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Hoeness: Antwort auf Transferwahnsinn

Auf diese Antwort zum Transferwahnsinn ist Uli Hoeness mächtig stolz. Rund 70 Millionen lässt sich der FC Bayern seinen Campus kosten.
Uli Hoeness hat eine Vision (Bild: KEYSTONE/EPA/DANIEL KOPATSCH)

Uli Hoeness hat eine Vision (Bild: KEYSTONE/EPA/DANIEL KOPATSCH)

(sda/dpa)

Wenn die Bundesliga-Stars von Morgen im FC Bayern Campus über eine kleine Brücke aus dem Hauptgebäude zu ihrem Stadion gehen, können sie einen Blick auf den Ort ihrer Träume werfen. In knapp drei Kilometern Entfernung erhebt sich die Allianz Arena. Dort, wo Grössen des Weltfussballs von 75'000 Zuschauern gefeiert werden, wollen die U9- bis U19-Kicker auch irgendwann hin. Stolz propagiert Uli Hoeness das rund 70 Millionen Euro teure Nachwuchsleistungszentrum als mögliche "Antwort auf den Transferwahnsinn und die Gehaltsexplosionen".

Hoeness hofft auf den Münchner Idealfall: Irgendwann sollen die Supertalente in die Rollen von Weltmeistern wie Thomas Müller oder Manuel Neuer schlüpfen. Eine Hand voll Profiverträge wurde in den vergangenen Wochen unterzeichnet, einige Jungspunde liess Profitrainer Jupp Heynckes schon in der Bundesliga ran.

Ausgaben steigen jährlich

Jugendfussball boomt wie nie zuvor. Alles ist noch professioneller, noch grösser, noch lukrativer geworden. Die grundsätzlichen Herausforderungen sind zwar dieselben wie vor zehn Jahren. Aber die riesigen Summen bei den Profis beeinflussen auch den Markt der Wunderkinder und Supertalente. Die Ausgaben der Bundesligisten steigen Jahr für Jahr, zuletzt waren es 163,41 Millionen Euro.

Das Tempo im Reifeprozess vom Hochbegabten zum Hochleistungssportler hat rasant zugenommen. "Vor 10, 15 Jahren war ein 21-Jähriger bei den Profis immer noch ein sehr, sehr junger Spieler. Heute gehört ein 21-Jähriger in einer Profimannschaft oft schon zu den etablierten Spielern", sagt Jochen Sauer, Leiter des Bayern-Campus. "Heute ist man mit 16 oder 17 ein junger Spieler bei den Profis." Dazu sind die athletischen Anforderungen enorm gestiegen.

Der 45-jährige Sauer und sein Team sollen beim Rekordchampion eine Mia-san-Mia-Generation entwickeln, die den Ansprüchen im glamourösen Weltklasse-Ensemble genügt. "Der nächste Schritt muss natürlich sein, dass wir die nächsten Jahre aus den Nachwuchsmannschaften Spitzenkräfte herausholen, die irgendwann in der Lage sind, in der ersten Mannschaft mitzuhalten", lautet eine Vorgabe von Hoeness.

Hoeness' Hoffnung: Stars selber machen

"Ich glaube, man kann hier relativ viel Geld reinstecken und damit nur Bruchteile der Ablösesummen ausgeben, die man auf dem Markt teilweise ausgeben muss", erklärte der Präsident schon bei der Eröffnung der Hightech-Anlage im vergangenen August. Damals war Neymar gerade für unglaubliche 222 Millionen Euro vom FC Barcelona zu Paris Saint-Germain gewechselt. "Es ist eine Überzeugung, dass der Campus der richtige Weg ist", sagte Hoeness.

Mittlerweile haben auch die ersten Campus-Kicker Profiverträge unterzeichnet. Ron-Thorben Hoffmann, Lukas Mai, Meritan Shabani und Franck Evina feierten zum Teil sogar schon ihr Bundesliga-Debüt. "Wir fangen ja nicht von vorne an. Wir haben das eine oder andere Talent, das es zu den Profis schaffen kann. Es muss nicht drei, vier Jahre dauern", so Sauer zur Suche nach dem neuen David Alaba. Der heute 25-Jährige war der letzte Münchner, der auch dank einer Ausleihe nach Hoffenheim im Jahr 2011 den Sprung aus der Jugend in den Profibereich der Bayern schaffte. Von solchen Karrieren träumen die Talente in den über 50 Leistungszentren in Deutschland.

Die Nachwuchskräfte sollten "nie ihr Ziel aus den Augen verlieren", rät der vom Campus beeindruckte Alaba. "Es ist unglaublich, was da entstanden ist." Auf 30 Hektar sind Jung-Bayern seit einem Jahr zu Hause. Ein Internat mit 35 Appartements, acht Fussballplätzen und einer Infrastruktur vom Feinsten lassen im Land des U21-Europameisters keine Wünsche offen.

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