr war noch unklar, wo ich spielen würde. Ich konnte beim SCB alles mitmachen, und das passte mir. Nun wollte ich etwas Neues probieren», begründete Hischier den Wechsel.

Das Training absolvierte er zusammen mit Verteidiger Yannick Rathgeb, der von den New York Islanders zum Farmteam Bridgeport Sound Tigers in die AHL geschickt worden ist. Bezüglich der Inhalte gab es von New Jersey keine Vorgaben, die Verantwortlichen der Devils sagten einfach, dass er fit sein müsse. Hischier sollte aber etwas an Muskelmasse zulegen, was ihm mit zwei bis drei Kilogramm gelang.

Für Hischier zählt nur das Team

Was nimmt er aus der ersten Saison bei den Devils mit? «Die allgemeinen Erfahrungen, wie die Liga, wie das Reisen ist», so Hischier. An Letzteres musste er sich zunächst gewöhnen. Das speziellste Erlebnis war für ihn die erste Partie, die gegen die Colorado Avalanche 4:1 gewonnen ging: «Es waren ziemlich viele Emotionen im Spiel. Zu Beginn war ich etwas nervös, nach den ersten beiden Einsätzen ging es dann aber gut.»

Die persönliche Statistik ist für Hischier nicht wichtig, ihm geht es einzig und allein um den Erfolg des Teams. Deshalb setzt er sich kein individuelles Ziel in Form von Skorerpunkten. Die Erwartungen umschreibt er so: «Ich will der Mannschaft helfen zu gewinnen, damit wir wieder die Playoffs erreichen.» Hischier weiter: «Wir haben gezeigt, dass wir ein gutes Team sind. Wir dürfen nun aber nicht zufrieden sein. Jede Mannschaft kann die Playoffs erreichen. Ich freue mich einfach auf die Saison, doch es wird nicht einfach.» Zunächst will Hischier aber die spezielle Partie in Bern geniessen.