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Mujinga Kambundjis vielversprechender Auftakt

Mujinga Kambundji hält mit zwei gelungenen Auftritten in der Diamond League zu Beginn des Leichtathletik-Sommers die Schweiz im Gespräch. Die 25-Jährige blickt auf ihren besten Saisonstart zurück.
Mujinga Kambundji spricht über ihren erfolgreichen Saisonstart (Bild: KEYSTONE/ANTHONY ANEX)

Mujinga Kambundji spricht über ihren erfolgreichen Saisonstart (Bild: KEYSTONE/ANTHONY ANEX)

(sda)

"Ich bin selber erstaunt, dass ich so schnell war", kommentierte Mujinga Kambundji ihre Auftritte in Doha und Schanghai, wo sie vor elf Tagen in einem Weltklasse-Feld über 100 m in 11,17 Sekunden überzeugte und vergangenen Samstag über die halbe Bahnrunde in 22,72 Sekunden die viertbeste Zeit ihrer Karriere ablieferte. "In der Regel brauche ich ein paar Läufe, um reinzukommen. Nun aber konnte ich wohl die Form der Halle mitnehmen. Vom Gefühl her bin ich auf höherem Niveau eingestiegen als sonst", mutmasste sie. Ihr Coup mit dem Gewinn von WM-Bronze über 60 m an den Hallen-Weltmeisterschaften in Birmingham liegt erst knapp zweieinhalb Monate zurück.

Und in gut zweieinhalb Monaten steht der eigentliche Saisonhöhepunkt an. An den Europameisterschaften in Berlin dürfte die Sprinterin Anfang August gleich in drei Disziplinen im Final stehen: über 100 m, über 200 m und mit der Sprint-Staffel. "Die Finals sind realistisch, aber das Ziel ist eine Medaille", betonte Kambundji, die über 100 m eine Bronzemedaille von den EM 2016 in Amsterdam zu verteidigen hat. Auf dem Weg nach Berlin will sie ihren Schweizer Rekord über 100 m (derzeit 11,07) unter 11 Sekunden senken und Lea Sprunger wieder die Bestmarke über 200 m abjagen. Die Waadtländerin nutzte im Sommer 2016 perfekte Bedingungen zu einem Lauf in 22,38 Sekunden.

Turbulenzen hinter den Kulissen

Das vergangene halbe Jahr mit zwei Trainerwechseln wirkt sich auf Kambundjis Leistungen nicht negativ aus."Es waren turbulente letzte Monate. Aber im Wettkampf kann ich abschalten", sagte die derzeit erfolgreichste Schweizer Sprinterin. Ende November 2017 trennte sie sich von ihrem langjährigem Coach, dem deutsch-kirgisischen Valerij Bauer. Die Zusammenarbeit mit dem Niederländer Henk Kraaijenhof dauerte aber nur einige Monate. Danach sprangen der Jugend-Coach Jacques Cordey und der eng mit der Leichtathletik verbundene Trainer Adrian Rothenbühler ein. Im April trainierte die Bernerin erstmals in Florida bei der Gruppe von Rana Reider. Dem Amerikaner, der seine Basis in den Niederlanden hat, vertrauen unter anderen Top-Stars wie Europas Sprint-Queen Dafne Schippers oder der zweifache Dreisprung-Olympiasieger Christian Taylor.

Hinter den Kulissen hängt vieles in der Schwebe. Reider, der zwar in Doha und Schanghai vor Ort war, kann Kambundji nicht eng auf dem Trainingsplatz begleiten, zumal die Frau aus Köniz nicht in die Niederlande ziehen will. Dies führt zur Situation, dass Reider zwar die Trainingspläne schreibt und auch oft mit Kambundji telefoniert, Cordey mithilft, Rothenbühler von Magglingen aus einen Gesamtüberblick hält, der neue Staffel-Trainer Raphael Monachon auch eingebunden werden muss und die Athletin trotz allem im Berner Wankdorf, im Liebefeld oder in Magglingen oft ohne Coach auf dem Trainingsplatz steht.

Kambundji scheint dies nicht zu stören. "Ich bin eh ein extremer Wettkampf-Typ. Im Training komme ich selten auf mein höchstes Niveau", sagte sie im Rahmen der Präsentation des neuen Berner Meetings "Citius", das in der Schweiz Fuss fassen will. Weltklasse Zürich und die Athletissima in Lausanne geben hierzulande den Ton an, danach folgt Spitzenleichtathletik Luzern. Nun will eine Gruppe junger Leichtathletik-Freunde das Meetin Bern (am Samstag, 16. Juni) auf einer Stufe der Anlässe von Bellinzona oder Genf etablieren.

Kambundji wird im Sommer 2018 an allen wichtigen Schweizer Leichtathletik-Events starten. "Auf das Meeting in meinem Heimstadion freue ich mich speziell", betonte sie. Für viele ihrer Leichtathletik-Kolleginnen bestünde die Schweiz aus Zürich und Lausanne, dass Bern aber die Hauptstadt sei, wüssten sie nicht.

Läuft diesen Sommer alles nach Plan, bleibt für Kambundji nach den Rekorden und Medaillen nur noch die Trainerfrage zu klären. "Rana und ich haben keinen Vertrag, wir befinden uns in einer Art Probezeit. Aber in einer sehr fortgeschrittenen", betonte sie.

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