Johaug bleibt Leaderin, verfehlt aber das Podest

Die Dominatorin Therese Johaug muss sich an der Tour de Ski in der zweiten Etappe in Folge geschlagen geben. Am Samstag droht der Verlust der Gesamtführung.

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Therese Johaug läuft es derzeit nicht nach Wunsch.

Therese Johaug läuft es derzeit nicht nach Wunsch.

KEYSTONE/AP Lehtikuva/VESA MOILANEN
(sda)

Die ersten beiden Distanzrennen in Lenzerheide und Toblach hatte Therese Johaug noch gewonnen, aber bereits da nicht mit dem Vorsprung, den man sich von der blonden Powerfrau gewohnt ist. Nun droht sie endgültig vom Sockel zu stürzen. In der fünften Etappe im Val di Fiemme, einem Rennen mit Massenstart im klassischen Stil über 10 km, konnte die 31-jährige Norwegerin nicht in den Kampf um den Tagessieg eingreifen.

Diesen holte sich Astrid Uhrenholdt Jacobsen, eine Landsfrau Johaugs. Sie setzte sich in einem Dreiersprint gegen die Schwedin Ebba Andersson und die verblüffende Deutsche Katharina Hennig durch. Mit gut sechs Sekunden Rückstand lief Johaug immerhin als Vierte ins Ziel und liess dabei ihre härtesten Konkurrentinnen um den Gesamtsieg, die norwegische Titelverteidigerin Ingvild Flugstad Östberg und die Russin Natalia Neprjajewa, knapp hinter sich.

Johaug führt noch mit 19 Sekunden Vorsprung auf Östberg, dürfte aber im Klassisch-Sprint am Samstag die Spitze abgeben müssen. Im traditionellen Schlussaufstieg auf die Alpe Cermis ist das Leichtgewicht aber dennoch zu favorisieren.

Überraschende Weltcup-Punkte

Einen guten Tag erwischte die einzige verbliebene Schweizerin Laurien van der Graaff. Die Sprint-Spezialistin holte in der von ihr nicht bevorzugten Technik als 27. sogar Weltcup-Punkte und zeigte sich von den diversen Stürzen zum Auftakt der Tour de Ski gut erholt.

«Das neue Jahr hat besser begonnen, als das alte aufgehört hat», meinte die Davoserin lachend. «Ich habe einen guten Rhythmus gefunden, ohne ans Limit zu gehen.» Gleich nach dem Start hatte die als letzte gestartete Van der Graaff allerdings Glück, als eine Konkurrentin direkt vor ihr stürzte. «Diesmal nicht», habe sie sich gesagt und knapp ausweichen können.

Ihre Konzentration gilt dem Sprint am Samstag, und dann will sie am Sonntag die Tour de Ski erstmals beenden. «Die Steigung werde ich mir vorher lieber nicht anschauen», fügte sie an.