Nach vier Monaten Pause geht die Motorrad-WM in Jerez weiter

Gut vier Monate nach dem Saisonauftakt geht es in der Motorrad-WM weiter. Die Schweizer Moto2-Fahrer Tom Lüthi und Jesko Raffin wollen am Wochenende in Jerez den missglückten Start vergessen machen.

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Beim Neustart der Moto2 sehr zuversichtlich: Tom Lüthi
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Strebt Plätze in den Top 15 an: Jesko Raffin
Lernjahr in der Moto3: der Freiburger Jason Dupasquier

Beim Neustart der Moto2 sehr zuversichtlich: Tom Lüthi

KEYSTONE/ALESSANDRO DELLA VALLE
(sda)

Die letzten Monate waren für die besten Motorrad-Cracks der Welt eine schwere Zeit. Sie vermissten nicht nur das Rennfeeling, für die meisten fehlte auch der Geruch von Benzin, Gummi und Asphalt. Zum Nichtstun verdammt waren auch Tom Lüthi und Jesko Raffin. Dabei hätten sie nach einem wenig erfolgreichen Wochenende Anfang März in Katar - Lüthi 10., Raffin 23. - gerne die Scharte sogleich ausgewetzt.

Daraus wurde wegen der Coronavirus-Pandemie nichts. Nun geht es aber mit einem eigentlichen Mammutprogramm weiter. Innerhalb von 17 Wochen stehen 13 GP im Kalender, anschliessend folgen vielleicht noch drei Rennen in Übersee. Vieles wird dabei neu sein: weniger Personal an der Strecke, Corona-Tests, Masken für alle Beteiligten, ein eingeschränkter Bewegungsradius, der sich auf Hotel und Rennstrecke beschränkt und natürlich keine Zuschauer. Dennoch sagt Jesko Raffin: «Sobald ich den Helm aufhabe, wird es sein wie früher.» Und Tom Lüthi freut sich «das Team zu sehen, zusammenzuarbeiten und vor allem endlich wieder mein Motorrad zu fahren.»

Die Hitze als Unsicherheitsfaktor

Natürlich geht es aber nicht in erster Linie um den Spass, sondern um Resultate. Lüthi, dessen Ambition es ist, ein ernstes Wort um den WM-Titel mitzureden, erwartet Podestplätze und keine 10. Ränge. An die Strecke im Süden Spaniens hat er gute Erinnerungen. «Es freut mich, dass wir direkt in Jerez starten, denn die Vorsaison-Tests liefen richtig gut.» Das ist noch untertrieben. Im Februar war der 33-jährige Emmentaler der absolut Schnellste auf dem Circuito de Jerez. Allerdings dürften die Bedingungen an den nächsten beiden Wochenenden ziemlich anders ein. Es sind Temperaturen von bis zu 38 Grad vorhergesagt, das ist auch deutlich höher als beim üblichen Renntermin im Mai.

Dennoch ist Lüthi guten Mutes. «Der 10. Platz in Katar war natürlich nicht, was wir uns erhofft und vorgestellt haben. Aber ich hoffe, dass ich schnell in meinen Rhythmus finde. Wir möchten dann am Rennwochenende über alle Sessions hinweg eine gute Performance abliefern, um am Sonntag im Rennen vorne mitmischen zu können.» Er weiss mit Dynavolt-Intact ein Team im Rücken, das im letzten Jahr bewies, dass es ein konkurrenzfähiges Motorrad auf die Strecke bringt. Das könnte sich als Vorteil erweisen, denn vor dem ersten offiziellen Training am Freitag blieben lediglich zwei kurze Tests am Mittwoch, um sich wieder an die Gegebenheiten in der Moto2 zu gewöhnen.

Schwieriger Start für Raffin und Dupasquier

Für Jesko Raffin war es nach zwei Jahren eine schwierige Rückkehr als WM-Stammfahrer. Das erste Renn-Wochenende im niederländischen NTS-Team verlief in Katar nicht nach Wunsch, dann kam gleich die lange Pause. Nun nimmt der 24-jährige Zürcher einen neuen Anlauf. Das Ziel bleibt dasselbe: «In die Punkte fahren.»

Davon dürfte Jason Dupasquier noch etwas weiter entfernt sein. Der erst 18-jährige Freiburger ist in der Moto3 ein echter Rookie und soll in diesem Jahr vor allem Erfahrungen sammeln und lernen. Der Unterbruch nach einem 25. Platz in Katar war dabei sicher nicht ideal, umgekehrt hat er noch keinen Druck, sich sofort beweisen zu müssen. In den nächsten Wochen erhält er in seinem deutschen Team aber auf jeden Fall genügend Fahrpraxis.