Kann YB die Auswärtsschwäche noch ablegen?

In dieser Saison ist YB Dr. Jekyll und Mr. Hyde. Überzeugenden Auftritten im Wankdorf steht eine Auswärts-Bilanz gegenüber, die weder des amtierenden noch des künftigen Meisters würdig ist.

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Jean-Pierre Nsame, der überragende Goalgetter der Super League, müsste auch in fremden Stadien ein Trumpf der Berner sein.
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Kann Gerardo Seoane seine Leute das Siegen in Auswärtsspiele noch rechtzeitig wieder lehren?
So jubeln sieht man die Young Boys in dieser Saison meistens im Wankdorf

Jean-Pierre Nsame, der überragende Goalgetter der Super League, müsste auch in fremden Stadien ein Trumpf der Berner sein.

KEYSTONE/ALESSANDRO DELLA VALLE
(sda)

Die Zerrissenheit, die zwei Gesichter, erkennt man in der Tabelle deutlich. In den 16 Heimspielen haben die Berner nur zweimal Punkte (gegen Servette und Basel) abgegeben. Das jüngste 4:2 gegen Servette war den zwölfte Heimsieg am Stück. Damit haben sie einen weiteren Rekord der in der Saison 2003/04 lancierten Super League an sich gerissen.

In den fremden Stadien siegten die Young Boys früh in der Saison dreimal (gegen Xamax, St. Gallen und Zürich), aber nach einem weiteren Erfolg im November in Sitten gewannen sie keines von acht Auswärtsspielen mehr. Die durchzogene Bilanz hält bei vier Siegen, fünf Unentschieden und sechs Niederlagen.

Kann man mit einer negativen Auswärtsbilanz überhaupt Schweizer Meister werden? Die Statistik sagt: Nein, es geht nicht. Jeder Meister in den 16 Saisons der Super League gewann auf fremden Plätzen mindestens zwei Spiele mehr, als er verlor. Nur mit drei Siegen können die Young Boys noch auf eine (knapp) positive Bilanz kommen. Immerhin sind die noch offenen Gegner genau jene Mannschaften, gegen die YB aus den ersten drei Duellen dieser Saison neun Punkte geholt hat: Zürich am Samstag, später Neuchâtel Xamax und Sion.

Das Kader von Trainer Gerardo Seoane ist gegenüber der letztjährigen YB-Saison der vielen Rekorde stark verändert. Trotzdem befinden sich darin noch viele Spieler, die genau wüssten, wie man in den fremden Stadien gewinnt. 2018/19 erwirtschafteten die Berner in den 18 Auswärtsspielen 42 Punkte. Sie egalisierten damit die Super-League-Bestleistung des FC Basel aus der Saison 2016/17.

Das Super-League-Spiel vom Samstag im Detail:

Zürich - Young Boys (bisherige Duelle der Saison: 0:4, 0:4, 2:3). - Samstag, 20.30 Uhr. - SR Jaccottet. - Zürich spielt ohne Mirlind Kryeziu und fünf weitere Spieler, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden; die Namen der fünf Spieler wurden nicht bekanntgegeben. - Absenzen YB: Martins (gesperrt), Hoarau, Lauper, Sörensen, Petignat (alle verletzt). Fraglich: Lustenberger, Lefort, Lotomba, Garcia, Elia. - Statistik: Zürich gehört wie Sion und Xamax zu den Mannschaften, gegen YB in dieser Saison das Punktemaximum herausgeholt hat. Zürichs letzter Heimsieg gegen die Berner in der Meisterschaft geht auf den August 2014 zurück. Seither holten sie aus acht Duellen im Letzigrund nur drei Punkte (mit drei Remis).

Rangliste: 1. St. Gallen 31/62 (68:45). 2. Young Boys 31/61 (69:40). 3. Basel 31/55 (63:32). 4. Servette 31/45 (48:35). 5. Zürich 30/42 (40:56). 6. Luzern 31/42 (38:44). 7. Lugano 31/36 (36:40). 8. Thun 31/29 (34:61). 9. Sion 30/28 (32:50). 10. Neuchâtel Xamax FCS 31/24 (30:55).