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Martin Fuchs mit konsequentem Ritt auf vorgezeichnetem Weg

Martin Fuchs setzt in Rotterdam seiner noch jungen, aber eindrucksvollen Karriere als Europameister die erste Krone auf. Der Zürcher setzt konsequent auf die Karte Spitzensport.
Die Champagner-Dusche für den Europameister Martin Fuchs. (Bild: KEYSTONE/EPA ANP/OLAF KRAAK)

Die Champagner-Dusche für den Europameister Martin Fuchs. (Bild: KEYSTONE/EPA ANP/OLAF KRAAK)

(sda)

Der Weg des Spross aus dem Fuchs-Clan war eigentlich vorgezeichnet: Vater Thomas: Reiter. Mutter Renata: Reiterin. Onkel Markus: Reiter. Götti Willi Melliger: Reiter. Steve Guerdat, einer seiner engen Freunde: schon Olympiasieger. Dies allein macht allerdings keinen Europameister. Ein international erfolgreicher Springreiter braucht mehr als Talent, harte Arbeit und gute Pferde. «Heute sind 15 bis 20 Fähigkeiten gefragt», betont der Schweizer Equipenchef Andy Kistler und beginnt mit einer Aufzählung: Das Management im Stall, den Einsatz all der Pferde richtig planen, die Fitness, die Ernährung, der Auftritt vor der Presse und den Kameras, in den sozialen Medien präsent sein oder die Beziehung zu den Besitzern der Pferde pflegen.

Martin Fuchs hätte wie sein Bruder einen anderen Weg einschlagen können. Aber er entschied sich gegen den Job am Schreibtisch, gegen andere Sportarten und strebte die Laufbahn des Weltklasse-Springreiters mit einer Konsequenz an, die beeindruckt. «Vielleicht ist es mein Biss, der mich manchmal erfolgreicher macht», sagte er einst in einem Interview.

Der heute 27-Jährige reihte in allen Altersstufen Erfolg an Erfolg, er gewann 2015 als Team-Neuling mit der Equipe Mannschafts-Bronze an den Europameisterschaften in Aachen, nahm an den Olympischen Spielen in Rio teil, schrammte beim CHIO in Aachen beim prestigeträchtigsten aller Grand Prix knapp am Sieg vorbei, drehte diverse Ehrenrunden und stiess in diesem Jahr erstmals in die Top 3 der Weltrangliste vor.

In den vergangenen 12 Monaten allerdings drohte ihm auf allerhöchstem Niveau die Silbersträhne oder das Image des ersten Verlierers: An den Weltmeisterschaften 2018 in den USA wurde er Zweiter, beim Weltcup-Final in Göteborg, dem wichtigsten Ereignis im Winterhalbjahr, wurde er Zweiter und am Sonntag in Rotterdam war er bis zum zweitletzten Hindernis auch Zweiter. Der Fehler seines Kollegen Ben Maher aber bescherte Fuchs nun endlich den Coup. Er ist als erst zweiter Schweizer Springreiter Europameister im Einzel und trat in die Fussstapfen seines verstorbenen Götti Willi Melliger.

Das Umfeld stimmt

Für die Belange des Sports stechen bei Martin Fuchs zwei Personen heraus: Sein Vater und Trainer Thomas sowie Steve Guerdat. Die Vater-Sohn-Beziehung hat funktioniert und funktioniert immer noch. Thomas Fuchs hilft auch Steve Guerdat und ist zugleich Nationaltrainer. Besonders eng ist die Beziehung von Martin Fuchs zu Guerdat. Die beiden werden als Zwillinge bezeichnet, obschon sie zehn Jahre auseinander liegen. Der junge Guerdat aus dem Jura wurde in seinen Lehrjahren in der Fuchs-Familie als dritter Sohn aufgenommen. Der Europameister und der Olympiasieger verstehen sich seit jeher gut. Als Fuchs als junger Reiter ins Nationalteam kam, war Guerdat bereits ein Star und somit erster Ansprechpartner. Beide haben inzwischen ihre eigenen Stallungen - Guerdat in Elgg und Martin Fuchs in Wängi im Kanton Thurgau. Guerdat ist die Weltnummer 1, Thomas Fuchs einer der besten Trainer weltweit. Was will ein Spitzenreiter mehr?

Trotz aller Professionalität als Sportler, eine unberechenbare Variable bleibt: das Pferd. Die Beziehung zwischen Mensch und Tier kann rasch auseinander brechen, durch Verkauf oder durch Verletzung. Von Ersterem bleibt der Europameister dank seines Mäzens Luigi Baleri im Fall von Clooney verschont, obwohl der Fuchs-Clan vom Pferdehandel lebt. Das Geld bestimmt das Geschäft und auch den Sport. Martin Fuchs hat dies auch schon erlebt. Sein Pferd Cynar, mit dem er für die Olympischen Spiele in Rio planen wollte, wurde via den Niederländer Jan Tops an Jessica Springsteen verkauft, die Tochter des Rockmusikers Bruce Springsteen. Ein anderes Pferd ging an die Tochter von Bill Gates.

Die Verletzungshexe schlug bei Clooney vor eineinhalb Jahren zu. Der Schimmel erlitt eine Kolik. Erst auf die Weltmeisterschaften wurde er wieder fit. Und er scheint noch einen Zacken zugelegt zu haben. Clooney war in jungen Jahren frech, hatte einen starken Charakter, mochte das Wasser nicht, war nicht der Schnellste. Aber jetzt ist er fertig ausgebildet, steht im Zenit und harmoniert perfekt. «Ich wusste, dass Clooney mich nicht hängen lässt, wenn ich alles richtig machte», lobte der Europameister den Schimmel nach der Siegerehrung.

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