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Luganos Sportchef Habisreutinger über Tessiner Werte

Vor der Playoff-Finalissima im Tessin spricht Luganos Sportchef Roland Habisreutinger im SDA-Interview über die Schlüsselfiguren der hochklassigen und dramatischen Serie gegen ZSC Lions.
Die Luganesi wollen auch am Freitag jubeln (Bild: KEYSTONE/PATRICK B. KRAEMER)

Die Luganesi wollen auch am Freitag jubeln (Bild: KEYSTONE/PATRICK B. KRAEMER)

(sda)

Vor der Playoff-Finalissima im Tessin spricht Luganos Sportchef Roland Habisreutinger im SDA-Interview über die Schlüsselfiguren der hochklassigen und dramatischen Serie gegen ZSC Lions.

Roland Habisreutinger, Lugano wehrte primär dank viel Herz, Kampf und einer Menge Leidenschaft zwei Zürcher Meisterpucks ab. Stimmen Sie zu?

"Das etwas grössere Herz benötigten wir während den Playoffs schon mehrfach. Nach dem Rückstand gegen Biel (0:2 in der Serie) ging der Mannschaft ein Licht auf - einer alleine kann den Unterschied eben nicht erzwingen, über das Team ist hingegen vieles lösbar."

In Zürich drohte während einer 20-minütigen Druckwelle im zweiten Drittel das Saisonende.

"Wir waren sicher nicht besser als Zürich. In solchen Spielen zählt nur das Ergebnis, für die Art und Weise interessiert sich später niemand mehr. Die Hockey-Götter waren am Mittwoch Tessiner - aber die Mannschaft hat alles dafür getan, dass die Vorteile auf unsere Seite kippten."

Elvis Merzlikins macht den Unterschied.

"Ich verfolge seine Entwicklung seit 2009. Er machte jedes Jahr einen weiteren riesigen Schritt in die richtige Richtung. Seine Fortschritte sind das Ergebnis eines Arbeitsprozesses. Auf dem Eis hat er mittlerweile eine gute Balance zwischen Show und Stabilität gefunden. Elvis ist ein ganz wichtiges Element dieser Gruppe. Wenn eine Mannschaft weiss, dass sie sich immer zu hundert Prozent auf den Goalie verlassen kann, tritt sie ganz anders auf."

Er ist mit 545 Playoff-Saves und einer Fangquote von 93,32 Prozent die unbestrittene Nummer 1 in der National League.

"Unser Keeper ist momentan sicher der heisseste Goalie der Schweiz. Er macht auch alles dafür und arbeitet unglaublich akribisch im Training."

Eine weitere Schlüsselfigur ist Topskorer Maxim Lapierre. 2016 gehörte er noch zur Kategorie Provokateur ohne jeglichen spielerischen Einfluss - zu Unrecht?

"Max spielte entsprechend Hockey. Nicht nur extern, sondern auch intern stellte sich damals die Frage: Wollen wir einen für den Zirkus oder wollen wir einen Leader, der die Mannschaft besser macht?"

Wie kam es zur Metamorphose des Jahres?

"Lassen Sie mich etwas ausholen. Lapierre ist eine unglaublich intelligente Persönlichkeit. Dem Erfolg ordnet er alles unter. Nach dem Trainerwechsel (Ireland ersetzte Shedden im Januar 2017) stand er vor der Situation: Entweder packe ich es jetzt, oder ich packe. Seine Rolle veränderte sich danach komplett. Er ging nicht mehr aufs Eis, um zu provozieren. Er führte stattdessen die jungen Spieler auf eine sensationelle Art. Inzwischen ist kein Spieler in der Schweiz wichtiger für die Teamchemie als Lapierre. Er spürt exakt, wie viel Input nötig ist."

Beeindruckt Sie sein Wandel?

"Ich würde sagen, dass vielleicht einer von hundert Spielern in der Lage ist, sich derart zu verändern und anzupassen; angesichts seines Images war das nicht einfach. Heute ist es eine unserer Stärken, dass wir Ausländer unter Vertrag haben, die Tore schiessen und gleichzeitig kopfvoran Schüsse blocken."

Sorgten Sie sich nach der Attacke von Fredrik Pettersson um die Gesundheit Ihres besten Stürmers?

"Bei Freddie kam in diesen zwei Sekunden die ganze Frustration seines Playoff-Finals zum Vorschein. Im ersten Moment befürchtete ich schon, Lapierres Saison könnte zu Ende sein. Wäre nicht noch ein zweiter Zürcher halb dazwischen gestanden, hätte es auch so ausgehen können, dass Lapierre gar nie mehr Eishockey spielt. Das ist die Realität, da sind manchmal Millimeter entscheidend."

Mit Raffaele Sannitz ging ein zweiter Antreiber angeschlagen aus dem Spiel - die Liste der Verletzten wird immer länger.

"Die Mannschaft zahlt einen hohen Preis - aber nach jedem Ausfall springt ein anderer in die Bresche. Die Jungen erhalten viel Eiszeit und holen derzeit nahezu das Maximum heraus."

Die forschen Jungen verkörpern das während Jahren angestrebte Tessiner Element. Erfüllt Sie diese Entwicklung mit Stolz?

"Wir hatten in Zürich elf Spieler im Line-up, die beim HC Lugano schon im Nachwuchs eingesetzt worden sind. Das ist eine grosse Genugtuung. Anstatt vom Duell der Milliardäre zu schreiben, könnte man auch thematisieren, dass beide Vereine den Einbau von eigenen Junioren forciert haben."

Luganos Tifoseria war immer schon temperamentvoll und laut. Spüren Sie nun noch mehr Identifikation mit der hart arbeitenden Squadra?

"Das Tessin ist im Moment sehr stolz auf diese Mannschaft - auch ausserhalb von Lugano. Sie verkörpert die Südschweizer Werte, sie fasziniert den ganzen Kanton mit ihrer Bereitschaft, sehr hart zu arbeiten, sich nie unterkriegen zu lassen, sich aufzulehnen."

Wird die Resega beben?

"Ich erwarte ein Tollhaus mit Zuschauern, die stolz kommen und die Halle auch wieder stolz verlassen werden. Die Tifosi sind zufrieden mit der Einstellung, sie anerkennen den Weg, ihre Wertschätzung ist beträchtlich. Die Konstellation ist nicht mehr zu vergleichen mit früher."

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