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Küngs Vorfreude auf den Heimauftritt

Zwei Monate nach seinem Kieferbruch will Stefan Küng an der Tour de Suisse wieder für positive Schlagzeilen sorgen. Der Thurgauer nimmt beim Auftakt in seinem Heimatkanton das Leadertrikot ins Visier.
Will an der Tour de Suisse wieder voll angreifen: Stefan Küng (Bild: KEYSTONE/URS FLUEELER)

Will an der Tour de Suisse wieder voll angreifen: Stefan Küng (Bild: KEYSTONE/URS FLUEELER)

(sda)

Den Mund aufreissen, das geht mittlerweile wieder ganz gut. "Der Biss ist zurück", sagt Stefan Küng. Rund zwei Monate nach seinem Sturz beim Radklassiker Paris - Roubaix ist er wieder zum Scherzen aufgelegt. Erst diese Woche wurden bei ihm die beiden Zahnschienen entfernt. Es waren die letzten sichtbaren Überreste seiner jüngsten Verletzung. Da er sich den Unterkiefer gleich mehrfach gebrochen hatte, blieb sein Mund während den ersten zwei Wochen mit Gummizügen komplett geschlossen.

Flüssignahrung war angesagt. Also warf Küng alles Frische und Gesunde in den Mixer. "Nach drei Wochen das erste Mal etwas Hüttenkäse zu beissen, war ein Highlight", blickt Küng auf eine spezielle Zeit zurück. Mit Akupressurmassagen und Akupunktur wurde der Heilungsverlauf im Gesicht beschleunigt. Der Genesungsverlauf sei zum Glück ohne Komplikationen verlaufen, so dass er sich mittlerweile wieder wie gewohnt ernähren könne. Auch wenn es manchmal noch etwas "chroosät", wie er sagt.

Kein Trainingsrückstand

Sportlich hat ihn die Verletzung kaum zurückgeworfen. Zwar verpasste er Ende April die Tour de Romandie, danach wäre aber ohnehin eine Wettkampfpause mit einer Aufbauphase für die zweite Saisonhälfte vorgesehen gewesen. Dass beim Sturz keine weiteren Körperteile in Mitleidenschaft gezogen wurden, erleichterte Küng einiges. "Mein Glück war, dass ich vom Hals an abwärts gesund geblieben bin. Also absolvierte ich vier Tage nach dem Sturz bereits wieder ein Rollentraining. Nach zwei Wochen trainierte ich wieder auf der Strasse, noch nicht so intensiv wie sonst, aber mit normalen Umfängen."

Sowieso sei nach seinem Sturz am Sonntag nach Ostern alles sehr schnell gegangen. "Am Montagmorgen flog ich zurück in die Schweiz und wurde noch gleichentags im Kantonsspital St. Gallen operiert, so dass ich am Mittwochmorgen bereits wieder nach Hause konnte. Das ist ein absolutes Privileg und überhaupt nicht selbstverständlich", ist er sich bewusst und schwärmt: "Mit so einem guten Umfeld fällt alles ein bisschen leichter."

Küng hat gelernt, Stürze möglichst schnell zu verarbeiten und wieder nach vorne zu schauen. Seine ersten Jahre als Profi glichen einer Achterbahnfahrt. Siege wechselten sich ab mit Stürzen. Seinen Zielen haben all die Rückschläge aber keinen Abbruch getan - auch in diesem Frühjahr nicht. Im Hinterkopf hatte der 24-Jährige aus Wilen bei Wil stets die Tour de Suisse.

Gerne erinnert sich Küng an seine Premiere im letzten Jahr zurück, nachdem zuvor Verletzungen und eine Krankheit sein Debüt verhindert hatten. "Leider hat es nicht zu einem Etappensieg gereicht. Mit zweimal Rang 2 und einem Tag im Leadertrikot war die Tour de Suisse für mich sportlich aber dennoch ein Erfolg.“

Heimvorteil nutzen

Den "Bubentraum" vom Etappensieg möchte sich Küng dieses Jahr erfüllen. Am liebsten gleich zu Beginn der Rundfahrt, die heuer mit einem Mannschaftszeitfahren in Frauenfeld und damit praktisch vor seiner Haustür beginnt. "Ich kenne diese Strecke in- und auswendig und hoffe, meinem Team etwas von diesem Heimvorteil weitergeben zu können.“

Als ehemaliger Bahn-Weltmeister in der Einzelverfolgung ist Küng ein Spezialist, wenn es darum geht, Tempo zu bolzen. "Wir sind in dieser Disziplin eines der weltbesten Teams und treten im Hinblick auf die Tour de France auch mit einer schlagkräftigen Mannschaft an.“ Trotzdem wollte BMC, das mit Weltstars wie Olympiasieger Greg van Avermaet oder Richie Porte am Start steht, nichts dem Zufall überlassen. Für den letzten Feinschliff traf man sich bereits am Mittwoch vor dem Rennen. Dafür liess Küng auch den GP des Kantons Aargau in Gippingen aus.

Das Mannschaftszeitfahren gilt als technisch äusserst anspruchsvolle Disziplin, in der das Zusammenspiel innerhalb der Equipe perfekt funktionieren muss. "Die Kunst besteht darin, das Tempo permanent hochzuhalten. Dafür müssen die Ablösungen perfekt stimmen", erklärt Küng. "Diese Automatismen müssen 'blind' funktionieren, denn unterwegs fehlt schlicht die Zeit, um miteinander zu kommunizieren.“

Zeit für einen Schwatz haben Küng und Co. erst wieder im Ziel, wo sie sich natürlich nur zu gerne zum Tagessieg gratulieren würden. Und überquerte in diesem Fall Küng die Ziellinie vor all seinen Teamkollegen, könnte er die 2. Etappe am Sonntag mit einem Rundkurs in Frauenfeld als Leader in Angriff nehmen. Das Pendel auf seiner Freudenskala würde wieder einmal nach oben ausschlagen.

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