Klarer Dortmunder Sieg gegen Schalke beim Bundesliga-Restart

66 Tage nach dem letzten Bundesliga-Spiel setzt Borussia Dortmund beim Wiederbeginn nach dem Corona-Unterbruch ein starkes Zeichen. Das Team von Lucien Favre deklassiert Schalke im Revierderby 4:0.

Drucken
Teilen
Borussia Dortmund beim Derby-Sieg gegen Schalke tadellos - auch beim Torjubel
6 Bilder
Der Dortmunder Erling Haaland erzielt gegen Schalke das 1:0 und damit das erste Bundesliga-Tor nach dem Bundesliga-Restart
Wegen der Abstandregel mussten ein paar Ersatzspieler bei Düsseldorf gegen Paderborn auf die Tribüne ausweichen
Fussball in Zeiten von Corona: Leeres Stadtion und Distanz auch beim Torjubel
Renato Steffen (Mitte) erzielte in Augsburg bereits seinen fünften Treffer in der Bundesliga-Rückrunde
Breel Embolo verteidigt den Ball gegen die Frankfurter Defensive - am Ende gewinnt er mit Gladbach gegen die Eintracht 3:1

Borussia Dortmund beim Derby-Sieg gegen Schalke tadellos - auch beim Torjubel

KEYSTONE/AP/Martin Meissner
(sda)

Eigentlich hat das Revierderby in seiner 95-jährigen Geschichte alles gesehen: Es gab eine Schalker Serie von 13 Siegen in Folge (1938 bis 1942). Es gab eine Dortmunder Serie von 8 Siegen in Folge (1964 bis 1967). Es gab das Spiel 1969, in dem der Schalker Friedel Rausch von einem Polizeihund in den Hintern gebissen wurde - und nach einer Tetanusspritze fertig spielte. Es gab das Euro-Derby 1997, in dem sich Dortmunder und Schalker als frisch gekürte Champions-League- beziehungsweise UEFA-Cup-Sieger begegneten. Und es gab das Spiel vor etwas mehr als zwei Jahren, als Dortmund zur Pause 4:0 führte, und Schalke am Ende ein 4:4 holte.

Aber es gab noch nie ein Revierderby ohne Zuschauer. Die über 80'000 Sitze im Dortmunder Stadion blieben leer. «Das ist Fussball, so wie jeder einst angefangen hatte. Auf einer Wiese, mit Ball und vor einer Handvoll Freunde als Zuschauer», bemerkte der Kommentator des TV-Senders Sky. Es war ein Derby, bei dem die Rufe der Spieler und Trainer in der riesigen Arena hallten, dass es gespenstisch war. Ein richtiges Geisterspiel eben.

Doch eines konnten diesem Derby weder die Corona-Pandemie noch die surreale Atmosphäre anhaben: Der Formstand der Teams war, als hätte es diesen zweimonatigen Unterbruch nicht gegeben. Hier die Dortmunder, die nach der Winterpause sieben von acht Spielen gewonnen hatten. Dort die Schalker, die vor der Corona-Krise sieben Mal in Folge nicht mehr gesiegt hatten. Und so gab es ein Derby, das mit einem Resultate zugunsten der Mannschaft von Lucien Favre zu Ende ging, das auch in der Höhe stimmte. Es war der deutlichste Sieg der Borussia gegen den Erzrivalen seit 53 Jahren. «Die Spieler haben sich sehr, sehr gut auf ihre Aufgabe konzentriert. Vier Tore für uns, null Tore kassiert - das ist perfekt heute», lobte Favre.

Erster (Geister-)Torschütze? Natürlich Haaland!

Zu den Eindrücken, welche man von Borussia Dortmund zwischen Ende Januar und Anfang März gewonnen hatte, passte auch der Torschütze des wegweisenden Führungstreffers in der 29. Minute. Der Norweger Erling Haaland erzielte ihn nach einem Zuspiel von Thorgan Hazard, dem später das 3:0 gelang. Für Haaland war es im neunten Bundesliga-Spiel bereits das zehnte Tor. Dass es dem 19-jährigen Skandinavier vergönnt war, den ersten Treffer in der Bundesliga nach dem Corona-Unterbruch zu erzielen? Nichts als logisch!

Mit dem fünften Sieg in Folge setzt Borussia Dortmund Leader Bayern München unter Druck. Vor dem Gastspiel der Münchner am Sonntag bei Aufsteiger Union Berlin liegt der BVB nur noch einen Punkt zurück. RB Leipzig wurde dagegen weiter zurückgebunden. Das 1:1 des Herbstmeisters im Heimspiel gegen Freiburg war das dritte Unentschieden in Folge. Bayern könnte somit den Vorsprung auf «RB» auf sieben Punkte erhöhen.

