Koller ärgert sich über den «Seich» seiner Spieler

Marcel Koller kann mit der Leistung der Basler Mannschaft beim 0:2 in Bern nicht zufrieden sein. Noch mehr ärgert sich der Trainer über Disziplinlosigkeiten, die kein Ende nehmen wollen.

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Für Marcel Koller war der Nachmittag in Bern ein trister Nachmittag

Für Marcel Koller war der Nachmittag in Bern ein trister Nachmittag

KEYSTONE/ADV/AA
(sda)

Den Schiedsrichter anpöbeln, beim Schiedsrichter reklamieren, den Gegenspieler beim Spielunterbruch attackieren - solche Disziplinlosigkeiten kosteten Koller für den Spitzenkampf gegen Meister Young Boys den Einsatz von vier (gesperrten) Spielern, auf die er gern gebaut hätte: Valentin Stocker, Eray Cömert, Arthur Cabral (der überdies verletzt war) und Taulant Xhaka.

«Ich habe diese Disziplinlosigkeiten mit den Spielern schon zweimal angesprochen», sagte Koller an der Medienkonferenz in Bern. Wenn einer in einem Zweikampf verwarnt werde oder die Gelb-Rote Karte sehe, könne er dies tolerieren. «Ich toleriere aber nicht einen solchen 'Seich'. In diesen Szenen müssen sich die Spieler im Griff haben.»

Als hätte er sich nicht schon vor dem Schlagerspiel genug ärgern müssen, musste Marcel Koller kurz vor Schluss mit ansehen, wie sein wertvoller Innenverteidiger Omar Alderete, der schon verwarnt war, vor den Augen des Schiedsrichters frustriert den Ball wegschlug. Gelb-Rot war die einzige mögliche Konsequenz. So wird Alderete der Mannschaft am nächsten Wochenende fehlen, wenn das nächste Spitzenspiel, das Heimspiel gegen St. Gallen, ansteht.

«Die Aktion von Alderete war völlig unnötig*, sagte Marcel Koller. «Wir werden das nicht weiter so akzeptieren. Er schwächt sich und die Mannschaft. Jeder Spieler muss es in sich haben, dass ihm so etwas nicht passiert.» Ob der Paraguayer gebüsst oder anderweitig bestraft wird, wird man sehen.

Dem Spiel selber entnahm Koller nicht viel, das ihm jemals Hoffnung auf einen Punktgewinn hätte machen können. «YB hat mehr gemacht. Wir hatten nach vorne nicht viele Möglichkeiten. Es ist eine Niederlage, die wir so akzeptieren müssen.»

Kollers Kollege Gerardo Seoane konnte ganz anders reden. «Die Mannschaft zeigte eine reife Leistung. Vor allem hat sie wenig Konterchancen zugelassen.» Von einem Journalisten darauf angesprochen, dass die Young Boys frischer gewirkt hätten als im Dezember, sagte Seoane: «Es ist klar, dass die Spieler nach einer langen Pause vor Energie strotzen. Der Match hat den Spielern aber alles abverlangt. Ja, ich habe gegenüber den Spielen im Dezember ein verbessertes YB gesehen.»