Ligue 1 abgebrochen - Paris Saint-Germain Meister

Als erste europäische Top-Liga bricht die Ligue 1 in Frankreich die Saison wegen der Corona-Krise ab. Der souveräne Leader Paris Saint-Germain wird zum Meister erklärt.

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Kylian Mbappé und Paris Saint-Germain bekommen den Meistertitel zugesprochen

Kylian Mbappé und Paris Saint-Germain bekommen den Meistertitel zugesprochen

KEYSTONE/EPA/YOAN VALAT
(sda)

Die französische Profiliga vollzog am Donnerstag den nicht mehr überraschenden Schritt, nachdem Premierminister Edouard Philippe in seiner Rede vor der Nationalversammlung zwei Tage zuvor eine Wiederaufnahme der seit Mitte März ruhenden Meisterschaft in dieser Saison für unmöglich erklärt hatte - auch ohne Zuschauer in den Stadien.

Zwar hätten die beiden höchsten Ligen ab Anfang August wieder Geisterspiele bestreiten können, doch bei zehn noch ausstehenden Runden plus ein Nachholspiel wäre es nicht möglich gewesen, die Saison zu einem vernünftigen Zeitpunkt zu beenden. Die neue Spielzeit (mit einem neuen TV-Rechteinhaber) soll schon am 23. August beginnen.

Neunter Titel für PSG

Die Tabelle nach der 28. von geplanten 38 Runden wurde gewertet. Es wäre keine Überraschung, wenn dieser Entscheid noch ein juristisches Nachspiel hätte. Mit nur einem Punkt Vorsprung sicherte sich etwa Rennes den 3. Platz vor Lille. Damit spielt Rennes die Qualifikation um die Champions-League-Teilnahme, und Lille muss sich mit der Europa League begnügen. Auch Reims und Nice sicherten sich ihre Europacup-Teilnahmen mit nur einem Zähler Vorsprung.

Klarer waren die anderen entscheidenden vorderen Tabellenposition. Paris Saint-Germain sicherte sich seinen neunten Meistertitel mit 15 Verlustpunkten Vorsprung auf Marseille, das seinerseits sechs Punkte Reserve auf Rennes hatte. Marseille begleitet PSG in die Champions-League-Gruppenphase.

Amiens und Toulouse steigen ab

Die grossen Verlierer des Abbruchs sind Amiens (4 Punkte Rückstand auf die Nicht-Abstiegsplätze) und Toulouse (14 Punkte). Die beiden Teams steigen in die Ligue 1 ab und werden durch die Aufsteiger Lorient und Lens ersetzt. Auch Lyon wehrte sich gegen die Wertung der Meisterschaft. Der einstige Serienmeister wird erstmals seit über 20 Jahren nicht im Europacup vertreten sein, ausser er gewinnt noch die Champions League. Lyons Präsident Jean-Michel Aulas hatte noch die Idee von Playoffs im August ins Spiel gebracht - ohne Erfolg.

Wie für Lyon ist auch für Paris Saint-Germain die Saison noch nicht vorbei. Beide Teams sind noch in der Champions League dabei. Auch der Cupfinal zwischen PSG und Saint-Etienne könnte im August noch gespielt werden.

Der Saisonabbruch ist für die französischen Klubs mit erheblichen finanziellen Einbussen verbunden. Mehr als 100 Millionen Euro entgehen an TV-Geldern, dazu kommen fehlende Einnahmen durch Ticketing und Sponsoring.