Steffens Tor, Mbabus Assist

Die Schweizer Internationalen Renato Steffen und Kevin Mbabu spielten beim 2:1-Auswärtssieg von Wolfsburg gegen Augsburg eine Hauptrolle beziehungsweise eine wichtige Nebenrolle. Steffen erzielte vor der Pause mit einem sehenswerten Kopfball aus zwölf Metern das 1:0. Mbabus Vorstoss auf der rechten Seite führte in der Nachspielzeit zum Siegestreffer durch Daniel Ginczek.

Auch Steffen und Mbabu konnten somit da fortfahren, wo sie im März vor der Corona-Pandemie aufgehört hatten. Für Steffen war es bereits der fünfte Treffer in der Rückrunde, und Mbabu bestätigte sich auch gegen Augsburg als Stammspieler auf der rechten Abwehrseite. Er kam im neunten Bundesligaspiel seit der Winterpause zum siebten Mal von Beginn weg zum Einsatz.

Gladbachs Blitzstart

Yann Sommer, Nico Elvedi und Breel Embolo kamen derweil mit Borussia Mönchengladbach im ersten Spiel nach dem Unterbruch zu einem ungefährdeten 3:1-Auswärtssieg gegen Eintracht Frankfurt. Die Gladbacher gingen dabei bereits nach 38 Sekunden in Führung, nach sieben Minuten stand es 2:0. Während Gladbach auf den 3. Platz vorrückte, geht die Krise bei der Eintracht auch nach der zweimonatigen Pause weiter. Das Team des früheren YB-Meistertrainers Adi Hütter erlitt die vierte Niederlage in Serie und ist als Dreizehnter nur noch fünf Punkte vor dem Barrageplatz klassiert.

Telegramme:

Augsburg - Wolfsburg 1:2 (0:1). - Tore: 43. Steffen 0:1. 54. Brooks (Eigentor) 1:1. 91. Ginczek 1:2. - Bemerkung: Augsburg mit Vargas (bis 79.), ohne Lichtsteiner, Wolfsburg mit Mbabu, Steffen und Mehmedi.

Borussia Dortmund - Schalke 4:0 (2:0). - Tore: 29. Haaland 1:0. 45. Guerreiro 2:0. 48. Hazard 3:0. 63. Guerreiro 4:0. - Bemerkung: Borussia Dortmund mit Bürki und Akanji.

Fortuna Düsseldorf - Paderborn 0:0.

Hoffenheim - Hertha Berlin 0:3 (0:0). - Tore: 58. Akpoguma (Eigentor) 0:1. 60. Ibisevic 0:2. 74. Cunha 0:3. - Bemerkung: Hoffenheim mit Zuber (bis 66.).

RB Leipzig - Freiburg 1:1 (0:1). - Tore: 34. Gulde 0:1. 77. Poulsen 1:1. - Bemerkung: RB Leipzig ohne Mvogo (Ersatz).

Eintracht Frankfurt - Borussia Mönchengladbach 1:3 (0:2). - Tore: 1. Pléa 0:1. 7. Thuram 0:2. 73. Bensebaini (Foulpenalty) 0:3. 81. André Silva 1:3. - Bemerkung: Eintracht Frankfurt mit Sow (bis 46.), ohne Gelson Fernandes (Ersatz), Borussia Mönchengladbach mit Sommer, Elvedi und Embolo (bis 78.), ohne Zakaria (verletzt).

Rangliste:

1. Bayern München 25/55 (73:26). 2. Borussia Dortmund 26/54 (72:33). 3. Borussia Mönchengladbach 26/52 (52:31). 4. RB Leipzig 26/51 (63:27). 5. Bayer Leverkusen 25/47 (45:30). 6. Wolfsburg 26/39 (36:31). 7. SC Freiburg 26/37 (35:36). 8. Schalke 04 26/37 (33:40). 9. Hoffenheim 26/35 (35:46). 10. 1. FC Köln 25/32 (39:45). 11. Hertha Berlin 26/31 (35:48). 12. Union Berlin 25/30 (32:41). 13. Eintracht Frankfurt 25/28 (39:44). 14. Augsburg 26/27 (37:54). 15. Mainz 05 25/26 (34:53). 16. Fortuna Düsseldorf 26/23 (27:50). 17. Werder Bremen 24/18 (27:55). 18. Paderborn 26/17 (30:54).