Kobe Bryant bei Helikopterabsturz getötet

Die Sportwelt trauert um Kobe Bryant. Der Amerikaner gehört zu den Allergrössten der Basketball-Geschichte. Am Sonntag kam der 41-Jährige bei einem Helikopterabsturz in Kalifornien ums Leben.

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Kobe Bryant bei einem Basketballspiel im letzten Dezember

Kobe Bryant bei einem Basketballspiel im letzten Dezember

KEYSTONE/FR170512 AP/RINGO H.W. CHIU
(sda/dpa)

Der ehemalige Basketball-Superstar Kobe Bryant ist am Sonntag bei einem Helikopterabsturz in Kalifornien tödlich verunglückt. Mehrere nordamerikanische Medien, darunter das Sportportal ESPN, bestätigten den Absturz des Helikopters nahe Los Angeles.

Alle neun Insassen des Helikopters starben, wie später auch die zuständige Polizei mitteilte. Der Tod des einstigen Stars der Los Angeles Lakers sorgte für grosse Bestürzung. US-Präsident Donald Trump zeigte sich erschüttert. «Das sind schreckliche Nachrichten», twitterte Trump. Sein Amtsvorgänger Barack Obama würdigte Bryant als «Legende». Auch der Gouverneur von Kalifornien, Gavin Newsom, bekundete in einer offiziellen Erklärung seine Anteilnahme.

Eine Tochter ebenfalls tot

Zunächst hatte das US-Klatschportal TMZ über den Tod des 41-jährigen ehemaligen Topstars der Los Angeles Lakers berichtet. Die Feuerwehr teilte mit, dass es an Bord keinen Überlebenden gegeben habe. Auch dessen 13 Jahre alte Tochter des Basketball-Stars Gianna kam laut dem Bürgermeister von Los Angeles, Eric Garcetti, bei dem Unglück ums Leben. Bryant war verheiratet und hatte vier Töchter.

Bei nebligem Wetter war die Maschine vom Typ Sikorsky S-76 am Morgen (Ortszeit) abgestürzt und in Flammen aufgegangen. Dieses Feuer habe es den Rettungskräften erschwert, zum Unglücksort zu gelangen, berichtete die «Los Angeles Times» unter Berufung auf einen Sprecher. Die Zeitung zitiert weitere Quellen, wonach der Helikopter in Orange County gestartet war, dem Wohnort Bryants im Südosten von Los Angeles, Calabasas liegt etwa 30 Kilometer westlich von der Stadt.

Bryant war einer der erfolgreichsten und einflussreichsten Profis der Basketball-Geschichte. Er holte in seiner zwanzigjährigen Laufbahn fünf NBA-Meisterschaften mit den LA Lakers und gewann bei den Olympischen Spielen 2008 und 2012 die Goldmedaille mit dem US-Team.

Zahlreiche NBA-Spieler und andere Sportler äusserten sich umgehend fassungslos über den Tod der Basketball-Ikone. «Das ist so traurig», twitterte Luka Doncic vom NBA-Klub Dallas Mavericks. «Wir vermissen dich jetzt schon, Kobe», schrieb Footballstar Tom Brady. «Sprachlos und schockiert», twitterte der deutsche Fussballprofi Kevin-Prince Boateng. Der frühere NBA-Star Kareem Abdul-Jabbar

Über Italien in die NBA

Bryant wuchs als Sohn des damaligen NBA-Spielers Joe Bryant auf und zog mit seiner Familie in seiner Kindheit und Jugend zeitweise nach Italien, als sein Vater dort aktiv war. Seine Eltern benannten ihn nach dem Kobe-Steak, das sie laut offizieller NBA-Biografie auf einer Speisekarte gesehen hatten.

1996 kam Bryant in die NBA, ohne zuvor ein College besucht zu haben. Die Lakers sicherten sich die Rechte an dem grossen Talent, nachdem sie ein folgenreiches Tauschgeschäft mit den Charlotte Hornets einfädelten.

Schon früh in seiner Karriere nahm sich Bryant den besten Basketballer der Geschichte, Michael Jordan, als Massstab, strebte mit unbändigem Ehrgeiz nach seiner Grösse. An der Seite des imposanten Centers Shaquille O'Neal gewann Bryant von 2000 bis 2002 seine ersten drei NBA-Meisterschaften, sein Co-Star wurde jedoch jedes Mal als wertvollster Spieler der Finalserie ausgezeichnet.

Schon während der gemeinsamen Zeit gab es Spannungen zwischen dem Duo, bis es sich endgültig verkrachte. O'Neal verliess die Lakers, die nun endgültig Bryants Team waren. Es dauerte sieben Jahren bis der nun gereifte Flügelspieler seine vierte Meisterschaft holte und sich direkt im Folgejahr mit Nummer fünf endgültig den Legendenstatus sicherte.

Seine Verabschiedung nach seinem letzten Spiel, als er mit Bezug auf seinen Spitzennamen die Worte «Mamba Out» sprach und das Hallenmikrofon niederlegte, erreichten ikonischen Status und wurden selbst vom damaligen US-Präsidenten Barack Obama imitiert. Nun sorgte die Nachricht von Bryants Tod für einen Schock, der weit über die Basketballwelt hinausging.