Jonas Omlins Debüt unter speziellen Umständen

Torhüter Jonas Omlin war einer von vier Debütanten beim 1:2 der Schweiz am Mittwoch im Testspiel gegen Kroatien. Es war eine Belohnung für die guten Leistungen des Obwaldners in den letzten Monaten.

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Jonas Omlin bei seinem Länderspiel-Debüt am Mittwoch in St. Gallen gegen Kroatien

Jonas Omlin bei seinem Länderspiel-Debüt am Mittwoch in St. Gallen gegen Kroatien

KEYSTONE/SALVATORE DI NOLFI
(sda)

Das erste Länderspiel Omlins wurde überschattet durch die positiven Corona-Tests bei Xherdan Shaqiri (am Dienstag) und Manuel Akanji (am Mittwoch). In der öffentlichen Wahrnehmung rückte die sportliche Affiche dadurch etwas in den Hintergrund. «Ich werde trotz der Coronafälle aber positiv auf dieses Spiel zurückblicken», sagte Omlin am Tag nach der Partie in St. Gallen. «Dieses Spiel nimmt mir niemand mehr weg - ob Corona oder nicht.»

An die Diskussionen und Massnahmen aufgrund des seit Frühjahr in Europa grassierenden Virus hat sich Omlin längst gewöhnt. «Es gehört dazu, man muss damit umgehen können», so der Obwaldner, der seine Karriere beim FC Sarnen gestartet hat. Es gebe viele Ansteckungen in der Schweiz und in der ganzen Welt. Es sei normal, dass man nicht alle verhindern könne. «Ich bin guten Mutes, dass für die meisten, die jung und gesund sind, das Coronavirus keine grossen Auswirkungen hat.»

Die beiden teaminternen Fälle der letzten Tage überraschten ihn aber dennoch. «Manchmal fragt man sich schon, wie das möglich ist.» Vor allem der Fall Shaqiri sorgte innerhalb des Teams für etwas Stirnrunzeln. Am Dienstag war dieser positiv getestet worden, am Mittwoch wieder nicht, und am Donnerstag konnte er mit der Mannschaft sogar die Reise nach Spanien antreten, weil er laut den Ärzten nicht infektiös ist.

Trotz der aussergewöhnlichen Zeiten versucht sich Omlin, in erster Linie auf seinen Job zu konzentrieren - und den macht er meistens vorzüglich. Bei den Gegentreffern gegen Kroatien traf ihn keine Schuld. Seine Premiere sei «ganz in Ordnung» gewesen, sagte der 26-jährige Innerschweizer. «Den einen oder anderen Entscheid traf ich allerdings etwas überhastet.»

Guter Start in Montpellier

Das erste Länderspiel verdiente sich Omlin mit starken Leistungen in den letzten Monaten. Nach seinem Wechsel im August vom FC Basel nach Montpellier fasste er in der Ligue 1 sofort Fuss. «Wir sind gegen gute Teams gut gestartet, was mich für die weitere Saison positiv stimmt.» Montpellier liegt nach sechs Runden auf Platz 5. Das Niveau sei sehr gut. «Es gibt viele Mannschaften, die auf einem ähnlichen Niveau sind, was fast jedes Spiel spannend macht.»

Auch ausserhalb des Platzes hat er sich im Süden Frankreichs sehr gut eingelebt. Die Gegend sei schön, das Essen gut. «Es lohnt sich einmal, Montpellier zu besuchen, vor allem im Sommer lässt es sich dort hervorragend leben», so Omlin. Beim französischen Meister von 2012 fand er ein sehr familiäres Umfeld vor. «Das macht vieles einfacher.»

In diesen Tagen gilt Omlins Fokus aber der Nationalmannschaft, auch wenn er gegen Spanien und Deutschland wieder ins zweite Glied rücken wird. Die Konkurrenz auf der Goalieposition ist gross. Yann Sommer ist die unbestrittene Nummer 1, umso mehr, als dass sich Dortmunds Keeper Roman Bürki 2019 aus dem Team zurückgezogen hat. Um die Rolle als Nummer 2 kämpft neben Omlin und Yvon Mvogo auch noch Gregor Kobel, die Nummer 1 beim VfB Stuttgart.

Obwohl Omlin kaum zum Einsatz kommen dürfte, freut er sich auf die Duelle am Samstag in Madrid und am Dienstag in Köln. «Es ist schön, solche Spiele zu haben.» Diese Mannschaften seien ein guter Gradmesser. «Danach weiss man, wo man steht.» Dass die Partie in Madrid stattfindet, aktuell einem der Corona-Hotspots in Europa, ist für den Keeper kein Problem. «Wir vertrauen darauf, dass der Verband und die UEFA das Beste unternimmt, um uns zu schützen.» Dass auch in der SFV-Blase nicht alles kontrolliert werden kann, weiss Omlin - spätestens seit dieser Woche.