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Gmelin nach Traum-Saison gefordert

Die Vorzeichen bei Skiff-Weltmeisterin Jeannine Gmelin auf eine weitere starke Saison sind gut. Der Weltcup-Auftakt in Belgrad am Wochenende stellt eine erste Standortbestimmung dar.
Jeannine Gmelin will auch in diesem Jahr brillieren (Bild: KEYSTONE/ALEXANDRA WEY)

Jeannine Gmelin will auch in diesem Jahr brillieren (Bild: KEYSTONE/ALEXANDRA WEY)

(sda)

2017 entschied Gmelin sämtliche Rennen zu ihren Gunsten. An den Weltmeisterschaften in Sarasota in Florida distanzierte sie die Konkurrentinnen um 1,92 Sekunden und mehr. Im Dezember erhielt sie an den "World Rowing Awards" in London die von einer internationalen Fachjury verliehene Auszeichnung als beste Ruderin des Jahres - eine Ehre, die zuvor noch keiner Schweizerin zuteil geworden war.

"Was 2017 gereicht hat, wird 2018 nicht mehr reichen", ist sich die 27-jährige Ustermerin bewusst. Die gestiegene Erwartungshaltung stellt für sie aber kein Problem dar, schliesslich hat sie selbst sehr hohe Ansprüche. "Ich bin streng und hart zu mir selber", sagte Gmelin. "Das relativiert die Erwartungshaltung etwas." Und vielleicht sei es gar nicht so schlecht, wenn sie lernen müsse, mit weniger zufrieden zu sein. Gut oder schlecht sei ohnehin relativ.

Gmelin fühlt sich für den Weltcup-Auftakt in Belgrad bereit. "Ich bin extrem gut vorbereitet. Ich war verletzungsfrei und nur einmal kurz krank. Daher konnte ich sehr konstant trainieren. Eine solche Kontinuität ist ein grosser Vorteil." Zwar hat sich das Training bewährt, und es ist kaum noch möglich, an der Quantität zu schrauben, die Qualität könne aber immer gesteigert werden. So arbeitet Gmelin in den Einheiten auf dem Wasser im 20-minütigen Warm-up akribisch an technischen Punkten.

"Man muss innovativ sein"

Auch bei der Ernährung sowie der Erholung überlässt sie nichts dem Zufall, und selbst die Schlafqualität ist für sie ein Faktor. Sie überwacht nun mit einer Uhr ihren Schlaf. "Das ist aufschlussreich und spannend", erklärte Gmelin. "Man muss innovativ sein. Ich habe immer geschaut, in welchem Bereich ich noch etwas herausholen kann." Bezüglich Schlaf gebe es Möglichkeiten, das Bett, die Matratze oder den Rhythmus zu ändern.

Diese Akribie soll Gmelin 2020 in Tokio auf den Olympia-Thron bringen. Zuerst einmal will sie aber in Belgrad ihre Siegesserie fortsetzen. Dass der Weltcup-Auftakt in diesem Jahr eiEinige Fragezeichenniges später stattfindet wie üblich, wirkt sich auf das Teilnehmerfeld aus. Waren 2017 in Belgrad im Frauen-Skiff zwölf Boote am Start, sind diesmal 25 Athletinnen gemeldet.

Unter ihnen befinden sich mit der Britin Victoria Thornley und der Österreicherin Magdalena Lobnig auch jene zwei Athletinnen, die zusammen mit Gmelin das letztjährige WM-Podest bildeten. Insofern sind die Rennen in Serbien für Gmelin eine ideale Standortbestimmung, um zu sehen, woran sie noch arbeiten muss. Und genau dieser Aspekt steht für die Perfektionistin im Vordergrund.

Einige Fragezeichen

Neben Gmelin sind beim Auftakt des Ruder-Weltcups in Belgrad acht weitere Schweizer Boote dabei. Nico Stahlberg tritt im Einer als Weltcup-Gesamtsieger an. Allerdings steht hinter dem 26-jährigen Thurgauer, der vor einem Jahr in Belgrad triumphierte, infolge von Hüftproblemen ein Fragezeichen.

Ohnehin ist die Situation bei den "schweren" Männern nicht ideal. Roman Röösli hätte in Serbien zusammen mit Barnabé Delarze im Doppelzweier antreten sollen, jedoch kehrten beim 23-jährigen Waadtländer vor einem Monat die Schmerzen im Rücken zurück. Delarze rudert zwar wieder, ein Einsatz in Belgrad macht aber keinen Sinn. Röösli hinterliess im Skiff im Training einen guten Eindruck, dennoch ist eine Prognose schwierig, da er letztmals an der WM 2013 in dieser Kategorie einen Wettkampf bestritten hat.

Augustin Maillefer, der vierte Mann im einstigen Doppelvierer, hat nach einer Operation im vergangenen August immer noch eine Platte in der Hand. Rudert er, führt das zu einer Entzündung. Ende Juni entscheiden die Ärzte, wie es weitergeht. Insofern sind internationale Einsätze in dieser Saison fraglich. "Die 'schweren' Männer sind noch nicht ausselektioniert", sagte Verbandsdirektor Christian Stofer. Sie würden nun erst einmal schauen, wie schnell die Einer seien. Es gebe verschiedene Varianten. Dies auch deshalb, weil Markus Kessler "physisch extrem Fortschritte gemacht hat".

Einiges zuzutrauen ist dem Leichtgewichts-Doppelzweier der Frauen mit Frédérique Rol und Patricia Merz. Letztere startete 2017 sehr erfolgreich im Leichtgewichts-Einer, feierte in dieser Kategorie beim Weltcup-Auftakt einen Sieg. Michael Schmid geht im Leichtgewichts-Skiff als Europameister an den Start.

Das Schweizer Team reiste am Mittwochvormittag in die serbische Hauptstadt. Den letzten Schliff holte es sich in einem zweiwöchigen Trainingslager im italienischen Varese. Im Februar waren die Schweizer in Portugal. Die weiteren Stationen im Weltcup sind Linz (22. bis 24. Juni) und Luzern (13. bis 15. Juli). Vom 2. bis 5. August stehen in Glasgow die Europameisterschaften im Programm. Den Höhepunkt der Saison bilden die Weltmeisterschaften im bulgarischen Plovdiv, die vom 9. bis 16. September über die Bühne gehen.

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