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«Marathon-Mann» Maurer und die jungen Wilden aus Genf

Genève-Servette ist trotz der 1:5-Niederlage vom Dienstag bei Titelanwärter Zug das Überraschungsteam der Startphase der Schweizer Meisterschaft.
Trainer Patrick Emond will Genève-Servette nach einem Top-Start nach den jüngsten Rückschlägen auf den Erfolgsweg zurückbringen (Bild: KEYSTONE/SALVATORE DI NOLFI)

Trainer Patrick Emond will Genève-Servette nach einem Top-Start nach den jüngsten Rückschlägen auf den Erfolgsweg zurückbringen (Bild: KEYSTONE/SALVATORE DI NOLFI)

(sda)

Erstmals seit 2012 waren die Genfer in der letzten Woche solo Leader, zuletzt noch bis am Dienstagabend punktgleich mit den ZSC Lions. Dabei hatten die Genfer in der Vorsaison erst auf den letzten Drücker die Playoffs erreicht, da aber immerhin den nachmaligen Meister Bern in sechs Spielen - unter anderem in einer Rekordverlängerung - gefordert.

Danach kam es zum Wechsel an der Bande: Der langjährige Nachwuchstrainer Patrick Emond (54), der zuletzt Genfs Elite-Junioren zu zwei Meistertiteln geführt hatte, wurde zum Headcoach befördert, Servettes «Dauertrainer» Chris McSorley dagegen ein weiteres Mal auf den Sportdirektor-Posten «reduziert». Mit Kevin Romy (Rücktritt) und dem langjährigen Captain Goran Bezina (lässt Karriere aktuell beim Swiss-League-Aufsteiger Sierre ausklingen) sind zudem zwei Spieler weg, die das Gesicht des Klubs in den letzten Jahren geprägt haben.

Geblieben ist im Vergleich zur Vorsaison indes eine stets prominent besetzte Verletztenliste. Mit Nationalstürmer Tanner Richard und Abwehrchef Henrik Tömmernes fehlen neben anderen Rollenspielern aktuell zwei Leistungsträger voraussichtlich noch mindestens einen Monat.

Wegen der Knieverletzung von Tömmernes ist der von Biel zurückgeholte Verteidiger Marco Maurer in Sachen Eiszeit zum Marathon-Mann aufgestiegen. «Es ist schön, dass ich soviel Vertrauen bekomme. Doch Tömmernes fehlt uns natürlich schon. Vorab im Powerplay», sagt Maurer.

Für den 31-jährigen Verteidiger war das 1:5 in Zug eine bittere Pille. Seine Karriere hatte er einst beim EVZ lanciert. «Ich spielte 19 Jahre für den Klub. Ich bin in ein Herti-Kind und mein Herz ist immer noch in Zug.»

Schliesslich sorgte Maurer 2017, als er bei Biel unter Vertrag stand, in der Saisonpause auch in Zug für Schlagzeilen. Dies, weil der stämmige Crack (1,89 m, 97 kg) einen flüchtenden Dieb stellte. Seine Bekanntheitsgrad schnellte da auch ausserhalb der Eisrinks nach oben.

«Dachte, dass Chris Trainer bleibt»

Maurer ist nun aber zum zweiten Mal in seiner Karriere in Genf gelandet, wo er 2010 unter McSorley unter anderem in den Playoff-Halbfinals den EVZ ausschaltete und dann den ersten Meistertitel mit den Genfern nur knapp verpasste (3:4 Siege im Final gegen Bern).

Für ihn selbst kam die Rückkehr an den Lac Léman unerwartet. Obschon er als Schweizer Top-Transfer von Genf gilt, bekennt der Routinier gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA freimütig: «Ich besass keine andere Option.»

Chris McSorley war es, der Maurer die Rückkehr nach Genf schmackhaft machte. «Ich dachte zuerst, dass Chris Trainer bleibt. Ich musste mit dieser Situation erst klarkommen, denn es war dann halt alles ein wenig anders als abgemacht. Aber nicht nur in der NHL, auch in der Schweiz kann es schnell gehen», so Maurer.

Effizienz ist gefragt

Patrick Emond sei indes ein Trainer, der den Genfern ein modernes Eishockey vermittelt hätte. «Wir spielen intensiv und attraktiv, vielleicht noch nicht so gradlinig.» Zuletzt wurde der Aufwärtstrend jäh gestoppt. Maurer sagt: «Gegen Zug waren wir immer einen Schritt zu spät. Wenn man zu spät anfängt zu kämpfen, wird es schwierig. Wir hatten schon vorher das eine oder andere Spiel gehabt, das wir noch mit Glück gewannen wie in Lugano oder in Ambri-Piotta.»

Danach gab es die Overtime-Niederlage gegen Schlusslicht Fribourg-Gottéron und nun die deutliche Pleite in Zug. Jetzt sei eine Reaktion gefragt, auch die bislang unbekümmerten Youngsters müssten nun eine Reaktion zeigen. «Nun geht es auch für die jungen Spieler in erster Linie darum, effizient zu spielen», so Maurer.

Der erst 23-jährige Captain Noah Rod ist sich sicher, dass mit Emond «genau der richtige Mann für die Korrektur da ist. Er ist sehr nah bei den Spielern und kann sehr gute Erklärungen liefern.» Der Nationalstürmer hatte schon bei den Elite-Junioren unter dem 54-jährigen Kanadier Emond gespielt - wie fast das halbe Team der Genfer.

Eigengewächse wie Stürmer Deniss Smirnovs oder Guillaume Maillard, der aus Nordamerika zurückgeholte Verteidiger Simon Le Coultre (durchlief den Nachwuchs von Lausanne), aber auch die von den ZSC Lions geholten Roger Karrer (Verteidiger) und Mirco Miranda stehen für die jungen Wilden von Servette. Smirnovs, der 20-jährige Lette mit Schweizer Lizenz, ist mit sieben Punkten (1 Tor) gar der zweitbeste Skorer der Mannschaft hinter dem Amerikaner Tommy Wingels (4 Tore/7 Assists).

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