Mathieu van der Poel deklassiert die Konkurrenz in Dübendorf

Mathieu van der Poel verteidigt seinen WM-Titel im Radquer souverän. Der 25-jährige Dominator siegt in Dübendorf hochüberlegen vor dem 20-jährigen Briten Thomas Pidcock und dem Belgier Toon Aerts.

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Mathieu van der Poel kostet seinen Solosieg auf den letzten Metern aus
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Timon Rüegg schafft es als bester Schweizer auf den 13. Platz
Der niederländische Überflieger ist auf dem Flughafengelände von Dübendorf nicht aufzuhalten
Auch die steilen Aufstiege auf die Schutzwälle bewältigt Mathieu van der Poel leichtfüssig

Mathieu van der Poel kostet seinen Solosieg auf den letzten Metern aus

KEYSTONE/GE
(sda)

Vor dem Rennen hatte Mathieu van der Poel Kritik an der WM-Strecke geübt. Am Ende passte das verschiedentlich zunächst für zu leicht befundene Terrain aber bestens zum Geschehen: Auf dem flachen, aber mit Schutzwällen und Brücken gespickten Flughafengelände von Dübendorf deklassierte der niederländische Überflieger die Konkurrenz bei durchaus schwierigen, weil schlammigen und windigen Verhältnissen regelrecht.

Van der Poel, der Nino Schurter Ende Juli an den Olympischen Spielen in Tokio die Goldmedaille im Mountainbike streitig machen wird, griff unmittelbar nach dem Start an und bewältigte die sieben Runden solo und ohne böse Überraschung. Unterwegs zu seinem dritten WM-Titel nach 2015 und 2019 konnte es sich Van Poel leisten, die letzte Runde mit gebührender Vorsicht anzugehen. Am Ende wies er einen Vorsprung von 1:20 Minuten auf den letztjährigen U23-Weltmeister Pidcock auf.

Van der Poels Triumph in Dübendorf war einer mit Ankündigung. Mit 25 Jahren dominiert der in Belgien wohnhafte Enkel des im November verstorbenen Raymond Poulidor die Konkurrenz nach Belieben. Von den 24 Quer-Rennen, zu denen er in dieser Saison antrat, gewann er 23. Auch auf der Strasse und bei den Mountainbikern gehört Van der Poel bereits zu den Besten. Unter anderem wurde er 2018 Zweiter an der Strassen-EM und gewann er im letzten Sommer zwei Rennen der World Tour. Im olympischen Cross-Country der Mountainbiker bezwang er Nino Schurter letzte Saison im Weltcup mehrmals und gewann er 2018 in Lenzerheide WM-Bronze.

Timon Rüegg bester Schweizer

Die Schweizer mischten erwartungsgemäss nicht zuvorderst mit. Als 13. erfüllte der Teamleader Timon Rüegg trotz zweimaligem Defekt das Soll. Simon Zahner, der einen Monat vor seinem 37. Geburtstag womöglich wie Marcel Wildhaber (34.) sein letztes Profirennen bestritt, wurde 21., die Mountainbike-Spezialisten Nicola Rohrbach und Lukas Flückiger belegten die Ränge 22 und 29. «Die Stimmung war grandios. Normalerweise hörst du beim Fahren den Wind oder sonstige Geräusche. Diesmal hörte ich nichts», schwärmte Rüegg. Rund 13'000 Zuschauer verfolgten das Geschehen am Sonntag vor Ort. Bei Kevin Kuhns Silberfahrt im U23-Rennen waren es am Samstag 9000 gewesen.

Bei den U19-Junioren verpasste der Schweizer Hoffnungsträger Dario Lillo das Podest knapp. Der 17-jährige St. Galler stürzte in der letzten Abfahrt des Rennens auf Platz 3 liegend und wurde Vierter. Obschon die Verhältnisse nicht auf die Fähigkeiten des kräftig gebauten Eschenbachers zugeschnitten waren, schien eine zweite Schweizer Medaille greifbar. «Ich bin schwer enttäuscht. Im Sprint wäre ich stärker gewesen als mein Konkurrent um Bronze. Letztlich machte ich ein, zwei Fehler zu viel», sagte Lillo.