Gianni Infantino ist bis mindestens 2023 Fifa-Präsident

Etwas mehr als drei Jahre nach seinem Sieg in der Kampfwahl um das Amt des FIFA-Präsidenten in Zürich wird Gianni Infantino am Mittwoch beim Kongress in Paris wieder gewählt werden.

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Gianni Infantino wird am Mittwoch in Paris wiedergewählt (Bild: KEYSTONE/AP/FRANCOIS MORI)

Gianni Infantino wird am Mittwoch in Paris wiedergewählt (Bild: KEYSTONE/AP/FRANCOIS MORI)

(sda)

Dies wird ohne Gegenkandidat und per Akklamation geschehen.

Am Dienstag hatte Gianni Infantino bei einem halbstündigen Treffen mit den UEFA-Delegierten auch die lückenlose Zustimmung von Fussball-Europa erhalten. Der SFV wird dabei beim Kongress durch den scheidenden Präsidenten Peter Gilliéron vertreten. Die Stimmen aus den fünf anderen Konföderationen hatte der 49-jährige Oberwalliser schon zuvor auf sicher. Dank einer am Montag vom FIFA-Council beschlossenen Statutenänderung ist in Paris die Wahlerleichterung per Akklamation möglich.

Einen seriösen Gegenkandidaten zu Infantino hatte es ohnehin nie gegeben. Der frühere Schweizer Internationale Ramon Vega hatte im letzten Winter eine Kandidatur geprüft, doch er hatte nicht einmal die notwendige Unterstützung von mindestens fünf Verbänden bekommen, um die Kandidatur offiziell zu machen.

Infantino war mit einiger Skepsis begleitet worden, als er im Februar 2016 vom UEFA-Generalsekretär zum FIFA-Chef aufstieg. Nach der rund 17-jährigen Ära von Sepp Blatter war die Rede davon, die Macht des Präsidenten mit neuen Strukturen einzugrenzen. Am Tag nach der Wahl sagte Infantino dann aber: «Ich glaube nicht, dass man mich gewählt hat, um ein Botschafter der FIFA zu sein, sondern, um der Leader zu sein.»

In Europa hatte diese Aussage irritiert. In Afrika, Asien oder Südamerika dagegen kam dieses Statement gut an. Infantino war in der Folge nicht nur ein Leader, er zementierte sogar seine Macht. Nach nicht einmal einem Jahr im Amt, verbuchte er den ersten ganz grossen Erfolg. Das Teilnehmerfeld der WM-Endrunde wird auf 2026 hin von 32 auf 48 Mannschaften vergrössert. Damit punktete Infantino bei den meisten mittelgrossen und kleinen Verbänden. Mit der Einführung der Klub-WM mit 24 Teams verhält es sich ähnlich. Sie soll 2021 erstmals stattfinden.

Grössere WM, neue Wettbewerbe: Infantinos Kritiker sehen darin den Trieb des Machterhalts und die Gefahr, das Rad zu überdrehen. Andere Stimmen wiederum weisen darauf hin, dass Infantino das legitime Ziel verfolgt, die Einnahmen zu steigern, nachdem die FIFA-Finanzen im Nachgang der Korruptionsaffäre von 2015 den Bach runter gegangen sind.

Im Gegensatz zur UEFA mit ihren drei Wettbewerben EM-Endrunde, Champions League und Europa League hat die FIFA bislang einzig die Weltmeisterschaft der Männer als Geld-Maschine. Von ihr soll die FIFA in Zukunft etwas weniger abhängig sein. Und mit mehr einträglichen Wettbewerben und Turnieren kann der Weltverband wiederum mehr Geld an die Verbände ausschütten. Vor diesem Hintergrund ist der spannendste Programmpunkt des FIFA-Kongresses wohl, welche Geschenke Infantino den Mitgliedern bei seiner Rede diesmal verspricht.